Rüschlikon

Pflegezentrum Nidelbad soll einem Neubau weichen

Arealerneuerung rund um das Pflegezentrum Nidelbad in Rüschlikon: Die rund 90 Bewohner müssen für gut drei Jahre in ein Provisorium ziehen.

Da das heutige fünfstöckige Pflegezentrum in einer Wohnzone steht, in der nur dreistöckige Gebäude erlaubt sind, wird der Neubau äusserlich ziemlich anders daherkommen, als der gelbe Block, der derzeit das ganze Areal dominiert.

Da das heutige fünfstöckige Pflegezentrum in einer Wohnzone steht, in der nur dreistöckige Gebäude erlaubt sind, wird der Neubau äusserlich ziemlich anders daherkommen, als der gelbe Block, der derzeit das ganze Areal dominiert. Bild: Manuela Matt

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Nur rund ein halbes Jahr, nachdem die Bewohner des Abegg-Huus in Rüschlikon nach zwei Jahren im Provisorium den Neubau beziehen konnten, beginnt bereits die Planung eines weiteren Pflegeheim-Neubaus. Dieses Mal steht das Pflegezentrum Nidelbad im Fokus. «Auf dem Nidelbad-Areal in Rüschlikon stehen grosse Veränderungen bevor», sagt Moritz Gautschi, Geschäftsleiter des christlichen Vereins Diakonie Nidelbad, der sich seit über 100 Jahren sozial engagiert und für den Pflegebetrieb zuständig ist.

Im Rahmen einer umfassenden Arealerneuerung soll das bestehende Pflegezentrum — ein Gebäude aus den späten 60er-Jahren, das rund 120 Pflegebedürftigen Platz bietet — abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Neben dem Hauptgebäude sollen auch das Gebäude Hofegg, das unter anderem Gautschi als Büro dient, sowie zwei weitere Gebäude den Neubauten weichen. Langfristig wird auch die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gästehauses angestrebt, in dem neben dem Hotelbetrieb auch Deutschkurse und Treffpunkte für Immigranten angeboten werden.

Ausbau der Postakutpflege

Ein Neubau sei nötig, da das jetzige Pflegezentrum nicht mehr den heutigen Standards entspreche, sagt Gautschi. «Bisher gibt es nur Zweierzimmer, manche davon verfügen nicht über eine eigene Nasszelle.» Zudem seien die Zimmer eher spitalmässig ausgerichtet und weniger als Wohnraum konzipiert. «Mit einem Neubau können nicht nur die Bedürfnisse der Bewohner, sondern auch die Bedürfnisse der Pflege besser berücksichtigt werden», sagt der Geschäftsleiter. Hinzu käme, dass durch die Erneuerung der Infrastruktur das Angebot des Pflegezentrums — gerade im Bereich der Postakutpflege — gezielter ausgebaut werden könne.

«Wir werden die Schliessung schrittweise vollziehen und wollen dafür sorgen, dass sowohl Bewohner eine Anschlusslösung haben.»Moritz Gautschi, Geschäftsleiter des christlichen Vereins Diakonie Nidelbad

Neben der allgemeinen Alters- und der Demenzpflege würden in Zukunft mehr Betten mit Personen belegt, die im Wachkoma liegen, künstlich beatmet oder via Sonde ernährt werden müssen. Bereits jetzt sind zehn Betten durch solche Patienten besetzt. In Zukunft soll die Abteilung auf 30 Betten aufgestockt werden. Der Rest der rund 90 Betten, welche der Neubau bieten soll, würde zu gleichen Teilen auf die allgemeine Alters- und auf die Demenzpflege aufgeteilt. «Der Ausbau der Postakutpflege ist eine Herausforderung, da die Pflege der Patienten technisch anspruchsvoller ist als in den anderen Bereichen», sagt Gautschi. Gerade für Auszubildende sei dies jedoch sehr attraktiv. Ausserdem könnten durch den Ausbau der Abteilung mehr Stellen geschaffen werden, da diese Patienten sehr viel Pflege benötigen.

Bewohner ziehen in Provisorium

Da das heutige fünfstöckige Pflegezentrum in einer Wohnzone steht, in der nur dreistöckige Gebäude erlaubt sind, wird der Neubau äusserlich ziemlich anders daherkommen, als der gelbe Block, der derzeit das ganze Areal dominiert. «Der Neubau soll ein Teil des Quartiers werden», sagt Gautschi. Genaue Konzepte bestehen noch nicht. Noch vor den Sommerferien startet allerdings der Architekturwettbewerb, der im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen sein sollte. Voraussichtlich werden die momentan 90 Bewohner 2021 ein Provisorium beziehen.

Wie genau dieses aussieht, ist derzeit noch unklar. «Wir sind aber bereits in Kontakt mit mehreren Institutionen in der weiteren Umgebung», sagt Moritz Gautschi. Der Geschäftsleiter rechnet damit, dass der Neubau im Verlauf des Jahres 2024 abgeschlossen sein wird. Zu den Kosten kann er momentan noch keine genauen Angaben machen. Das Grossprojekt wird jedoch voraussichtlich mehrere Millionen Franken kosten.

Schliessung des Standorts Zürich

Neben der Arealentwicklung Rüschlikon stehen bei der Diakonie Nidelbad noch weitere Veränderungen an. So soll der Verein per 1. Januar 2021 in eine Stiftung überführt werden. Dies auch aufgrund einer Abnahme der Vereinsmitglieder, welche meist das Pensionsalter schon überschritten haben.

Einschneidender ist jedoch die Schliessung des Pflegezentrums Erlenhof in der Stadt Zürich, welche rund 60 Bewohner und gut 100 Mitarbeitende betrifft. «Wir werden die Schliessung schrittweise vollziehen und wollen dafür sorgen, dass sowohl Bewohner wie auch Angestellte eine Anschlusslösung haben», sagt Gautschi. Nötige Sanierungsmassnahmen, der ungeeignete Standort an der Lagerstrasse und ein generelles Überangebot an Pflegebetten in der Stadt Zürich führte zum Entscheid, das Pflegezentrum noch in diesem Jahr zu schliessen. Das Gebäude bleibt jedoch in der Hand der Diakonie Nidelbad. Wie das Gebäude in Zukunft genutzt wird und ob es allenfalls als Provisorium für Pflegebetriebe im Umbau dienen könnte, wird derzeit noch abgeklärt.

Erstellt: 05.07.2019, 14:59 Uhr

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