Wädenswil

Parlament sagt Ja zum Gestaltungsplan Au-Park

Der Gemeinderat setzte am Montagabend den privaten Gestaltungsplan Au-Park fest. GLP und Grüne wollen nun das Referendum ergreifen.

So soll es im Au-Park künftig aussehen.

So soll es im Au-Park künftig aussehen. Bild: Visualisierung / pd

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Die Gemeinderatssitzung vom Montagabend versprach einmal mehr und bereits im Vorfeld lebhafte Diskussionen zum Projekt Au-Park. Diese versiegen auch nach dem Parlamentsentscheid noch nicht.

Der Stadtrat hatte dem Gemeinderat in zwei inhaltlich miteinander verknüpften Weisungen unterbreitet, sowohl eine Teilrevision der Nutzungsplanung als auch einen privaten Gestaltungsplan für den Au-Park festzusetzen. Der von der Grundstückeigentümerin, der Intershop Holding AG, ausgearbeitete Gestaltungsplan sieht vor, das ehemalige Industrieareal des Au-Centers in der Nähe des Bahnhofs Au einer neuen Nutzung zuzuführen: 300 Wohnungen, Gewerbeflächen und die Kantonsschule Zimmerberg sollen hier entstehen. Voraussetzung dafür ist die Umzonung des Areals von der heutigen Industriezone C in die Mischzone Wohnen mit Gewerbe.

Kantonsschule in Horgen

Hansjörg Schmid (SP), Präsident der Raumplanungskommission (RPK), erwähnte die Befürchtung der Örtler, der Au drohe eine «Monsterüberbauung mit Hochhäusern». «Der Bau von Hochhäusern ist vom Tisch», sagte er. Schmid erwähnte zudem, dass die Grundstückeigentümerin einen Mehrwertausgleich von 25 Prozent, also fünf Millionen Franken, an die Stadt zahlen würde. Dieser würde in bezahlbaren Wohnraum im Au-Park investiert. Ratsmitglieder aus der Au äusserten sich kritisch zum Gestaltungsplan. Die bürgerlichen Parteien SVP, BFPW und die CVP unterstützten die Weisungen. Roy Schärer (SVP) begrüsste den Gestaltungsplan im Namen seiner Fraktion. Der kurze Schulweg würde für Jugendliche aus dem Bezirk die Hürde senken, das Gymnasium zu besuchen.

Die Grünen und die GLP kündigten ein Referendum an, würde die Weisung angenommen. Die Kantonsschule solle etwa in der Allmend in Horgen zu stehen kommen, wo der Kanton mit dem Bau sofort beginnen könne, sagte Pierre Rappazzo (GLP). In Wädenswil vergebe man das letzte grosse Industriegebiet am See, das finanzstarke Unternehmen anlocken könne. Heini Hauser (SVP), Stadtrat Planen und Bauen, sagte: «Bei einem Nein gibt es keine zweite Chance für eine Kantonsschule in Wädenswil.» Die Weisungen wurden mit 21 Stimmen bei sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen.

Kredit für Schule genehmigt

Ein weiterer Punkt auf der Traktandenliste war die Weisung zur Erweiterung des Schulraums und dem Bau einer Sporthalle in der Schulanlage Ort, ebenfalls im Ortsteil Au. Hierbei ging es um die Frage, ob der Gemeinderat den Projektierungskredit von 450000 Franken genehmigt. Der Stadtrat bevorzugt die Variante «Schulraum auf Sporthalle» mit einer ins Erdreich eingelassenen Dreifachturnhalle. Diese könne zukünftig auch von der Kantonsschule genutzt werden. Alle Parteien unterstützten die Weisung.

Diskussionen gab es lediglich darüber, ob den Planungsverantwortlichen eine Kostenobergrenze von 18 Millionen Franken auferlegt werden solle. Die behandelnde Sachkommission sei mehrheitlich für diese finanzielle Zielvorgabe, sagte deren Präsidentin Charlotte Baer (SVP). GLP, FDP, BFPW und SVP waren für das Kostendach, während Grüne, EVP, SP und CVP dieses ablehnten. «Die Zielgrösse ist scheinheilig und aus der Luft gegriffen. Es handelt sich nicht um ein Luxusprojekt», sagte Joël Utiger (CVP). Anderer Meinung war Hanspeter Andreoli (BFPW). Das Projekt sei nicht wesentlich günstiger als ein vom Rat abgelehntes Vorgängerprojekt aus dem Jahr 2016. Ein Kostendach sei nun unbedingt nötig. In der Abstimmung wurde die finanzielle Zielvorgabe für die Variantenstudie mit 15 zu 14 Stimmen abgelehnt. Den Kredit genehmigte der Rat derweil einstimmig.

Erstellt: 08.07.2019, 23:13 Uhr

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