Wädenswil/Bern

Philipp Kutter bezieht seinen Platz im Nationalrat

Am Montag fuhr der Wädenswiler Stadtpräsident Philipp Kutter mit Verwandten und Freunden in die Bundesstadt. Dort wurde er als Nationalrat vereidigt.

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Am Morgen noch im Zürcher Kan­tons­rat und am Mittag schon auf dem Weg nach Bern. Philipp Kutter (CVP), Kantonsrat und Stadtpräsident von Wädenswil, trifft am Montag um 12.30 Uhr am Bahnhof von Zürich ein. Seine Familie wartet bereits und auch Freunde von HGV und Handballkollegen von früher.

Letztere haben­ sogar eigens für den Anlass ­T-Shirts mit der Aufschrift «Der Kutter kommt! Ahoi Bern» drucken lassen. Der Tross begleitet ihn nach Bern, wo seine Vereidigung zum Nationalrat ansteht.

Tipps von Ständerat

Im gleichen Waggon, in dem Philipp Kutter mit seinen Begleitern Platz nimmt, sitzt bereits Paul Rech­steiner (SP), Ständerat des Kantons St. Gallen. Schnell kommen sie ins Gespräch, denn Kutters Eltern kommen ursprünglich ebenfalls aus dem Kanton St. Gallen. Rech­steiner wünscht ihm alles Gute zu seinem neuen Amt. Mit einem Zwinkern fügt er an: «Am Anfang sind noch ­alle freundlich, aber dann muss man sich durchkämpfen.» Dessen ist Kutter sich bewusst. «Durch den Kantonsrat habe ich bereits Erfah­rung als Parlamentarier und bin davon überzeugt, dass ich davon profitieren kann.»

Ganz ohne Fragen tritt der 42-Jährige das Amt als Nationalrat jedoch nicht an. «Im Kantonsrat kann ich mich per Knopfdruck bei jedem Geschäft zu Wort melden. Wie das im Nationalrat läuft, muss ich erst noch herausfinden», sagt er. Rech­steiner weiss: «Die fünf Minu­ten Redezeit, die einem zur Verfügung stehen, muss man sich bei seinen Parteikollegen er­kämp­fen.» Man lerne, sich kurz zu halten. Im Verlauf des Gesprächs stellen Kutter und Rechsteiner fest, dass sie in der gleichen Kommission sind. Kutter wird in die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur eingeteilt. «Ich bin zufrieden damit», sagt er, auch wenn es nicht seine erste Wahl gewesen wäre. Hätte er wählen können, wäre er gerne in die Kommission Wirtschaft und Abgaben einge­treten. Am wenigsten liege ihm hingegen die Kommission für Rechtsfragen.

Platz zwischen Alphatieren

In Bern angekommen lotst Kutter seine Familie und Freunde zum Bundeshaus. Nervös vor der Vereidigung ist er nicht. «Ich komme mir eher vor wie an einem runden Geburtstag», sagt er. Denn rund 20 Personen sind gekom­men, um diesem wichtigen Ereignis in Kutters politischer Karriere beizuwohnen. Zu viele, um auf der Besuchertribüne Platz zu nehmen. Einige müssen im Bistro auf dem Bildschirm die Vereidigung verfolgen.

Kurz nach 14 Uhr betritt Kutter die Wandelhalle. Freundlich wird er von CVP-Nationalrätin Elisa­beth Schneider-Schneiter begrüsst. Sie führt ihn in den Parlamentssaal und zu seinem Platz, der vorher der ihrige war. Neben Kutter sitzen die Nationalräte Markus Ritter und Guillaume Barazzone. Ein Platz weiter Stefan Müller-Altermatt und hinter ihm Gerhard Pfister und Elisabeth Schneider-Schneiter. «Ich bin umgeben von Alphatieren», zeigt sich Kutter zufrieden mit seinem Platz.

Die Glocke läutet, die Sitzung beginnt. Die Vereidigung steht auf der Traktandenliste zuoberst. Kutters Werdegang als Politiker wird verlesen, und dann gilt es ernst. Er tritt vor den Ratspräsidenten, hebt seine rechte Hand zum Schwur und legt mit den Worten «Ich schwöre es» den Eid ab.

«Nicht zum Zuhören hier»

«Der Moment war einmalig für mich», sagt Philipp Kutter und fügt überwältigt hinzu: «Ich hätte nie erwartet, dass ich es mal so weit schaffe.» Das Wort werde er sich sicher im Nationalrat erkämpfen. «Ich bin nicht zum Zuhö­ren hierher gekommen», sagt Kutter. Er will sich aus aktuellem Anlass für die Erhaltung des Standorts Wädenswil der Agroscope einsetzen und sich für das Steuer-AHV-Paket einsetzen.

Sichtbar gelöst trifft er einige Minu­ten nach der Vereidigung seine Familie und Freunde im Bistro des Bundeshauses wieder. Gratulationen werden ausgesprochen. «Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Bundesrat», sagt ein Verwandter Kutters. «Die Wahrscheinlichkeit ist aber recht klein», antwortet Kutter. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.06.2018, 16:00 Uhr

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