Bezirksgericht Horgen

Mutmasslichem Vergewaltiger droht Haftstrafe und Landesverweis

Ein abgewiesener Asylbewerber aus dem Durchgangszentrum in Adliswil soll im letzten Sommer beim Bahnhof Langnau eine junge Frau vergewaltigt haben. Am Dienstag wird dem Afrikaner der Prozess gemacht.

Am Bahnhof Langnau soll es im August des letzten Jahres zur Vergewaltigung gekommen sein.

Am Bahnhof Langnau soll es im August des letzten Jahres zur Vergewaltigung gekommen sein. Bild: Archiv ZSZ

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Fall sorgte im letzten Sommer für landesweite Schlagzeilen: In der Nacht vom 16. August stürmte eine junge Frau tränenüberströmt in eine Langnauer Bäckerei und berichtete, dass sie kurz zuvor beim Bahnhof vergewaltigt worden sei. Zwei Tage später verhaftete die Polizei einen damals 25-jährigen Afrikaner. Dabei handelt es sich um einen abgewiesenen Asylbewerber aus dem Durchgangszentrum in Adliswil. Er ist seither in U-Haft.

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis hat in der Folge Anklage gegen den Beschuldigten wegen Vergewaltigung und Raub erhoben. Am Dienstag wird der Fall unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Bezirksgericht Horgen verhandelt. Kommt die Staatsanwaltschaft mit ihren Forderungen durch, drohen dem jungen Mann viereinhalb Jahre Haft. Zusätzlich dazu fordert der zuständige Staatsanwalt nach Beendigung der Gefängnisstrafe einen Landesverweis von 15 Jahren.

Im Zug Kontakt gehabt

Laut Anklageschrift hatte der Beschuldigte mit dem 20-jährigen angeblichen Opfer im Zug S4 Kontakt. Beim Aussteigen am Bahnhof Langnau sei er der jungen Frau durch die Bahnhofsunterführung gefolgt und habe sie am Ende der Unterführung gepackt und auf eine Treppe geworfen.

In der Folge beschreibt die Staatsanwaltschaft detailliert, wie es während einer Zeit von fünf bis zehn Minuten zur angeblichen Vergewaltigung gekommen sein soll. Neben diesem gravierenden Anklagepunkt soll der Afrikaner aber auch des Raubes schuldig gesprochen werden. So habe der Beschuldigte nach der mutmasslichen Vergewaltigung den Rucksack der jungen Frau entwendet, um so «an möglichst viel Bargeld und Wertgegestände zu gelangen», wie es in der Anklageschrift heisst. Mit dem Rucksack habe sich der Täter dann vom Tatort entfernt. Der Rucksack wurde später am Bahnhof Langnau gefunden. Entwendet worden sei Bargeld in der Höhe von 150 Euros und 200 Franken. Ebenso habe der Beschuldigte das Mobiltelefon der jungen Frau im Wert von rund 500 Franken mitgehen lassen.

Bund sistierte Wegweisung

Der beschrieben Tathergang wird in dieser Form von der Staatsanwaltschaft geschildert. Spricht man mit der Verteidigung des mutmasslichen Täters, klingt es anders. Der Verteidiger will im Vorfeld der Verhandlung noch nicht ins Detail gehen, sagt aber am Telefon, dass die Darstellungen in der Anklageschrift «vollumgänglich bestritten werden.»

Pikant: Bereits ein Jahr vor der angeblichen Tat hat der Kanton Zürich entschieden, den Afrikaner, der mit Frau und Kind im Durchgangszentrum in Adliswil lebte, nach Italien zurückzuschicken. Weil er jedoch Einsprache gegen den Entscheid beim europäischen Gerichtshof erhoben hatte, sistierte der Bund die Wegweisung vorerst. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.05.2018, 14:47 Uhr

Artikel zum Thema

Sexueller Angriff auf eine junge Frau

Langnau In der Bahnhof-Unterführung in Langnau ist gemäss TeleZüri eine 20-Jährige sexuell angegriffen worden. Der mutmassliche Täter sitzt in Untersuchungshaft. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!