Zum Hauptinhalt springen

Neue Tennisplätze würden Steuerzahler 1,3 Millionen kosten

Die geplanten Alterswohnungen in Langnau bedrohen die Existenz des Tennisclubs im Dorf. Die Sportler wollen vom Gemeinderat, dass er den Lead übernimmt bei der Planung für neue Plätze. Den Steuerzahler würde das 1,3 Millionen kosten. Gemeindepräsident Peter Herzog winkt ab.

Auf der Wiese zwischen den Parkplätzen des Wildnisparks und der Albisstrasse will der Tennisclub Langnau neue Plätze bauen.
Auf der Wiese zwischen den Parkplätzen des Wildnisparks und der Albisstrasse will der Tennisclub Langnau neue Plätze bauen.
Sabine Rock

Mathias Neu, Vorsitzender des Ausschusses Pro Tennisclub Langnau, wird deutlich: «Wenn das Stimmvolk an der Gemeindeversammlung vom 8. Juni die Eventualverpflichtung für die neuen Alterswohnungen im Langmoos annimmt, bedeutet dies voraussichtlich das Ende für den Tennisclub im Dorf.»

Die Sportler seien nicht gegen die Alterswohnungen, fänden es aber im Sinne von «Offenheit und Transparenz» angebracht, wenn der Gemeinderat dies genau so vor der Abstimmung im Schwerzi-Saal kommunizieren würde. «Damit die Stimmbürger wissen, was Sache ist», sagt Neu. «Gleichzeitig könnte der Gemeinderat in einer Konsultativabstimmung testen, ob unter den Stimmbürgern grundsätzlich die Bereitschaft da ist, dass der Tennisclub eine neue Anlage erhalten soll, die von der Gemeinde finanziert wird.»

Ein geeigneter Standort für eine neue Tennisanlage wurde bereits eruiert. Die Landparzellen zwischen den Parkplätzen des Wildnisparks und der Albisstrasse würde sich laut den Sportlern sehr gut eignen. Das Land ist derzeit in der Reservezone und müsste für eine Bebauung umgezont werden.

Konkretes Projekt fehlt

So weit, so gut. Nur: Die Kostenschätzung für die Anlage, die danach von rund 80 aktiven Tennisspielern und 50 Junioren genutzt würde, beläuft sich auf circa 1,3 Millionen Franken. «Der Tennisclub verfügt nicht über die finanziellen Mittel für den Bau», sagt Neu. Und da es bei diesem Betrag zu einer Volksabstimmung kommen würde, habe das Projekt an der Urne nur eine Chance, wenn sich der Gemeinderat bei den Stimmbürgern für den Bau einsetzen und bei der Planung den Lead übernehmen würde. Denn: «Wir wollten nie weg vom Langmoos. Wenn der Gemeinderat also die Alterswohnungen auf diesen Parzellen realisieren will, sollte er seine Verantwortung wahrnehmen und dem Tennisclub eine gleichwertige Alternative zur Verfügung stellen.»

Die Forderungen des Tennisclubs gehen Gemeindepräsident Peter Herzog (CVP) viel zu weit. «Es kann nicht sein, dass die Tennisspieler nur Forderungen stellen», sagt Herzog. Er erwarte von den Sportlern die Ausarbeitung des Projekts sowie einen Businessplan, wie es in verschiedenen Besprechungen zwischen Delegationen des Tennisclubs und des Gemeinderats bereits vor längerer Zeit festgelegt worden sei. «Nach Vorliegen eines konkreten Projekts werden wir eruieren, welche Unterstützung seitens der Gemeinde möglich ist», sagt Herzog. Der Tennisclub habe seit längerer Zeit Kenntnis davon, dass auf dem Grundstück der heutigen Tennisanlage Alterswohnungen gebaut werden sollen.

Auch von einer Konsultativabstimmung für oder gegen den Tennisclub an der Gemeindeversammlung hält Herzog nichts: «Dafür bräuchten wir zuerst ein konkretes Projekt vom Tennisclub.» Zudem sei zu beachten, dass eine allfällige Ablehnung des Eventualkredits an der Gemeindeversammlung vom 8. Juni nicht zwingend bedeute, dass das ablaufende Unterbaurechtsverhältnis mit dem Tennisclub verlängert würde. Ein konkretes Projet will der Tennisclub aber nicht ausarbeiten. Neu: «Wir haben weder das politische noch das administrative Know-how, um ein solches Projekt auf die Beine zu stellen.»

Zu viel Lärm in der Sihlmatte

Im Gespräch für neue Tennisplätze war vor einem Jahr auch die Sihlmatte, direkt neben dem Fussballplatz. Der Tennisclub erachtet diesen Standort mittlerweile aber als nicht optimal. «Die Kosten von 26 500 Franken im Jahr als Pachtzins übersteigen unsere finanziellen Mittel bei weitem», sagt Neu. Zudem sei die Zufahrt zum Gelände nicht gesichert, und auch die Lärmimmissionen durch Sihltalstrasse und SZU dürfe man nicht ausser Acht lassen. «Ein attraktiver Standort mit einer angenehmen Clubatmosphäre ist für die Zukunft eines Tennisclubs matchentscheidend», sagt Neu.

Kurz vor der Abstimmung über die Alterswohnungen auf dem Gelände, das der Tennisclub momentan gepachtet hat, ist eine Lösung in weiter Ferne. Der Unterbaurechtsvertrag der Sportler mit der Stiftung Altersheim Langnau am Albis läuft im Jahr 2021 aus. Der Club wird ab diesem Zeitpunkt höchstwahrscheinlich Geschichte sein. «Oder er sucht den Zusammenschluss mit einem Tennisclub aus einer Nachbargemeinde», sagt Peter Herzog. Aber auch dieser Vorschlag kommt bei Mathias Neu nicht an: «Es kann doch nicht sein, dass eine Gemeinde anfängt, ihre Vereine outzusourcen. Das wäre ein fatales Signal.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch