Kirche

Obwohl beide verheiratet sind, steigen sie in den Stand der Kleriker auf

Zwei Theologen aus dem Bezirk Horgen werden in Zürich zu ständigen Diakonen geweiht.  

Volker Schmitt (links) und Andreas Neira freuen sich auf die neue Aufgabe.

Volker Schmitt (links) und Andreas Neira freuen sich auf die neue Aufgabe. Bild: Michael Trost

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Obwohl Andreas Neira und Volker Schmitt beide Theologie studiert haben, können sie nicht katholische Priester werden. Denn beide sind verheiratet. Trotzdem steigen die beiden die kirchliche Karriereleiter empor. Denn am 9. Februar werden Andreas Neira von der Pfarrei St. Marien Wädenswil und Volker Schmitt von der Pfarrei St. Felix und Regula Thalwil sich zu ständigen Diakonen weihen lassen und damit dem Stand der Kleriker angehören. Die Weihe durch Weihbischof Marian Eleganti findet in Zürich-Wiedikon statt.  

Gelebtes Evangelium

Sowohl Andreas Neira wie Volker Schmitt entschieden sich nach reiflicher Überlegung für die Weihe, die für beide von grosser spiritueller Bedeutung ist. Andreas Neira, Vater von drei Kindern, ist seit jeher in der katholischen Tradition verankert. Der 41-Jährige war Ministrant, engagierte sich in der Jugendarbeit, studierte Theologie und lebte vor rund zwölf Jahren sogar eine Zeit lang als Kandidat im Benediktinerkloster Disentis.

Letztendlich entschied er sich aber für die Rückkehr in die profane Welt. «Ich spürte, dass Diakonie – also der Dienst am Mitmenschen im Auftrag der Kirche – meine Ausrichtung ist», sagt er. Neira beruft sich dabei auf die Botschaft des Evangeliums, Menschen in Not beizustehen. In seiner jetzigen Pfarrei in Wädenswil werde Diakonie besonders in der Familien- und Altersarbeit gelebt. Es gehe aber auch um die Verkündigung der biblischen Botschaft, die Freude, Zuversicht und Trost spende.

Auch Volker Schmitt, gebürtig aus dem Saarland, war nicht immer Feuer und Flamme für die Weihe zum ständigen Diakon. Um sich über seinen Weg klar zu werden, unterbrach der 45-Jährige vor Jahren sogar sein Theologiestudium und arbeitete drei Jahre als Schreiner. Doch die Berufung zum Diakon wurde immer deutlicher. «Mit der Weihe binde ich mich bewusst noch enger an die katholische Kirche», sagt er.

Schmitt will sich als Diakon noch klarer dafür einsetzen, dass die Pfarrei eine Heimat für die Menschen vor Ort bleibt und sich für das Zusammenleben der Menschen in ökumenischer Zusammenarbeit engagiert. In Thalwil zeigt sich die diakonische Grundhaltung etwa in der pfarreieigenen Spielgruppe, im ökumenischen Begleitdienst sowie im Mitwirken in der Nachbarschaftshilfe.

Keine zweite Klasse

Die neuen ständigen Diakone werden in der Pfarrei neue Aufgaben übernehmen und die Ortspriester dadurch entlasten. Als Kleriker der ersten Stufe werden sie die Taufe spenden, bei Hochzeiten die Zeremonie leiten und in der Feier der Eucharistie predigen. Auf die Frage, ob sie sich neben den Priestern als Kleriker der ersten Weihestufe benachteiligt fühlten, schütteln beide nur den Kopf. Die Diakone sind für sie keine Kleriker zweiter Klasse.

Andreas Neira und Volker Schmitt freuen sich auf ihren erweiterten Dienst in der katholischen Kirche, auf die bevorstehende Weihe im Kreise ihrer Familien sowie auf die Festgottesdienste in ihren Pfarreien, welche am Tag nach der Weihe stattfinden werden.

Festgottesdienste in den Pfarreien mit den neuen ständigen Diakonen: Sonntag, 10. Februar, 10 Uhr, St. Marien, Etzelstrasse 3, Wädenswil, und St. Felix und Regula, Seehaldenstrasse 9, Thalwil. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.02.2019, 16:12 Uhr

Die Weihe zum ständigen Diakon

Am 9. Februar werden in Zürich-Wiedikon fünf Männer zu ständigen Diakonen geweiht: Die Diakonenweihe ist die erste von drei Weihestufen in der katholischen Kirche. Danach folgen die Priester- und die Bischofsweihe. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist es auch verheirateten Männern erlaubt, die erste Weihe zu empfangen. Andreas Neira von der Pfarrei St. Marien Wädenswil und Volker Schmitt von der Pfarrei St. Felix und Regula Thalwil haben sich für diese Weihe entschieden. So sind zwei der fünf Weihekandidaten aus dem Bezirk Horgen. Am 10. Februar finden in beiden Pfarreien Diakoniefeiern statt. (VS)

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