Kilchberg

Neue Vorwürfe gegen mutmassliche Mörderin

Im November stehen die mutmasslichen Mörderinnen einer Bewohnerin des Alterszentrums Hochweid vor Gericht. Die beteiligte Nachtschwester bestahl zuvor sieben Bewohnerinnen in Altersheimen in Kilchberg und Luzern.

Das Alterszentrum Hochweid in Kilchberg beschäftigte eine Nachtschwester, die Bewohnerinnen bestahl und wohl eine davon tötete.

Das Alterszentrum Hochweid in Kilchberg beschäftigte eine Nachtschwester, die Bewohnerinnen bestahl und wohl eine davon tötete. Bild: Archivbild Reto Schneider

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Fünf Tage setzt das Bezirksgericht Hor­gen für den spektakulärsten Fall seit der «Zwillingsmörderin» an. Dies geht aus ­einer Pressemitteilung des Gerichts hervor. Ab dem 10. November stehen zwei Schweizerinnen im Alter von 25 und 30 Jahren vor den Schranken des Bezirksgerichts. Ihnen wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 10. November 2013 im Alterszentrum Hochweid in Kilch­berg eine 88-Jäh­rige in ihrer Wohnung getötet zu haben. Der Fall wurde erst Monate nach der Tat bekannt und schlug hohe Wellen. Fragen zur Sicherheit in Alters­heimen wurden laut. Vor ­allem, weil die ältere der Frauen als Nachtschwester im Alters­zen­trum arbei­tete.

Tuch in Gift getränkt

In die Wohnung eingedrungen sind die Frauen gemäss Anklage mit einem Passe­partout der Nacht­schwester. Sie wollten die schlafende Bewohnerin mit einem in Salmiakgeist getauchten Tuch betäuben. Zuerst drückte die jüngere Frau, eine Verkäuferin, dem Opfer das Gift­tuch auf Mund und Nase. Die Nachtschwester hielt gleichzeitig die 88-Jäh­rige fest. Danach durchsuchte sie die Wohnung nach Wertsachen. Nur um dem Opfer dar­auf ebenfalls das Tuch auf Mund und Nase zu drücken.

Die Schlafende überlebte die Attacke nicht. Das bringt der Nachtschwester und der Verkäuferin jetzt eine Anklage wegen Mor­des ein. Der Staatsanwalt bezeichnet die Tötung als «besonders skrupellos, weil die Frauen der schlafenden, ahnungslosen, betagten, gebrechlichen und völlig wehrlosen Frau mit doch gewissem Druck das Tuch gegen Mund und Nase drückten, wodurch sie erstickte». Kommt dazu, dass sie ihr Opfer «mithin aus Hab­gier» töte­ten, weil die Tötung im Rahmen eines Raubüberfalls ver­übt wurde. Gestohlen haben ­ die Täterinnen eine Uhr, vier Schmuckstücke, eine Bank­karte und 3000 Franken Bargeld. Die Tat begingen die Frauen wohl unter Einfluss von Kokain. So ist die Verkäuferin auch ange­klagt, weil sie in dieser Nacht unter Kokain­einfluss Auto fuhr.

Wie jetzt herausgekommen ist, soll die ehemalige Nachtschwester für eine regelrechte Diebstahlserie verantwortlich sein. Sie soll ihre Posi­tion als Angestellte des Hoch­weid und eines weiteren Alters­zen­trums in Luzern konsequent ausgenutzt haben. In die Zimmer von sieben Bewohne­rinnen, allein fünf in Kilch­berg, soll sie eingedrungen sein, als ­diese abwesend waren. Dabei hat sie gemäss Anklage Schmuck und Bargeld mitgehen lassen.

Geständnis widerrufen

Schon als der Todesfall bekannt wurde, sagten die Verantwortlichen des Alters­zen­trums Hoch­weid, dass es im Jahr 2013 zu diver­sen Diebstählen gekommen ist. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die 30-Jäh­rige ­dafür verantwortlich ist.

Die Beschuldigte hat ein ers­tes Geständnis zur Tötung wider­rufen. Die beiden Frauen sind in separaten Gefängnissen unter­gebracht. Dies, weil die Ältere ihre Kollegin drängte, ihr Geständnis ebenfalls zu wider­rufen.

Erstellt: 29.10.2015, 08:58 Uhr

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