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Nachfrage nach Schusswaffen steigt

Der kantonale und nationale Trend bestätigt sich auch im Bezirk Horgen: Die Zahl der Gesuche für den Waffenerwerb hat in den letzten Jahren zugenommen. Auffallend ist sie vor allem in Wädenswil.

Am auffallendsten ist die Stadt Wädenswil. Dort hat sich die Anzahl der Gesuche innerhalb nur eines Jahres mehr als verdoppelt: 95 Waffenerwerbsscheine stehen 45 aus dem Vorjahr gegenüber.
Am auffallendsten ist die Stadt Wädenswil. Dort hat sich die Anzahl der Gesuche innerhalb nur eines Jahres mehr als verdoppelt: 95 Waffenerwerbsscheine stehen 45 aus dem Vorjahr gegenüber.
Symbolbild, Keystone

Ob Gewehr, Pistole oder Revolver: Wer sich eine legale Waffe anschaffen will, braucht dazu einen Waffenerwerbsschein. Für dessen Erteilung sind im Kanton Zürich die Gemeinden zuständig. Wird das Gesuch genehmigt, kann man sich mit dem Waffenerwerbsschein anschliessend bis zu drei Schiessgeräte kaufen.Von dieser Möglichkeit haben im vergangenen Jahr besonders viele Leute Gebrauch gemacht. Sowohl national als auch kantonal verzeichneten die Behörden eine deutliche Zunahme an Gesuchen. Die Kantonspolizei Zürich, welche die Gesuche von allen Gemeinden im Kanton sammelt, registrierte letztes Jahr rund 5300 Waffenerwerbsschein. Das sind fast 30 Prozent mehr als noch 2015.

Mehr als doppelt so viel

Die steigende Nachfrage nach Waffen macht sich auch im Bezirk Horgen bemerkbar. Wie eine Umfrage unter den grössten Gemeinden im Bezirk zeigt, hat die Zahl der ausgestellten Waffenerwerbsscheine zwischen 2015 und 2016 überall zugenommen.

Beispielsweise in Thalwil wurden letztes Jahr 76 Anträge genehmigt. Im Jahr zuvor waren es nur 55. Adliswil verzeichnete einen Anstieg von 60 (2015) auf 69 Scheine. Im Vergleich zur Situation vor fünf Jahren hat sich die Zahl gar verdoppelt.

In Horgen schwankte die Zahl in der jüngeren Vergangenheit teilweise stark. Doch auch hier nahm sie zwischen den Jahren 2015 und 2016 zu: von 45 auf 75 genehmigte Gesuche. Am auffallendsten sind jedoch die Daten der Stadt Wädenswil. Denn dort hat sich die Anzahl der Gesuche innerhalb nur eines Jahres mehr als verdoppelt: 95 Waffenerwerbsscheine stehen 45 aus dem Vorjahr gegenüber.

Stellt sich also die Frage, wie sich diese Zunahme begründen lässt. «Das ist schwer zu sagen», meint Marc Weber, stellvertretender Leiter Sicherheit und Gesundheit der Stadt Wädenswil. Meist würden das Interesse am Schiesssport oder Sammlerzwecke als Erwerbsgrund angegeben. Doch: «Die zurzeit unruhige Lage auf der ganzen Welt kann natürlich auch ein Grund sein.» Die Gemeindepolizei Thalwil ihrerseits lässt mitteilen, dass unter anderem «die mögliche Verschärfung des Waffengesetzes Einfluss auf die Kaufbereitschaft habe». Dies sei aus Gesprächen mit den Gesuchstellern hervorgegangen.

«Bedürfnis ist absolut da»

Ein Waffenverkäufer aus der Region, der nicht namentlich genannt werden möchte, nennt einen weiteren möglichen Grund für die Zunahme der Waffenerwerbsscheine: «Die Leute haben ganz einfach wieder Freude am Schiessen.» Die gestiegene Nachfrage widerspiegle sich denn auch in seinen Verkaufszahlen. «Das Bedürfnis, schiessen zu können, ist absolut da.»

Dies müsste sich folglich auch bei lokalen Schützenvereinen bemerkbar machen. Zum Beispiel in Wädenswil, wo ja am meisten Waffenerwerbsscheine ausgestellt wurden. Und tatsächlich: «Wir haben zuletzt einige neue Mitglieder dazugewonnen», sagt der Schützenmeister des Pistolenschiessvereins Wädenswil, der seinen Namen ebenfalls nicht in der Zeitung lesen möchte. Er meint jedoch, dass sich wohl viele Leute für ihr eigenes Sicherheitsgefühl eine Waffe kaufen. «Ob dies sinnvoll ist, ist eine andere Frage.»

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