Thalwil

«Wir wollen keinen Hort vor unserer Nase»

Anwohner des in Gattikon geplanten Hortneubaus mit Mittagstisch sorgen sich vor übermässigen Störungen. Am Informationsabend vom Dienstag zur Abstimmungsvorlage vom 19. Mai forderten sie daher eine Standortverlegung.

Der geplante Neubau ist auf der Wiese vor dem alten Schulhaus ausgesteckt.

Der geplante Neubau ist auf der Wiese vor dem alten Schulhaus ausgesteckt. Bild: Sabine Rock

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Rund drei Dutzend Einwohnerinnen und Einwohner – vorwiegend aus dem betroffenen Ortsteil Gattikon – besuchten am Dienstag den Anlass im Singsaal Schweikrüti. Dabei legten Liegenschaftenvorstand Andreas Federer (CVP) und Schulpräsident Kurt Vuillemin (SP) dar, warum es den Neubau für Horte und Mittagstisch dringend braucht. Der Grund: Die Zahl der Kinder in der Schuleinheit Schweikrüti in Gattikon steigt massiv an und die ausserfamiliäre Betreuung in der heutigen Zeit entspricht einem immer grösseren Bedürfnis.

Damit es Platz für einen dritten Kindergarten im Alten Schulhaus Gattikon habe, müsse der heutige temporäre Hort/Mittagstisch dort aufs Schuljahr 2020/21 weichen, sagte Federer. Und auch der Hort/Mittagstisch im nahen Schulhaus Schweikrüti werde in den nächsten Jahren dringend für den Schulunterricht gebraucht.

Elementbau für 90 Kinder

Im dreigeschossigen Neubau für 2,67 Millionen Franken sollen auf das Schuljahr 2020/21 vier Horteinheiten mit Mittagstisch für 80 bis 90 Kindergarten- und Primarschüler eingerichtet werden. Der Neubau mit einem Beton-Sockelgeschoss und zweigeschossiger Holzelementkonstruktion darüber soll zwischen dem Alten Schulhaus Gattikon und der Kindertagesstätte (Kita) Öpfelbaum in den Hang zu stehen kommen. Und zwar in gebührender Distanz zum 1869 erbauten und im kommunalen Schutzinventar aufgeführten Alten Schulhaus. Womit sich der moderne aber schlichte Flachdachbau optisch dem alten Solitärbau unterordne, wie Federer meinte.

An dieser Stelle soll der Neubau zu stehen kommen.

An diesem Standort könnten auch Synergien der dort bereits bestehenden Aussenspielplätze der Kita und des Alten Schulhauses genutzt werden, heisst es in der Abstimmungsweisung. In der Publikumsdiskussion wurde der Bedarf für das neue Hortgebäude zwar nur von ein, zwei Votanten grundsätzlich in Frage gestellt, der Standort aber von mehreren Anwohnern heftig kritisiert.

Das Gelände des neuen Horts und namentlich der beiden Spielplätze dort seien für die bis zu 90 Kinder viel zu klein, als dass sie ausreichend Platz zum Spielen und Herumrennen hätten, lautete der Tenor. Folglich würden die Kinder auf das angrenzende Wohngebiet und den dortigen Spielplatz ausweichen, womit die Nachbarn noch mehr Störungen als teilweise heute schon ausgesetzt würden.

Mehrfach wurde von den Anwohnern deshalb eine Verlegung des Horts vor das nahe Schulhaus Schweikrüti gefordert «damit sich die Kinder dort austoben können und nicht vor unserer Nase».

Zentrale betreuen

Für Schule und Gemeinderat sei dies keine sinnvolle Option, hielt Federer entgegen. Zum einen, weil man das Betreuungsangebot ganz bewusst an einem zentralen, für die Kindergärtler leicht erreichbaren und auch vom Hof-Kindergarten aus noch in zumutbarer Distanz gelegenen Standort konzentrieren wolle. Und zum anderen, weil man das Wiesland beim Schulhaus Schweikrüti als Landreserve für einen für 2023/2024 vorgesehenen modulartigen Schulhausausbau brauche und nun nicht vorzeitig für eine Einzellösung wie den Hort aufstückeln wolle.

Federer und Vuillemin betonten aber übereinstimmend, dass man ein gutes Einvernehmen mit der Nachbarschaft anstrebe und deren Bedenken ernst nehme. Man suche den Dialog und sei bereit, nötigenfalls etwa die Errichtung einer Hecke oder eines Zauns oder organisatorische Massnahmen zu prüfen.

Frank Minder, Leiter der schulergänzenden Betreuung von Thalwil versicherte zudem, dass das im neuen Hort beschäftigte Betreuungspersonal für Freiluftaktivitäten jeweils auch mit einer Schar Kinder auf das Schweikrüti-Areal gehen dürfe. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.04.2019, 15:27 Uhr

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