Bahnverkehr

Neuer Doppelstöcker-Zug auf Jungfernfahrt am Zürichsee

Zum ersten Mal fuhr am Montag der neue SBB Fernverkehrs-Doppelstockzug von Erbauer Bombarider die Strecke von Zürich nach Chur. Nach der Kritik am Vorgängermodell sind die Erwartungen gross. Bei den Passagieren kommt der neue Zug gut an.

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Er sieht schlanker aus als die ­gewohnten Interregio-Züge: der neue SBB-Doppelstockzug FV Dosto aus dem Hause Bombardier. Am Montag absolvierte der neue Zug die Jungfernfahrt dem Zürichsee entlang von Thalwil über Wädenswil, Pfäffikon, Ziegelbrücke bis nach Chur. Es ist die zweite Strecke, auf welcher der Dosto im Einsatz ist. Seit Ende Februar transportiert er Passagiere von Zürich via Olten nach Bern.

Von aussen wirkt der schwarz-weiss-rote Zug insgesamt kleiner als das Vorgängermodell. Besonders die Fenster scheinen auf den ersten Blick etwas gar klein ge­raten. Diese Zweifel verfliegen jedoch mit dem Betreten des Zuges: Das Innere ist hell und geräumig, die Fenster genau auf der richtigen Höhe platziert. Besonders in der ersten Klasse konnte durch das Entfernen eines Sitzes pro Reihe viel Platz gewonnen werden. Die Anzeigetafeln im Zug zeigen nicht mehr nur die Namen der Stationen an. Wie im Flugzeug sieht man neu auch im Zug auf einer Karte, wo man sich ge­rade befindet.

«Die Rückmeldungen der Kunden zum «FV Dosto» sind positiv.»Christof Griesser, Zugbegleiter

Zugbegleiter Christof Griesser offeriert den Passagieren der Jungfernfahrt Schoko­lade und lässt ausnahmsweise die Fahrkartenkontrolle weg. «Die Rückmeldungen der Kunden zum FV Dosto sind positiv. Auf der Strecke Zürich–Bern sind die Passagiere zufrieden mit dem neuen Zug.» Speziell am neuen Modell sei, dass jeder Wagen über Velo­ständer verfüge. Ausserdem verfüge in beiden Klassen jeder Sitzplatz über eine Steckdose. Diese seien gut erreichbar unterhalb der Sitze angebracht.

Auch technisch habe es einige Neuerungen gegeben, sagt Griesser. Zum Beispiel sei der Zug so konstruiert, dass er im Brandfall noch ganze 15 Minuten weiterfahren könne. Dies sei besonders auf Strecken mit längeren Tunnels ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Dank der sogenannten Wackelkompensation – einer Technik, welche die Neigung des Zuges in Kurven kompensiert – sei die Fahrt im Dosto ab einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern viel ruhiger, sagt Griesser.

«Riecht wie ein neues Auto»

Auch bei den Passagieren auf der Fahrt Richtung Chur kommt der FV Dosto gut an. Das Vorgängermodell war unter anderem ­wegen zu wenig Platz und mangelnden Komforts in der ersten Klasse in der Kritik gestanden. Diese Mängel sind im Dosto behoben.

Das Ehepaar Aschwanden aus dem Aargau ist regelmässig mit dem Zug unterwegs. Auch aufder Strecke Zürich–Chur. «Man merkt sofort, dass es ein neuer Zug ist, es hat viel mehr Platz in der ersten Klasse. Die Sitze sind etwas breiter und viel bequemer. Die Tische sind auch praktisch, es fehlt nur noch ein Getränk», sagt der Ehemann.

Seine Frau fügt an, der Zug rieche noch ganz neu, wie ein neues Auto. Geruch hin oder her, es sei der schönste Doppelstockzug der SBB, schwärmt ihr Gatte. Wie die Aschwandens fährt auch Jack Eggen­berger aus Wohlen oft mit dem Zug. Als Pensionär habe er dafür Zeit. «Mir ist sofort auf­gefallen, wie viel Platz man hat. Ausserdem wackelt der Zug ­weniger als das alte Modell.» Die Wackel­kompensation tut ihren Dienst. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.05.2018, 16:36 Uhr

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