Wädenswil

Pfadi nach Feuer-Unfall tief betroffen

Hat der Pfadi-Unfall von Wädenswil ein rechtliches Nachspiel? Die Zürcher Jugendanwaltschaft trifft Abklärungen zum Vorfall mit Brandbeschleunigern.

Verletzte bei Pfadi-Übung: Bei dieser Feuerstelle in einem Wald bei Wädenswil kam es zum schweren Feuer-Unfall.

Verletzte bei Pfadi-Übung: Bei dieser Feuerstelle in einem Wald bei Wädenswil kam es zum schweren Feuer-Unfall. Bild: PD/Kapo ZH

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Nach wie vor sitzt der Schock tief bei den Pfadfindern. Am Wochenende hatten sich drei Kinder in einem Wald in der Au beim Entfachen von Feuer mit Hilfe von Brandbeschleunigern verletzt. Sie zogen sich teils schwere Verbrennungen zu. Am Montag bezeichnete die Polizei deren Gesundheitszustand als «stabil» und den «Umständen entsprechend gut». Die Heilung dürfte aber einige Zeit in Anspruch nehmen.

Gedanken bei Opfern

«Mit unseren Gedanken sind wir bei den betroffenen Kindern und ihren Familien», sagt Lea Halter, Pressesprecherin der Pfadi Züri. Die Pfadi Züri halt als Dachorganisation aller Zürcher Pfadi-Organisationen die Kommunikation zum Vorfall übernommen. Man arbeite eng mit der Kantonspolizei Zürich zusammen, um den Vorfall aufklären zu können. Details will sie aufgrund der laufenden Ermittlungen keine nennen. Die Jugendanwaltschaft trifft nun die «rechtlichen Abklärungen» zum Vorfall, will sich aber aufgrund der derzeit laufenden Befragungen der Polizei ebenfalls nicht äussern.

Ausbildung prüfen

Nach Polizeiangaben ist in der Zwischenzeit aber klar: Bei einem der Verletzten, dem 16-Jährigen, handelt es sich um einen Leiter der Pfadiübung. Pfadi-Sprecherin Halter betont, der sichere Umgang mit Feuer werde in der Ausbildung der Leiter, aber auch mit den teilnehmenden Kindern immer wieder thematisiert. Die Pfadi hat zum Thema Sicherheit eigens ein Merkblatt konzipiert, das etwa den Einsatz von Brennsprit verbietet. Auch Anzündwürfel müssten kontrolliert eingesetzt werden. Im Merkblatt heisst es zudem: «Du bist als Pfadileiter dafür verantwortlich, dass diese Regeln in deinem Verantwortungsbereich eingehalten werden.» Appelliert wird an die Pfadi-Leiter: «Verantwortung bedeutet auch, dass du für einen Unfall, der auf Nicht-Einhalten dieser Regeln zurückzuführen ist, geradestehen musst».

«Verantwortung bedeutet auch, dass du für einen Unfall, der auf Nicht-Einhalten dieser Regeln zurückzuführen ist, geradestehen musst.»Aus einem Pfadi-Merkblatt zum Thema Sicherheit

Die Pfadi will nach Abschluss der Untersuchung die richtigen Schlüsse ziehen, um in der Leiterausbildung die Lehren aus dem Wädenswiler Fall einfliessen zu lassen. Auch weil das Element Feuer seit Jahr und Tag zur Pfadibewegung gehört. Feuer sei Teil vieler Pfadi-Rituale sagt Halter. «Umso schlimmer, dass nun ein solcher Unfall passiert. Aber 100-prozentige Sicherheit gibt es leider keine.»

Für Schäden versichert

Die einzelnen Pfadi-Organisationen im Kanton Zürich, aber auch die Dachorganisation Pfadi Züri verfügen über Haftpflicht- und Unfallversicherungen für den Schadenfall. Versichert sind sowohl Personenschäden, als auch Sachschäden bis zu seiner Summer von 5 Millionen Franken. Sprecherin Halter sagt, man habe nun damit begonnen, den Vorfall auch administrativ aufzuarbeiten und die entsprechenden Abklärungen mit den Versicherungen zu treffen. Die lokale Pfadi Wädenswil Richterswil Au werde dabei unterstützt.

Zum ernsten Vorfall kam es unweit des Pfadiheims Langwis in der Au.

Kein Einzelfall

Schweizweit sind rund 47’000 Personen in der Pfadi aktiv. Gemessen an der Teilnehmerzahl kommt es zu wenigen schweren Vorfällen, die öffentlich bekannt wurden. Trotzdem gibt es immer wieder Unfälle im Umgang mit Feuer und gefährlichen Stoffen. 2012 erleiden in einem grossen Pfadilager zwei 11-jährige Knaben schwerste Verbrennungen, weil sie selbst mitgebrachten Brennsprit in die Flammen schütteten. 2008 verstarb ein Pfadfinder weil ein selbstgebastelter Sprengsatz mit Schwarzpulver zu früh explodierte.

Erstellt: 20.05.2019, 15:44 Uhr

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