Thalwil

Orchester begleitet aussergewöhnliches Soloinstrument

Das Kammerorchester Thalwil spielt am 18. März mit der weissrussischen Cymbalistin Olga Mishula in der reformierten Kirche ein ungarisches Programm.

An den Proben für das kommende Konzert übte das Kammerorchester Thalwil mit der Cymbalistin Olga Mishula (Mitte).

An den Proben für das kommende Konzert übte das Kammerorchester Thalwil mit der Cymbalistin Olga Mishula (Mitte). Bild: Sabine Rock

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Bekannt für seine auserlesenen Solisten ist das Kammerorchester Thalwil. Seine Dirigentin ­Maya Wenger, seit bald 18 Jahren mit grossem Enthusiasmus am Ruder, möchte immer etwas Neues: «Inzwischen gibt es bald kein Soloinstrument mehr, das wir noch nie hatten: Trommel, Harfe, Fagott und Horn.» Für das Märzkonzert hat sie wieder etwas ganz Besonderes entdeckt: «Das Cymbal ist einmalig.»

Weniger Töne als Hackbrett

Dieses ursprünglich aus Ungarn stammende traditionelle Instrument ist am ehesten mit dem Hackbrett vergleichbar. «Das Cymbal hat eine halbe Oktave weniger Töne, die Klöppel sind kurz, und die Tonfarbe passt sehr gut zur klassischen Musik», weiss die preisgekrönte Olga Mishula aus Minsk.

Sie beherrscht sechs verschiedene Instrumente aus der Hackbrettfamilie und unterrichtet an der Hochschule für Musik in ­Luzern.

Zu Beginn der ersten Probe mit dem Kammerorchester Thalwil Anfang März gab sie eine ­Kostprobe und hämmerte mit den Klöppeln auf die über das Brett gespannten Saiten. Das Cymbal klingt filigran und erinnert entfernt an eine Harfe. Es kann durchaus energisch gespielt werden.

Fasziniert sahen die Orchestermitglieder zu, wie temperamentvoll Mishulas Hände mit atemberaubender Geschwindigkeit über die Saiten hüpften – wie ein Wirbelsturm. «Das Appenzeller Hackbrett kenne ich, aber ein weissrussisches hatte ich bisher nicht in Aktion erlebt», äusserte sich Silvia Walti, einzige Kontrabassistin des Orchesters, beeindruckt.

Streicher und Cymbal

Das Cymbal zieht das Orchester in seinen Bann; der dramatische Anfang bei der «Ungarischen Rhapsodie» von Franz Liszt lässt verschiedene Stimmungen zur Geltung kommen: Nach orientalischen Klängen wechselt das Temperament, artet in einen Galopp aus, der in einen Volkstanz mündet. Ein dramatischer und temporeicher Dialog entspinnt sich zwischen Streichern und Cymbal. Mitreissend ist die Musik mit ihrem Tempowechsel. Die Dirigentin muss die Streicher bremsen, damit die Klänge des Cymbals voll zur Geltung kommen. «Das Orchester soll sich synchron bewegen wie ein Fischschwarm im Fahrwasser der Solistin und mit Freude ihr Spiel untermalen», beschreibt die Dirigentin.

Mishula spielt auswendig aus ihrem grossen Repertoire mit einer Leichtigkeit, welche die ­Anstrengung und Konzentration vergessen lässt, die dahintersteckt. Schwermütig, temporeich und romantisch zugleich klingt der «Csardas» von Vittorio Monti. «Der ungarische Abend wird mit ‹Ungarischen Tänzen› von Johannes Brahms beginnen, und die ‹März-Suite› von Ferenc ­Farkas passt gleich im doppelten Sinne», bemerkt die Dirigentin. Nach der «Serenade» von Sergei Rachmaninow beginnt das Cymbal-Feuerwerk.

Sonntag, 18. März, 17 Uhr, ­reformierte Kirche Thalwil. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.03.2018, 14:42 Uhr

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