Richterswil

Plan von umstrittenem Pflegeheim wird konkret

Der Umbau des Pflegezentrums Etzelblick nimmt zumindest auf dem Papier Form an. Das Bauprojekt zeigt die mögliche Zukunft des Areals im Dorfkern, verweist aber auch auf Herausforderungen.

Das Wohn- und Pflegeheim Etzelblick soll aus Alterswohnungen (links), dem Pflegeheim (Mitte) und der Villa (rechts) bestehen.

Das Wohn- und Pflegeheim Etzelblick soll aus Alterswohnungen (links), dem Pflegeheim (Mitte) und der Villa (rechts) bestehen. Bild: Visualisierung: PD

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Seit über zehn Jahren diskutieren die Richterswiler über ein neues Wohn- und Pflegeheim auf dem Silberschmidt Areal an der Gartenstrasse. Mehrfach wurde darüber abgestimmt und das Grundstück letztlich aus finanziellen Gründen an die private Investorin Swiss Prime Site (SPS) verkauft. Diese will das Projekt nun verwirklichen und hat bei der Gemeinde das Baugesuch mit detaillierten Plänen eingereicht.

Kann die Bauherrin ihr Projekt wie geplant realisieren, wird das 6700 Quadratmeter grosse Grundstück künftig vier Gebäude für altersgerechtes Wohnen und zur Pflege umfassen. Das Pflegeheim ist das Hauptgebäude in der Mitte des Areals. Nordöstlich des Heims sind zwei vierstöckige Häuser mit Alterswohnungen angedacht. Die Bauten bieten Platz für 64 Pflegebetten und 26 Alterswohnungen. Die Zahl der Räume pro Wohnung variiert zwischen 1.5 und 4.5 Zimmern.

Garten für Demenzerkrankte

Das in die Jahre gekommene Pflegeheim Etzelblick, das heute bereits auf dem Grundstück steht, wird zu Gunsten eines Neubaus teilweise zurückgebaut. Der Gebäudeteil, der zur Gartenstrasse zeigt, soll beibehalten werden, um das Ortsbild nicht zu verändern. Das Erdgeschoss des Heims umfasst einen Gastronomiebetrieb mit Küche, einen Gastraum, der sich zu einer Mehrzweckhalle umfunktionieren lässt, und eine Demenzabteilung. Letztere bietet sechs Doppel- und zwei Einzelzimmer. Also insgesamt 14 Pflegebetten.

Der Rückbau des bestehenden Heims beeinträchtigt auch die im Jahr 1903 errichtete Villa Silberschmidt im Westen des Areals. Die Südfassade wird abgerissen und in zeitgemässem Stil wieder aufgebaut. In der alten Villa ist neben weiteren Alterswohnungen auch Platz für klassische Wohnungen, Gewerberäume und eine Arztpraxis vorgesehen.

Gemäss Bauplänen soll der Aussenbereich so grün wie möglich gestaltet werden. So schreibt die Bauherrschafft in den Plänen, dass der Hofbereich zwischen Pflegeheim und den beiden nordöstlichen Gebäuden das «Herzstück» sei. Eine Terrasse des Gastronomiebetriebs mit Aussenbestuhlung gehört zum Hof dazu. Auf dem Areal sind zudem weitere Parks angedacht. Auch ein spezieller Garten für Demenzerkrankte will die SPS realisieren. Dabei handelt es sich um einen geschützten Aussenbereich. «Der Garten soll durch Möbelierung, Bepflanzung und einen Rundweg so gestaltet werden, dass er die Aufenthaltsqualität für Demenzerkrankte steigert», sagt Mladen Tomic, Mediensprecher der SPS. Neben den Gärten soll auch Platz für Fahrzeuge geschaffen werden. Eine Garage bietet Raum für rund 30 Parkplätze. Weitere acht entstehen oberirdisch.

Gefahr Hochwasserzone

Als einfach erweist sich der Bau aber nicht. «Die Bedürfnisse an Pflegeplätzen und Alterswohnungen der Gemeinde wirken sich auf den Umfang der Gebäude aus», schreibt die Bauherrin in den Plänen. Deshalb würden die Gebäude teilweise in die Hochwasserzone reichen, was den Bau erschwert. Die Zone umfasst alle Gebiete, die bei einer Überschwemmung des naheliegenden Mülibachs betroffen wären. «Da der obligatorische Abstand zum Mülibach unterschritten wurde, bedarf es einer speziellen Bewilligung», sagt Mladen Tomic. Dies sei bei der Planung aber berücksichtigt worden und sollte den Bau nicht einschränken.

Die Baupläne liegen auf der Gemeinde Richterswil bis am 27. September auf. Wenn die SPS ihr Vorhaben realisieren kann, werden die Bauarbeiten voraussichtlich im September 2019 beginnen. Der Bau wäre im Juni 2021 abgeschlossen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.09.2018, 16:02 Uhr

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