Horgen

Parteien forderten Auskunft im Horgner Schulstreit

An der Gemeindeversammlung beschäftigten den Gemeinderat zwei Anfragen. Die Horgner Parteien verlangten Informationen zur Situation in der Schulpflege. Zu reden gaben auch die Pläne um das Altersheim Neu-Tödi.

Die Situation rund um Schulpräsidentin Carla Loretz war Thema an der Gemeindeversammlung.

Die Situation rund um Schulpräsidentin Carla Loretz war Thema an der Gemeindeversammlung. Bild: Manuela Matt

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Die angespannte Situation in der Schulpflege Horgen war an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag Thema. Die Interparteiliche Konferenz Horgen (IPK), der alle Parteien angehören, verlangte in dieser Causa mehr Informationen vom Gemeinderat und reichte vorgängig eine entsprechende Anfrage ein.

Der Gemeinderat und Mitglieder der Schulpflege sind dieses Jahr separat an den Bezirksrat gelangt. Sie werfen der Schulpräsidentin Carla Loretz (parteilos) unter anderem fehlende Transparenz und Kommunikation vor. Das Verfahren ist hängig .

Die IPK wollte vom Gemeinderat nun wissen, welche Massnahmen bisher ergriffen wurden, und was diese gebracht haben. Gerda Koller (CVP), Stellvertreterin des Ressorts Bildung, verlas die schriftliche Antwort des Gemeinderats. «Als Massnahme wurde, wie im September mitgeteilt, die Schulpräsidentin im Bereich Finanzen entlastet», sagte Koller. Zudem habe die Schulpflege Massnahmen im Bereich der Kommunikation getroffen.

Auch Mitarbeitergespräche führe Carla Loretz nicht mehr alleine. Ein Beurteilungsteam übernimmt neu diese Aufgabe. «Für die Entlastung des Schulsekretariats wird neu ein Springer in einem 80 Prozent Pensum eingesetzt», sagte Koller. Ob diese Vorkehrungen ausreichen, müsse nun der Bezirksrat entscheiden. «Nicht ausgeschlossen sind weitere Massnahmen, die dann aber zur Neuausrichtung der Organisation der Schulpflege führen würden», sagte sie.

Horgner wollten nicht diskutieren

Die IPK wollte weiter wissen, wie der Gemeinderat zu den Vorwürfen steht, welche Carla Loretz in dieser Zeitung geäussert hatte. Die Anschuldigung: Der Gemeinderat habe sie vorverurteilt. «Wir weisen diesen Vorwurf entschieden zurück», antwortete Gerda Koller. Die Kommunikation des Gemeinderates sei stets angemessen und nie vorverurteilend oder verletzend gewesen.

Zuletzt erkundigte sich die IPK nach der finanziellen Lage der Schule und ob es Anzeichen gebe, dass das Budget 2019 im Bereich Bildung wesentlich überschritten worden sei. Gemäss Antwort des Gemeinderats habe der Finanzausschuss im April und im Oktober diesbezüglich eine Überprüfung durchgeführt. «Hinsichtlich der Finanzen im Bereich der Schule zeigte sich dabei eine grundsätzliche Wirksamkeit der ergriffenen Massnahmen», verlas Koller. Die prognostizierten Mehraufwände von 1,7 Millionen Franken hätten sich nun auf 1,2 Millionen verkleinert. Carla Loretz selbst äusserte sich am Donnerstag nicht.

SVP-Präsidentin Kerstin Steiner, welche im Namen der IPK die Anfrage einreichte, gab sich mit der Antwort des Gemeinderates nur teilweise zufrieden. Sie forderte deshalb, die Diskussion zu eröffnen. Die 490 anwesenden Stimmberechtigten im Schinzenhof lehnten diesen Antrag allerdings deutlich ab.

Pflegezentrum bis 2024

Am Donnerstag beantwortete der Gemeinderat auch eine Anfrage zur Bautätigkeit des Altersheim Neu-Tödi im Oberdorf. Zur Erinnerung: Im Gebiet Tödi soll eine Überbauung mit rund 180 Wohnungen, einem Restaurant, sowie einem Doppel-Kindergarten und zwei Krippen entstehen. Weiter ist in dem Gebiet ein neues Pflegezentrum als Ersatz für das heutige Altersheim Tödi geplant.

Mit ihrer Anfrage wollte eine Anwohnerin vom Gemeinderat wissen, wann der Ersatzbau für das Tödiheim realisiert werdeund inwiefern der Gemeinderat im Neu-Tödi über ein Mitspracherecht verfügt.

Hans-Peter Brunner (FDP), Vorsteher Ressort Gesellschaft, verlas die Stellungnahme des Gemeinderats: «Der komplexe Bauprozess hat volle Fahrt aufgenommen und ist nicht mehr zu stoppen. Der Baubeginn ist im nächsten Herbst vorgesehen.» Der 2018 abgeschlossene Baurechtsvertrag zwischen der Gemeinde und der Baugenossenschaft Zurlinden verpflichte diese zum Bau «einer Pflegeeinrichtung mit rund 60 Pflegeplätzen.» Zudem habe die Gemeinde Einsitz in der Baukommission.

Weiter führte Brunner aus, dass die Gemeinde Mitte Januar 2020 mit dem Baugesuch für jene Parzelle rechnet, auf der das neue Pflegezentrum entstehen soll. Der Zeitpunkt der Realisierung hänge jedoch davon ab, ob noch Rekurse erhoben werden. «Im Optimalfall ist das untere Baufeld mit 40 Wohnungen, dem Doppel-Kindergarten und den beiden Kinderkrippen im Herbst 2022 bezugsbereit.» Das Pflegezentrum könne voraussichtlich im Herbst 2024 bezogen werden. (fpr/hid))

Erstellt: 06.12.2019, 15:35 Uhr

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