Oberrieden

Oberrieden stellt Land für günstige Wohnungen zur Verfügung

In Oberrieden sollen bald familienfreundliche Wohnungen entstehen. Die Gemeindeversammlung hat am Donnerstag entschieden, das Büelhalden-Areal im Baurecht an die Baugenossenschaft Zurlinden abzutreten. Auch über das Budget haben die Oberriedner abgestimmt.

Am Donnerstagabend haben die Oberriedner dem Gemeinderat den Segen erteilt, das 7200 Quadratmeter grosse Land im Baurecht an die Baugenossenschaft Zurlinden abzutreten.

Am Donnerstagabend haben die Oberriedner dem Gemeinderat den Segen erteilt, das 7200 Quadratmeter grosse Land im Baurecht an die Baugenossenschaft Zurlinden abzutreten. Bild: Visualisierung / pd

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In Oberrieden sollen die bebau­baren Landreserven bis in rund 20 Jahren aufgebraucht sein. Der Gemeinderat hat es sich zum Ziel gesetzt, zeitnah familienfreund­liche Wohngebäude mit sozialer Durchmischung zu bauen. Geplant ist dies auf dem gemeindeeigenen Grundstück Büelhalden zwischen Alter Land- und Büelhaldenstrasse, wo heute Schrebergärten aneinandergereiht sind. Auf dem 7200 Quadratmeter grossen Areal sollen bis Sommer 2022 drei Gebäude mit 48 Wohnungen für Familien und rüstige Senioren errichtet werden.

Die Gemeinde wollte die Überbauung aber nicht selber realisieren, sondern das Land im Baurecht für 60 Jahre an die Baugenossenschaft Zurlinden aus Zürich abtreten. Dafür brauchte der Gemeinderat den Segen der Oberriedner Bevölkerung. An der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend nahmen die Stimmberechtigten den Baurechtsvertrag mit 89 zu 7 Stimmen an.

«Ein ausgewogenes Projekt»

«Oberrieden benötigt auch Wohnraum für weniger gut Verdienende», sagte Gemeinderat und Liegenschaftsvorsteher Urs Klemm (parteilos). Um eine Wohnung mit dreieinhalb Zimmern für einen maximalen Mietpreis von 1700 bis 2000 Franken anbieten zu können, brauche es auch einen tiefen Baurechtszins. Dieser liegt für die nächsten fünf Jahre bei 266 000 Franken pro Jahr. Durch die Übergabe des Grundstücks muss die Gemeinde eine Abschreibung von 950 000 Franken verbuchen. Orlando Vanoli, Präsident der Rechnungsprüfungskommission (CVP), sagte: «Durch den Baurechtsvertrag verlieren wir ein ­Juwel unseres Vermögens.» Andererseits könne erst so ein Ertrag mit dem Areal erzielt werden. «Letztlich ist es ein ausgewogenes, zukunftsgerichtetes und solidarisches Projekt», sagte er.

Für ein kritisches Votum aus der Bevölkerung sorgte die Festlegung des Baurechtszinses für fünf Jahre. Die Befürchtung wurde laut, dass es sich hierbei um ein Schlupfloch für die Baugenossenschaft handeln könnte. Urs Klemm beruhigte: «In anderen Gemeinden wie Meilen, Thalwil oder Horgen, die mit der Baugenossenschaft Zurlinden zusammenarbeiten, wird dies auch so ­gehandhabt.» Die fünfjährliche Neubeurteilung des Zinssatzes sei auch ein Akt der Fairness. «Wir werden bestimmt kein schlechtes Geschäft machen», sagte Klemm.

Steuererhöhung nicht in Sicht

Bei einem weiteren Traktandum nahmen die 99 an der Versammlung teilnehmenden Oberriedner eine neue kommunale Gebührenverordnung an. Bisher basierten die Beschlüsse des Gemeinderates zu den Gebühren auf einer kantonalen Verordnung von 1966. Diese wurde per 1. Januar 2018 aufgehoben. Damit fehlt für einen Teil der kommunalen Gebühren eine genügende Rechtsgrundlage. Die neue Verordnung soll dies regeln. Die Art und Höhe der Gebühren werden grossmehrheitlich unverändert bleiben. Das Geschäft wurde diskussionslos und einstimmig angenommen. Ebenfalls ohne Gegenstimme verabschiedeten die Oberriedner das Budget für 2019.

Die Rechnung sieht Ende nächstes Jahr einen Ertragsüberschuss von 2,6 Millionen Franken vor. Dies bei einem Aufwand von 33,3 Millionen und einem Ertrag von 35,9 Millionen Franken. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 88 Prozent. Trotz des geplanten Gewinns bleibe die finanzielle ­Lage von Oberrieden angespannt, sagte Gemeindepräsident Martin Arnold (SVP). Dem pflichtete auch Gemeinderätin und Finanzvorsteherin Sandra Burlet Pavone (FDP) bei: «Ohne die Umstellung auf das neue Modell HRM2 und den Verkauf einer Parzelle unterhalb der Villa Schönfels würde das Ergebnis wohl negativ aus­fallen.» Mit einer Steuersenkung in den nächsten vier Jahren ­rechnet Burlet Pavone daher nicht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.12.2018, 23:04 Uhr

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