Kilchberg

Opernmusik mit Schalk und Enthusiasmus

Bei den Parkkonzerten vom vergangenen Freitag und Samstag faszinierte das Ensemble Reza e i Ragazzi. Die norwegischen Opernstars begeisterten das Publikum mit ihrer gesanglichen Darbietung und ihrem Humor.

Die nordischen Ragazzi zeigten Stimmgewalt und Humor.

Die nordischen Ragazzi zeigten Stimmgewalt und Humor. Bild: pd

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«Ein stimmliches Feuerwerk» versprach Christer Løvold, künstlerischer Leiter der Kilchberger Parkkonzerte, den Gästen zu Beginn. Übertrieben war das Versprechen nicht, wie sich bald herausstellte. Nach einem Grusswort von Sebastian Langemann, Vorstandsmitglied im Gönnerverein Kultur im Park, erwartete das Publikum die ­norwegische Kultband Reza e i Ragazzi.

Die Männer in ihren schwarzen Anzügen betraten die Bühne in dem eigens für die Konzerte aufgestellten Zelt im Garten des C.-F.-Meyer-Hauses. Dabei präsentierte sich auch Dirigent Reza Aghamir, der das Ensemble nicht nur dirigierte, sondern auch als Pianist am Flügel mit viel Schalk begleitete. Unter der Leitung des gebürtigen Iraners gaben die Sänger ihre Arien und Opern­lieder bravourös und mit eindrücklicher Klangfülle zum Besten. Ulkig war, dass die Künstler, die nicht gerade auftraten, neben dem Zelt auf Strohballen sassen, wo sie sich theatralisch ein Bier oder ein Cüpli genehmigten. Lockerheit und Musik vom Besten gingen an diesem Abend Hand in Hand.

Die Ragazzi aus Norwegen

Es mag manche überraschen, dass die Ragazzi keine italienischen Burschen, sondern norwegische Gesangskoryphäen sind. Zu der Truppe gehören Thor Inge Falch, Kjetil Støa, Jørgen Backer, Ole Jørgen Kristiansen, Jens-Erik Aasbø, Thomas Ruud, Hallvar Djupvik, David Fielder, Eirik Grøtvedt, Nils Georg H. Nilsen, Trond Gudevold und Fredrik Otterstad. Letzterer ist der Dirigent des norwegischen Knabenchors, der im Oktober 2017 in Kilchberg zu Gast war. Neben den unkonventionellen «Jungs» trat als einzige Frau die Sopranistin Nina Gravrok auf, die solo und im ­Duett verschiedene Liebeslieder sang.

Die unkonventionelle Musiktruppe präsentierte bei ihren Auftritten in Kilchberg kein ­gedrucktes Programm, sondern entschied kurz vor den Konzerten, welche Lieder und Arien sie zum Besten geben wollte. Gestartet wurde mit «Sangerhilsen», einem «Sängergruss» von Edvard Grieg. Auch mit andern Werken ehrten die Sänger den Komponisten aus Norwegen. Imponierend war, dass die Musikstücke verspielt und zugleich national­romantisch daherkamen. Wie bei den europäischen Komponisten zum Ende des 19. Jahrhunderts üblich, drückte auch Grieg die Liebe zu seinem Vaterland musikalisch aus. Daher flossen nationale Volkslieder in seine emotionalen Werke ein. Die Ragazzi übersetzten diese Besonderheit aber nicht schulmeisterlich oder doktrinär, sondern mit grossem musikalischem Know-how, Witz und Begeisterung.

Bekannte Melodien

Die Freude an «Musik pur» übertrug sich sofort auf das Publikum im lauschigen Sommergarten. Ein weiteres Stück aus dem hohen Norden war «Norges Fjelde». Geschaffen wurde das nachdenkliche Werk von Dichter Wergeland und dem Komponisten Kjerulf.

Viel Zuspruch ernteten am Konzertabend die Lieder von «Papageno» aus Mozarts «Zauberflöte». Verwöhnt wurden die Gäste weiter mit Darbietungen von verschiedenen Liedern und Arien, etwa einem Lied des Franzosen Francis Poulenc und von Richard Wagner. «E la storia del pastore è breve» erinnerte an die pastorale Liebe von Dafni und Cloe, die im alten Griechenland spielt. Super inszenierten die Sänger auch «E lucevan le stelle» aus «Tosca» von Giacomo Puccini.

Begeistert ­waren die Konzertbesucher vom populären Lied «Parla più piano», das erstmals im Jahr 1972 als Instrumentalthema im Film «The Godfather» eingeführt wurde. Gut passte weiter das Trinklied «Brindisi» von Giuseppe Verdi zum kulturellen Anlass, der an den beiden herrlichen Sommerabenden jeweils mit einem reichen kulinarischen Schmaus im Kilchberger Traumgarten im C.-F.-Meyer-Haus ausklang. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.07.2018, 15:49 Uhr

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