Richterswil

Paracelsus kooperiert mit Spital Einsiedeln

Das Paracelsus-Spital in Richterswil spannt mit dem Spital Einsiedeln zusammen und baut ein chirurgisches Versorgungsnetzwerk auf.

Die Verantwortlichen des Richterswiler Paracelsus-Spitals gaben am Donnerstagabend Auskunft über die künftige Positionierung des Spitals.

Die Verantwortlichen des Richterswiler Paracelsus-Spitals gaben am Donnerstagabend Auskunft über die künftige Positionierung des Spitals. Bild: Archiv ZSZ

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vom ökonomischen Druck, der derzeit auf den Kleinspitälern lastet, ist auch das Paracelsus Spital in Richterswil nicht verschont. Daraus machten die Teilnehmer des Ärzte- und Netzwerkanlasses des Paracelsus-Spitals am Donnerstagabend auch keinen Hehl. Rund 30 Ärzte, Belegärzte, Hausärzte, Zuweisen und Partner haben sich auf Einladung des Spitals in der Jugendherberge Richterswil getroffen. Dort gab Jürgen Robe einen Ausblick auf die zukünftige Positionierung des Spitals. Robe führte die Klinik bis Ende Oktober interimistisch und ist Arzt und CEO der NSN medical AG, der Besitzerin des Paracelsus Spitals.

«Wir bauen in Kooperation mit dem Spital Einsiedeln ein neues chirurgisches Versorgungsnetzwerk auf», sagte Robe. Ziel sei es damit die Chirurgische Versorgung anzubieten, die jeweils auch zum Spital passe. Komplexe Fälle könnten auf diese Weise dort behandelt werden, wo es sinnvoll sei. Grundsätzlich befinde sich für die Bevölkerung die Basis in Richterswil, so dass die Patienten keine weiten Wege auf sich nehmen müssen.

Das Paracelus-Spital peilt ein chirurgisches Versorgungsnetzwerk mit dem Spital Einsiedeln (im Bild) an. Bild: Keystone.

Grundsätzlich möchte das Paracelsus-Spital die integrative Medizin stärker positionieren. Darunter versteht man die fachärztliche Behandlung von Patienten in Ergänzung mit komplementärmedizinischen Massnahmen und Therapien. Gelingen soll dies mit Hilfe von Jennifer van Düren, die am 1. November ihr Amt als Spitaldirektorin angetreten hat.

Sie verbindet gerne

Anthroposophische Medizin werde häufig salopp auch als Voodoomedizin oder Kügelidreher bezeichnet, sagte die neue Klinikleiterin Jennifer van Düren. Doch das Paracelsus Spital sei viel mehr als der kleine schwarze Punkt in der Mitte, den van Düren zuvor auf das Flipchart gemalt hat. «Blenden Sie den Punkt aus und fokussieren sie sich auf den weissen Raum um den Punkt», forderte van Düren das Publikum auf. Denn in diesem seien unendlich viele Möglichkeiten, die sich verbinden lassen. «Ich verbinde für mein Leben gerne», sagte die Spitaldirektorin. Angefangen habe sie mit dem Verbinden von Wunden. Heute verbinde sie Medizin mit Ökonomie, Schulmedizin mit Naturwissenschaft und auch das Paracelsus Spital mit der Region und der Bevölkerung.

«Anthroposophische Medizin wird häufig salopp auch als Voodoomedizin oder Kügelidreher bezeichnet.»
Jennifer van Düren, Klinikleiterin

Ein Anliegen, das auch Jürgen Robe am Herzen liegt. Denn auch heute noch sei in den Köpfen der Bevölkerung das Paracelsus-Spital als anthroposophisches Spital abgespeichert. «Wir sind aber viel mehr als das», sagte Robe. «Unsere Basis ist die Schulmedizin.» Von dieser aus könne die Bevölkerung drei Wege gehen. Man erhalte erstens als Patient die Standards wie in jedem Spital oder wähle zweitens zur konventionellen Medizin die Komplementärmedizin dazu. Häufig werde Letztere bei chronischen Erkrankungen angewendet. Entstehen würde so ein Behandlungsmosaik mit anthroposophisch erweiterter Medizin. Die dritte Kategorie von Patienten fokussiere hingegen auf einen bestimmten Teil der Komplementärmedizin und lehne die Basismedizin zum Beispiel in Form einer Chemotherapie, ab. «Hier müssen wir selbstverständlich von Fall zu Fall abwägen, inwieweit wir diese Entscheidung tragen können oder wie zum Beispiel im Fall der Geburtshilfe eben nicht», sagte Robe.

Vorgestellt hat sich am Donnerstagabend auch Michael Maasberg, der seit Juni am Paracelsus Spital als Ärztlicher Leiter und als Leiter der gemeinsamen Abteilung für Onkologie und Inneren Medizin tätig ist. Sein Herzenswunsch sei es, mit dem geplanten Ausbau der Palliativmedizin in diesem Bereich die neue Hochburg am linken Zürichseeufer zu werden. «Die Menschen sollen gerne zu uns kommen und gut aufgehoben sein.»





Erstellt: 08.11.2019, 14:36 Uhr

Artikel zum Thema

Neue Spitaldirektorin für das Paracelsus-Spital

Richterswil Der Verwaltungsrat des Paracelsus-Spitals in Richterswil hat Jennifer van Düren als neue Direktorin gewählt. Mehr...

Statt einer Ideologie soll der Patient im Zentrum stehen

Richterswil Trotz Spezialisierung in Integrativer Medizin bleibt die Chirurgie Teil des Richterswiler Spitals. Mehr...

Paracelsus-Spital verliert seinen Direktor

Richterswil Jens Weber verlässt nach fünf Jahren als Direktor das Paracelsus-Spital. Das schreibt das Spital in einer Medienmitteilung. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben