Badesaison

Nach dem kalten Saisonstart füllten sich die Badis

Die Gemeinden rund um den Zürichsee ziehen eine positive Bilanz des zu Ende gehenden Badesommers. Einem Vergleich mit dem Supersommer 2018 kann er aber nicht standhalten.

Abkühlung, wie hier im Parkbad Seerose in Horgen, suchten dieses Jahr überdurchschnittlich viele Badegäste, gegenüber 2018 waren es aber deutlich weniger.

Abkühlung, wie hier im Parkbad Seerose in Horgen, suchten dieses Jahr überdurchschnittlich viele Badegäste, gegenüber 2018 waren es aber deutlich weniger. Bild: Sabine Rock

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Dem Sommer wird am Wochenende gleichsam der Stöpsel gezogen. Traditionell zum Bettag stellen die meisten See- und Freibäder ihren Betrieb ein. Es folgt das grosse Aufräumen und Dichtmachen für die kalte Jahreszeit. Auf den Liegewiesen werden sich bald nur noch die Blätter der Bäume ausbreiten.

In den beiden Seebezirken fällt das Fazit positiv aus, wie eine Umfrage dieser Zeitung zeigt. Allgemeiner Tenor: Der Saisonbeginn im Mai verlief nass-kalt, erst ab Mitte Juni lockten sommerliche Temperaturen zum Bad im Zürichsee oder in den Freibädern. Von da an entwickelte sich ein Badesommer, der zu den besten der letzten Jahre gezählt wird – ausgenommen den Supersommer 2018. Der stellt nämlich mit wochenlangem Badewetter auch diese Saison in den Schatten.

Freibäder fast wie 2018

Mit Besucherzahlen können nicht alle Gemeinden aufwarten. In einigen Bädern werden sie nicht erhoben. Auch lassen Gratiseintritte für Kinder, Jugendliche und mancherorts für Erwachsene, Ferienpässe sowie die Saisonabos keine genaue Buchführung zu. Werden die gemeldeten Eintritte in diesem Sommer (Stand 31. August) zusammengerechnet und die Besucher in den ungezählten Gemeinden geschätzt, kommt eine beachtliche Menge zusammen. Rund 800000 Personen haben in den See- und Freibädern der Bezirke Horgen und Meilen Abkühlung, Freizeitspass und Abwechslung gesucht.

Die höchste Zahl meldet Zollikon, wo das Schwimmbad Fohrbach circa 175000 Besucher verzeichnete – allerdings von Jahresbeginn an gerechnet. Im Sommer profitiere es vom angeschlossenen Hallenbad, teilt die stellvertretende Gemeindeschreiberin Claudia Valler mit. So können die Gäste bei schlechtem Wetter von der Liegewiese ins Innere wechseln. Deshalb kamen in diesem Jahr lediglich 5000 Gäste weniger ins Fohrbach als 2018.

Auch im Freibad der Stadt Adliswil war mit 55000 Besuchern der Andrang nur um 1000 Personen geringer als 2018, wie Stadträtin Susy Senn (FDP) berichtet. Kinder und Fitnesskunden werden hier nicht erfasst. Im Oetwiler Freibad Eichbüel erfrischten sich 16000 Personen, «etwas weniger als im Vorjahressommer», schreibt Gemeindeschreiber Daniel Sommehalder. Das Zumiker Freibad Juch besuchten rund 46000 Personen (ohne Kinder und Schuleintritte), was einem Minus von 4000 gegenüber 2018 entspricht. «Die Saison war sehr durchschnittlich, eher sogar darunter», sagt Gemeindeschreiber Thomas Kauflin.

Bis 30 Prozent weniger

Am Zürichsee sind die Zahlen zum Teil imposant. In Horgen strömten 105000 Menschen in die Seebäder Sportbad Käpfnach und Parkbad Seerose. Das sind gemäss Abteilungsleiter Liegenschaften und Sport, Christoph Boller, 5 respektive 12 Prozent weniger als 2018. Deutlichere Verluste registriert das Seebad Kilchberg, wo knapp 60000 Gäste sich abkühlten – 20000 weniger als im Sommer 2018.

Küsnacht registrierte mit 62500 Eintritten rund 17000 weniger als im Vorjahr, in Männedorf sind es bei 32000 Badegästen 6000 weniger. Das Seebad Richterswil verlor bei 49000 Besuchern 10000 auf den Supersommer 18.

«Thalwil hatte einen normalen Sommer, die Einnahmen liegen leicht über dem Budget, 2018 lagen sie rund 30 Prozent über den Erwartungen».Joanna Büchler, Kommunikationsverantwortliche in Thalwil

Joanna Büchler, Kommunikationsverantwortliche in Thalwil, meldet einen «normalen Sommer, die Einnahmen liegen leicht über dem Budget, 2018 lagen sie rund 30 Prozent über den Erwartungen». Für den Erlenbacher Gemeindeschreiber Daniel Keibach übertrifft 2019 die «normalen Jahre». Sein Meilemer Amtskollege Didier Mayenzet sagt, dass bereits Anfang August die budgetierten Erträge erreicht wurden. «Der Supersommer 2018 fiel jedoch rund 30 Prozent höher aus.»

In Stäfa rechnet Marcus Bosshard, Abteilungsleiter Alter und Gesundheit, mit «Besucherzahlen etwa gleich hoch wie 2018». Susanne Gadola von der Genossenschaftsbadi Lützelsee in Hombrechtikon bringt das Fazit auf den Punkt: «Es war ein sehr guter Sommer. Aber einen Vergleich mit 2018 muss man ausklammern, das war einfach ein gestört gutes Jahr.»

Über allen Besucherzahlen steht für die Verantwortlichen der See- und Freibäder eine andere Bilanz im Vordergrund: ob der Sommer unfallfrei verlaufen ist. Mit zwei tragischen Ausnahmen – ein medizinischer Todesfall in Meilen und ein Ertrinkungstod in Wädenswil – verlief die Saison ohne schwerwiegende Unfälle.

Erstellt: 11.09.2019, 17:02 Uhr

Wo der Badesommer am Zürichsee länger dauert

Die meisten Bäder schliessen an diesem Bettags-Wochenende ihre Tore. Oetwil hat bereits am 8. September dichtgemacht. In Richerswil und im Thalwiler Bürger I bleibt der Gastronomiebetrieb bis 29. September geöffnet. Einige Seebäder wie am Lützelsee, in Zollikon oder Uetikon (Kiosk offen bis Ende September) verlängern die Saison, wenn das Wetter warm bleibt, um eine Woche.

Die Badi Feldbach bleibt bis 26. September offen, das Strandbad und die Bretterbadi in Wädenswil bis 29. September, das Horgner Käpfnach sogar bis 30. September. In Meilen stehen die Seebäder vom 15. bis 30. September gratis zur Verfügung, jedoch ohne Wache. Ab 1. Oktober sind alle Meilemer Strandbäder als Erholungsanlagen zugänglich. Auch in Wädenswil und Oberrieden verwandeln sich die Strandbäder wieder in einen öffentlichen Park. (di)

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