Thalwil

Politneuling will in Thalwil Gemeindepräsident werden

Adrian Kübler sorgt für eine Kampfwahl um das Thalwiler Gemeindepräsidium. Ein politisches Amt hatte er zwar nie inne. Stattdessen will der Parteilose, der einst die Bibel neu schrieb, mit seiner Berufserfahrung und Vielseitigkeit punkten.

Adrian Kübler (64) spielt seit kurzem wieder Klavier und hätte bald auch genügend Zeit für das höchste politische Amt in Thalwil.

Adrian Kübler (64) spielt seit kurzem wieder Klavier und hätte bald auch genügend Zeit für das höchste politische Amt in Thalwil. Bild: Moritz Hager

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Von frühem Wahlkampf hält Adrian Kübler nicht viel. In der Öffentlichkeit ist er darum bis jetzt nicht in Erscheinung getreten. Werbung machen in eigener Sache, das will Kübler «eigentlich erst ab März, in der entscheidenden Phase», wie er sagt. Sein Ziel: An den Erneuerungswahlen vom 15. April will er Gemeinderat oder – besser – Gemeindepräsident von Thalwil werden.Damit ist klar, dass der jetzige Präsident Märk Fankhauser (FDP) einen Konkurrenten erhält und es zu einer Kampfwahl kommen wird. Wie in Adliswil, Langnau, Rüschlikon, Wädenswil und Richterswil.

Der parteilose Adrian Kübler ist seit 2007 selbstständig und hat ein eigenes Beratungsbüro, arbeitete bis vor zwei Jahren aber hauptsächlich als Allgemeinbildungslehrer an einer privaten Berufsschule. «Im Juni werde ich pensioniert und habe dann wieder mehr Zeit für anderes», erklärt er seine Motivation für die Kandidatur. Warum aber soll es genau das Präsidium sein? «Werde ich als Präsident gewählt, weiss ich, was ich erhalte.» Bei den übrigen acht Gemeinderatssitzen hingegen bestehe das Risiko, ein Ressort übernehmen zu müssen, das «nicht zum Willen meiner Wähler und meinen Kompetenzen passt». Je nach Anzahl erhaltener Stimmen, käme für ihn gar infrage, die Wahl abzulehnen. «Das wäre ehrlicher.»

«Vergleichbar mit Macron»

Was er in Thalwil als Präsident bewirken möchte, sei momentan noch offen. Er wolle vor den Wahlen im Gespräch mit den Bürgern herausfinden, was sie bewegt und wo Handlungsbedarf besteht.

«Im Thalwiler Gemeinderat gibt es zu viele Sesselkleber.»
Adrian Kübler, Kandidat fürs Gemeindepräsidium

Dass er das Zeug zum Präsidenten hat, davon ist der 64-Jährige überzeugt, auch wenn er bis anhin in keinem politischen Gremium tätig gewesen ist. Denn er würde viele Teile der Wählerschaft repräsentieren, glaubt Kübler. «Nicht nur die Rentner, sondern auch die Jungen. Die Gespräche mit meinen Schülern zeigten mir nämlich, dass ich in vielen Dingen gleich denke wie sie.» Und er vertrete alle, die für Abwechslung seien. Denn im Thalwiler Gemeinderat gebe es «zu viele Sesselkleber». Zwei Amtszeiten sind genug, findet Kübler. Zudem seien FDP und CVP mit drei respektive zwei Ratssitzen aktuell übervertreten.

Er selber sei politisch vielfältig und strategisch am ehesten vergleichbar mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, sagt der Politikwissenschaftler. In Umwelt- und Verkehrsthemen denke er grün, beim Sozialen sei er links und in Wirtschafts- und Finanzfragen liberal.

Kennt sich mit Behörden aus

Der Ehemann und Vater einer erwachsenen Tochter sieht auch seine Berufserfahrung aus verschiedenen Verwaltungen als starkes Argument: So hatte er beispielsweise Stabsstellen inne bei den Finanzdirektionen der Kantone Zürich und Zug und arbeitete bei zwei Bundesdepartementen. «Ich weiss darum, wie eine Verwaltung funktioniert.»

Neben seiner beruflichen Tätigkeit hat Kübler als Autor schon drei Bücher über seine sogenannte WPK-Philosophie verfasst. Diese basiert auf seiner Überzeugung, dass «jeder Mensch eine Balance der drei Lebensbereiche Wirtschaft (W), Politik (P) und Kultur (K) pflegen sollte». Sein ambitioniertestes Projekt dürfte aber wohl die vierjährige Arbeit an seiner Bibel gewesen sein: Kübler übertrug 365 biblische Geschichten in einen modernen Kontext und machte daraus einen zusammenhängenden Roman.

Nun also will Adrian Kübler, der seit 32 Jahren in Thalwil lebt, in die Lokalpolitik einsteigen. «Seine Kandidatur hat mich überrascht», sagt der aktuelle Gemeindepräsident Märk Fankhauser. Er habe eher mit einem Konkurrenten aus Thalwils bestehenden politischen Reihen gerechnet, gibt Fankhauser zu. «Aber natürlich ist es jedermanns Recht, sich zur Wahl zu stellen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.02.2018, 15:42 Uhr

Artikel zum Thema

Die Gemeindewahlen am Zürichsee

Wahlen 2018 Infografik Im Frühling finden in den Städten und Gemeinden am Zürichsee die Wahlen für die Amtszeit 2018-2022 statt. Bei uns finden sie alle Kandidatinnen und Kandidaten und am Wahltag die Resultate in der Infografik. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben