Horgen

Pläne für ein fast autofreies Quartier

Autoarm und ökologisch nachhaltig: Rund ums Feller-Areal entsteht ein ungewöhnliches neues Quartier mit etwa 120 Mietwohnungen sowie Gewerberäumen und Büros.

Auf dem Areal der Feller AG an der Bergstrasse in Horgen soll eine neue Siedlung entstehen.

Auf dem Areal der Feller AG an der Bergstrasse in Horgen soll eine neue Siedlung entstehen. Bild: Google Maps

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Eine neue Siedlung, die sich an den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft orientiert: In Horgen soll sie schon bald Wirklichkeit werden, und zwar auf vier ins- gesamt 40 000 Quadratmeter grossen Parzellen beidseits der Bergstrasse im Umgelände der Firma Feller AG. Bauherrin ist die Trift Bewirtschaftung von Grundstücken AG. Die Firma war von der Landeigentümerin und heutigen Verwaltungsrätin Anna Barbara Züst, einer Nichte der legendären Unternehmerin Elisabeth Feller (1910–1973), eigens für das Projekt gegründet worden.

«Wir bieten attraktiven Wohn- und Arbeitsraum für nachhaltige Lebensformen, für Menschen verschiedener Alters- und Einkommensschichten», betont Anna Barbara Züst. «Es soll eine ­ressourcenschonende, autoarme Siedlung nach den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft werden», ergänzt Trift-Verwaltungsratspräsidentin und Planerin ­Monika Hartmann. Vorgesehen seien Mietwohnungen zu orts­üblichen Mieten und von unterschiedlicher Grösse. «Wir wollen auch bei den Wohnungsflächen haushälterisch mit den Ressourcen umgehen», sagt Monika Hartmann.

Baugesuche eingereicht

Publik gemacht hatte die Trift AG ihre Überbauungsabsichten bereits in einem frühen Stadium. Mittlerweile wurden die Planungen so weit konkretisiert, dass für drei der vier Baugrundstücke Mitte März das Baugesuch eingereicht werden konnte: für die seeseits der Bergstrasse gelegenen Areale Fischenrüti und Kuppe sowie für die Umnutzung des bestehenden Häuserensembles Mitte bergseits der Bergstrasse. Die Baubewilligungen erwartet man bei der Trift AG bis im Spätsommer 2016. Der Baustart erfolgt schrittweise ab Anfang 2017. Auf der Parzelle Fischenrüti sollen fünf Häuser mit je zehn Wohnungen auf drei Geschossen erstellt werden. Diese Häusergruppe eigne sich auch für ganz unterschiedliche Wohnformen, betont man bei der Trift AG. In unmittelbarer Nachbarschaft auf der Kuppe sind sechs um einen ovalen Platz gruppierte Holz­häuser mit je sechs Wohnungen vorgesehen. Dazu gehören zwei Waschhäuser mit Velounterständen.

Mobil ohne Auto

Zum Herzstück des neuen Quartiers aber wird das alte En­sem­ble an der Bergstrasse 78/80 mit dem Gärtnerhaus samt Garten und Bächlein und mit Scheune und Waschhaus. In der Scheune sollen eine Quartierbeiz, ein kleiner Lebensmittelladen und ein Saal für verschiedenste Anlässe eingerichtet werden. In dieser neuen Mitte ausdrücklich willkommen seien auch die Bewohner der umliegenden Quartiere. Durch das neue Quartier wird ein öffentlich zugänglicher Höhenweg führen – von der Birkenstrasse zum Eggweg. Die Lücke in der A3-Lärmschutzwand über der neuen Siedlung wird geschlossen.

Die künftigen Einwohner sollen grundsätzlich ohne eigenes Auto mobil sein: dank der nahen Postautolinie und dank Veloplätzen, E-Bike-Stationen und Carsharing-Stellplätzen, die eingerichtet werden. Dafür wird es auf dem bestehenden Feller-Parkplatz südlich der Mitte nur noch eine sehr beschränkte Anzahl Parkfelder geben: etwa für Besucher oder Haushalte mit behinderten Menschen.

Entwickelt worden war das Mobilitätskonzept unter Einbezug der Gemeinde. In einer nächsten Etappe will die Trift AG im Hang zwischen der Autobahn und der Feller AG in der Stotzweid gut 30 weitere Wohnungen sowie 3500 Quadratmeter vermietbare Fläche für Dienstleistungen und Gewerbe erstellen. Weil das dortige Bauterrain in der Industriezone liegt, ist dafür ein Gestaltungsplan erforderlich.

Erstellt: 31.03.2016, 08:40 Uhr

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