Richterswil

Paracelsus-Spital verliert eine Partnerklinik

Die Etzelclinic trennt sich vom Paracelsus-Spital Richterswil. Die auf Gelenkchirurgie spezialisierte Klinik wechselt zum Spital Lachen. Unterdessen hat das Paracelsus-Spital erste Massnahmen zum Personalabbau vorgenommen.

Einen Rückschlag im Umstrukturierungsprozess hinnehmen muss das Paracelsus-Spital in Richterswil: Die auf Orthopädie spezialisierte Etzelclinic ­beendet die Zusammenarbeit.

Einen Rückschlag im Umstrukturierungsprozess hinnehmen muss das Paracelsus-Spital in Richterswil: Die auf Orthopädie spezialisierte Etzelclinic ­beendet die Zusammenarbeit. Bild: Archiv Manuela Matt

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Neues Ungemach für das Paracelsus-Spital in Richterswil: Drei Wochen nach dem angekündigten Abbau von rund 20 Stellen hat die private Etzelclinic AG in Pfäffikon SZ den Belegarztvertrag mit dem Spital für beendet erklärt. Die Klinik geht eine enge Zusammenarbeit mit dem Spital Lachen ein, wie Jan Leuzinger, leitender Arzt der Etzelclinic, bestätigt: «Das Spital Lachen hat uns eine richtige Partnerschaft vorgeschlagen, die uns auch mehr Einfluss auf Personal und den Spitalbetrieb gibt als in Richterswil.»

Dort hatte seine Klinik nur einen Belegarztvertrag ohne weitere Verpflichtungen. Der Vertrag mit Lachen beginnt am 1. Mai. Die Etzelclinic ist spezialisiert in der chirurgischen Behandlung von Verletzungen des Bewegungs­apparats, namentlich von Schulter, Ellbogen, Hand, Knie, Fuss, Sprunggelenk, Wirbelsäule und Hüfte.

Spital muss sparen

Jürgen Robe, Spitaldirektor und Mitglied des Verwaltungsrates in Richterswil, bedauert die Trennung. «Sie kam für uns über­raschend, weil wir bisher sehr gut zusammengearbeitet haben.» Drei Jahre währte die Zusammenarbeit mit der Etzelclinic. Die Trennung trifft das Paracelsus-Spital Richterswil zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Es ist seit über einem Jahr wegen Stellen­abbaus in die Kritik geraten. Die Firma NSM Medical, unter deren Führung das Spital seit 2013 steht, möchte das Regionalspital modernisieren und strategisch neu positionieren. Das hat auch eine schleichende Abkehr von der anthroposophischen Idee zur Folge. Die Alternative und komplementäre Medizin wird zusehends mit der Schulmedizin verknüpft zur integrativen Medizin.

Der innere Umbauprozess hat wirtschaftliche Gründe. Das Spital muss sparen und ihre Fallkosten auf Geheiss der Zürcher Gesundheitsdirektion senken. 2015 sind rund 40 von ehemals 320 Angestellten entlassen worden. Anfang März teilte die Spitalleitung mit, dass weitere 20 Stellen abgebaut werden. Diese Massnahme wird laut dem Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) nun sofort umgesetzt. Vor den Osterfeiertagen wurden elf Kündigungen ausgesprochen. Gemäss VPOD betreffen sie die Abteilungen Hausdienst, Cafeteria, Hotellerie und Pflege. Die Marketingabteilung werde ganz geschlossen, und auch die Stelle für das Projektmanagement falle weg. Das Qualitäts- und Prozessmanagement solle von der NSM ­Medical übernommen werden, schreibt der VPOD.

«Das ist kontraproduktiv»

Jürgen Robe bestätigt die wesentlichen Aussagen der Mitteilung der Gewerkschaft. Allerdings stimme es nicht, dass auch im Pflegebereich Kündigungen ausgesprochen wurden. «Es geht hier nur um die Abteilungen Ökonomie und Hausdienst», sagt der Spitaldirektor. Er kritisiert auch den VPOD, weil dessen Aussendungen rufschädigend seien. Robe bezieht sich auf die Passage, in welcher der VPOD über das Spital in Richterswil schreibt: «Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis angesichts der ausgedünnten Pflege das erste Todesopfer zu beklagen ist.»

Das ärgert Robe: «Das ist nicht der Stil für eine konstruktive Zusammenarbeit, sondern ist völlig kontraproduktiv, weil solche Aussagen unseren Mitarbeitenden nicht weiterhelfen.»

Gemäss dem Spitaldirektor würde noch im März eine klei­nere Anzahl von Angestellten die Kündigung erhalten, dann sei die am 9. März bekannt gegebene Massnahme zum Personalabbau abgeschlossen. Konkret sagt Jürgen Robe: «Wir wollen 20 Kündigungen nicht überschreiten.»

Erstellt: 30.03.2016, 08:13 Uhr

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