Adliswil

Unterstützt die Stadt Adliswil bald auch private Kitas?

Die Stadt Adliswil soll private Kindertages­stätten unterstützen. Dies hat der Stadtrat im Juni beantragt. Der Grosse Gemeinde­rat wird am Mittwoch darüber debattieren.

Auch Eltern von Kindern in privaten Tagesstätten sollen in Adliswil mit sogenannten Betreuungsgutscheinen künftig Subventionen erhalten.

Auch Eltern von Kindern in privaten Tagesstätten sollen in Adliswil mit sogenannten Betreuungsgutscheinen künftig Subventionen erhalten. Bild: Symbolbild/Keystone

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Über 330 Kinder besuchten Ende 2017 in Adliswil eine Tagesstätte. Doch nicht bei allen wird die Betreuung von der Stadt finanziell unterstützt. In Adliswil gibt es neun private Kindertagesstätte, das städtische Kinderhaus Werd sowie einen Tageselternverein. Die letzteren beiden erhalten einen finanziellen Zustupf von 450 000 Franken. Eltern, die ihre Kinder in einer privaten Kindertagesstätte betreuen lassen, bekommen hingegen keine Subventionsbeiträge.

Es kommt immer wieder vor, dass das städtische Kinderhaus Werd über keine freien Plätze mehr verfügt und die Eltern gezwungen sind, ihre Kinder in private Tagesstätte zu bringen und dafür mehr zu bezahlen. Der Stadtrat will dies nun ändern und hat im Juni beim Grossen Gemeinderat finanzielle Unterstützung für Kinder in privaten Kitas in Form sogenannter Betreuungsgutscheine beantragt. Der Gemeinderat entscheidet am Mittwoch darüber.

Uneinigkeit bei Lohngrenze

Mit Betreuungsgutscheinen will der Stadtrat für Chancengleichheit sorgen. Eltern können eine Kita ihrer Wahl innerhalb von Adliswil suchen und erhalten die Subvention direkt von der Stadt. In anderen Gemeinden wie Kilchberg, Horgen oder Rüschlikon wurden Betreuungsgutscheine bereits eingeführt oder deren Einführung beschlossen.

Die Höhe der Unterstützung hängt vom Einkommen der Eltern ab. Bei einem steuerbaren Jahressalär bis 32 000 Franken würde die Stadt Adliswil bei Kindern über 18 Monaten 95 Franken pro Tag übernehmen, bei jüngeren gar 150 Franken. Bei einem Einkommen von 94 000 Franken hingegen beträgt die Subvention bei über 18 Monate alten Kindern lediglich zwei Franken pro Tag. Ab einem steuerbaren Einkommen von 95 000 Franken oder einem Vermögen von 300 000 Franken sollen keine Gutscheine mehr vergeben werden.

Über die Höhe des maximalen Einkommens, das für Betreuungsgutscheine berechtigt, herrscht im Vorfeld der Gemeinderatssitzung Uneinigkeit. Drei Parlamentarier aus FDP, EVP und den Freien Wählern möchten das Maximaleinkommen bei 80 000 Franken fixieren. Sie haben einen Änderungsantrag beim Gemeinderat gestellt. Auch die Sachkommission unter der Leitung von Stefan Neubert (GLP) hat Änderungen am Antrag des Stadtrats vorgeschlagen. Unter anderem will er, dass der Stadtrat acht Jahre nach der Einführung von Betreuungsgutscheinen einen Bericht über deren Erfolg erstellt.

FDP äussert Skepsis

Für die Betreuungsgutscheine rechnet der Stadtrat mit einem Aufwand von rund 1,13 Millionen Franken. Bei einer Annahme würden jedoch die Subventionierungen für das Kinderhaus Werd und für den Tageselternverein von 450 000 Franken entfallen. Effektiv käme es daher zu einem Mehraufwand von rund 680 000 Franken. Kritisiert hat den Antrag bisher vor allem die FDP. Wie die Partei mitteilt, begrüsse sie die Betreuungsgutscheine zwar, stünde der Vorlage aber auch skeptisch gegenüber. «Die Gutscheine könnten falsche Anreize für Zweitverdiener, meist Mütter, setzen, für die sich wegen der starken Progression nur tiefe Pensen lohnen würden», sagt Gemeinderat Patrick Sager.

Zudem dürfe man die Betreuungssubventionen nicht isoliert betrachten, sondern müsse auch andere Massnahmen auf kantonaler und Bundesebene sowie den demografischen Wandel berücksichtigen. «Es ist sehr gut möglich, dass die Betreuungsgutscheine dadurch bald überflüssig werden», sagt er. Entsprechend erachte es die FDP für sinnvoll, Betreuungsgutscheine nur für einen bestimmten Zeitraum einzuführen. «Denn einmal eingeführte Subventionen lassen sich kaum mehr abschaffen», sagt Sager.

Falls der Gemeinderat den Antrag am Mittwoch annimmt, muss das Stimmvolk ebenfalls darüber entscheiden.

Öffentliche Gemeinderatssitzung, am Mittwoch, 7. November, 19 Uhr, Aula Schulhaus Hofern, Sonnenbergstrasse 28-30, Adliswil.

Erstellt: 05.11.2018, 17:03 Uhr

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