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Neuer Lebensraum für Gelbbauchunken gegraben

Auf einem Biobetrieb neben der Sihl sind am Wochenende acht Naturtümpel angelegt worden. Sie sollen Amphibien neuen Lebensraum bieten.

Bauer Karl Reichlin gräbt acht kleine Tümpel, die als Laichgewässer dienen sollen.
Bauer Karl Reichlin gräbt acht kleine Tümpel, die als Laichgewässer dienen sollen.
Sabine Rock

Im Rahmen des Streuobstwiesenprojekts «Tableten» (siehe Kasten) wurden am vergangenen Wochenende acht kleinere Tümpel gegraben. Bis zu 15 Quadratmeter gross sind sie und rund

30 Zentimeter tief. Die Tümpel sind der Schlusspunkt des Projekts. Sie stehen auf einer Fläche von rund 40 Quadratmetern. Obwohl die Fläche nicht sehr gross ist, gibt es verschiedene Bodenarten: Moor- und Lehmboden. Beide eignen sich gut für Naturtümpel, wie Landschaftsarchitekt Michael Schlitner erklärt. Er ist Koordinator des Projekts, das vom Verein Lebendige Landschaft getragen wird. Die geringe Tiefe der Tümpel bewirkt, dass sich das Wasser schnell aufwärmt – Bedingungen, wie sie vor allem Gelbbauchunken lieben. Zudem trocknen so die Tümpel gelegentlich aus, was sich laut Schlitner positiv auf den Unkenbestand auswirken kann. «Dadurch wird eine Besiedlung durch räuberische Libellenlarven oder andere Amphibienarten wie der Bergmolch verhindert, welche die Larven der Gelbbauchunken fressen.»

Da die Wiese, auf der die Tümpel angelegt wurden, an ein Naturschutzgebiet angrenzt, wollte man keine Folien für die Tümpel verwenden. «Es ist also alles ­Natur pur», versichert der Landschaftsarchitekt Schlitner. Je nach Boden werden die Tümpel von Quell- oder Regenwasser ­gefüllt.

Auf der Roten Liste

Grundeigentümer ist der Wildnispark Zürich, der die Fläche für die Tümpel gerne zur Verfügung stellt, und am angrenzenden Waldrand ebenfalls einige Artenförderungsmassnahmen umgesetzt hat oder noch ausführen wird. Auch mit im Boot ist der Pächter, Landwirt Karl Reich­lin, der die Tümpel mit einem kleinen Bagger gleich selber gegraben hat. Er hofft, dass bald viele Frösche und andere Amphibien in den Tümpeln leben werden. Angesiedelt von Menschenhand werden sie nicht. «Sie müssen selber kommen», so der Landschaftsarchitekt. Auf dieser Fläche habe er bis jetzt noch keine gesehen, aber unten an der Sihl habe es. Und da nun die Voraussetzungen auf der Wiese stimmten, sei er zuversichtlich.

Für Michael Schlitner ist es ein Herzensprojekt. Weil die Gelbbauchunken in der Schweiz und auch in Europa auf der Roten Liste stehen. «Es ist eine sehr seltene und schöne Art», schwärmt er. Bei einem anderen Projekt hat er diese Tierart kennen gelernt, seither setzt er sich besonders für sie ein.

Schlitner war schon bei anderen ähnlichen Projekte beteiligt, weitere im Bezirk Horgen laufen oder sind in Planung. Ziel des Vereins Lebendige Landschaft sei es, solche Naturtümpel etwa an 20 verschiedenen Standorten in den Gemeinden Schönenberg, Horgen, Hirzel und Richterswil anzulegen. Das Projekt «Gelbbauchunkenförderung am Zimmerberg» ist allerdings unter einer anderen Trägerschaft, der Koordina­tions­stelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) und wird im Rahmen des Projektes «1001 Weiher» der Karch und des Bundesamts für Umwelt. durchgeführt.

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