Adliswil

Parlament befürwortet millionenteure Hallenbadsanierung

Dass das Adliswiler Hallenbad saniert werden muss, war am Mittwochabend im Grossen Gemeinderat unbestritten. Dennoch gab die 26-Millionen-Vorlage Anlass zu Diskussionen.

Das Adliswiler Hallenbad wurde im Jahr 1974 erstellt. Eine umfassende Sanierung der Haus- und Badewassertechnik hat es seither nie gegeben. Nun geschieht dies ab 2019.

Das Adliswiler Hallenbad wurde im Jahr 1974 erstellt. Eine umfassende Sanierung der Haus- und Badewassertechnik hat es seither nie gegeben. Nun geschieht dies ab 2019. Bild: Moritz Hager

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Es wird in Adliswil schon fast zur Gewohnheit: Wenn über ein Bauprojekt abgestimmt wird, liegen die Kosten im zweistelligen Millionenbereich. Beispiele dafür sind das Stadthaus, das Schulhaus Dietlimoos oder der Bushof, die zusammen mit rund 72 Millionen Franken zu Buche schlagen.

Nun kommt eine weitere grosse Kiste hinzu. Das Parlament hat am Mittwochabend einstimmig Ja gesagt zum Umbau und zur Sanierung des Hallenbads. Das Vorhaben kostet die Stadt weitere 25,8 Millionen Franken. Über dessen Notwendigkeit war man sich an der Ratssitzung gestern Abend einig. Die Badewassertechnik sei hoffnungslos veraltet und die Becken seien leck, sagte Stefan Neubert stellvertretend für die CVP/GLP-Fraktion. Eine Sanierung sei deshalb dringend nötig. «Adliswil braucht eine gute Infrastruktur und dazu gehört ein Hallenbad», betonte SP-Fraktionschef Wolfgang Liedtke seinerseits. Die SP unterstütze das Vorhaben vorbehaltlos.

Kostenaufteilung kritisiert

Auch die Grünen waren des Lobes voll. Das Projekt sei kein Flickwerk, sondern durchdacht. «Am liebsten würden wir das Hallenbad sogar noch vergrössern», sagte Marianne Oswald (Grüne).

Zwar auch befürwortend, aber weit weniger euphorisch zeigten sich die Freien Wähler. So kritisierte Gemeinderat Heinz Melliger die Aufteilung der Kosten. Gemäss der Vorlage des Stadtrats gelten nämlich vom Gesamtbetrag rund 17,5 Mio. Franken als gebundene Ausgaben für die Sanierung der bestehenden Hallenbadinfrastruktur. Der Grosse Gemeinderat konnte gestern darum nur über 2,1 Mio. Franken ungebundene Ausgaben abstimmen. Dazu kam ein Kredit von 7,3 Mio. Franken für den Umbau des Längsgebäudes, in dem sich heute die Freibadgarderoben und das Fitnesscenter Pitsch befinden.

Doch nach Ansicht der Freien Wähler kann der Teil Hallenbadsanierung nicht als gebunden angesehen werden, «denn die Sanierung ist mehr als ein Ersatz der technischen Einrichtung. Sie erhöht die Komfortstufe», argumentierte Melliger. So gesehen übersteige der Betrag der ungebundenen Ausgaben die gemeinderätliche Kompetenz. Darum beantragten die Freien Wähler, dass das Projekt an die Urne kommt.

Vor Verzögerung gewarnt

SVP-Präsident Sebastian Huber bezeichnete diesen Antrag als «sinnlos», da das Stimmvolk nicht über die Kostenaufteilung abstimmen könne. «Es würde das Projekt nur verzögern.» So sah es auch Reto Buchmann, Präsident der FDP/EVP-Fraktion. Wenn der Gemeinderat seine Kompetenz nicht wahrnehme, könne er sich gleich selber abschaffen, meinte er. Buchmanns Parteikollege und RPK-Präsident Thomas Iseli verteidigte die Kostenaufteilung des Stadtrats. Sie sei gesetzlich gestützt. Kritisch äusserte er sich dazu, dass die Freien Wähler ihren Antrag nie in die RPK hineingetragen hätten.

Das störte auch Walter Uebersax (CVP), der mit Seitenhieben nicht sparte: «Es scheint bei den Freien Wählern langsam dazuzugehören, die Opposition zu ergreifen. Dabei wurden sie gewählt, um die Interessen des Volks zu vertreten.» Dazu gehöre die Hallenbadsanierung. Der Antrag für eine Urnenabstimmung scheiterte schliesslich mit 28 zu 4 Stimmen.

Läuft alles nach Plan, wird die Sanierung zwischen 2019 und 2021 vollzogen. Während dieser Zeit wird das Hallenbad während rund eines Jahres geschlossen sein. Die Schulen sollen ihren Schwimmunterricht dann im Hallenbad Schweikrüti in Gattikon abhalten können. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.10.2018, 23:31 Uhr

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