Thalwil

Musik in Erinnerung an Apollo 11

Dem Musikverein Harmonie Thalwil ist ein Konzert gelungen, das bewies, welch eine Klangfülle zeitgenössische Blasmusik auszeichnet. Der Mond und die Sterne standen dabei im Mittelpunkt.

Unter der Leitung von Dirigent Christian Bachmann setzte die Harmonie Thalwil zu einem musikalischen Flug ins Weltall an.

Unter der Leitung von Dirigent Christian Bachmann setzte die Harmonie Thalwil zu einem musikalischen Flug ins Weltall an. Bild: André Springer

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Das Kirchenschiff und die Balkone in der reformierten Kirche Thalwil waren gut besetzt, als die Harmonie Thalwil am Sonntagabend unter der Leitung ihres Dirigenten Christian Bachmann das Konzert durch ferne Galaxien begann. Unter dem Motto «Moon and Stars» hatte die Musikkommission des Vereins ein Programm zusammengestellt, das Apollo 11 – dem vor 50 Jahren erfolgten ersten bemannten Flug mit einer Mondlandung – gewidmet war. Standesgemäss eröffnete das 44-köpfige Orchester den Abend mit der Fanfare Apollo vom zeitgenössischen belgischen Komponisten Jan van der Roost.

Die Herausforderung an die Harmonie Thalwil bestand darin, dem Publikum instrumental zu vermitteln, es befinde sich auf einem rasanten Flug durch das Weltall und verliere sich in den Sphären der Schwerelosigkeit. Dies gelang durch Takt-, Tempo-, Rhythmus- und Tonartenwechsel, die von den Musikern nicht nur höchste Konzentration abverlangten, sondern auch die Flexibilität, von einem Moment zum anderen völlig verschiedene Emotionen musikalisch auszudrücken. Alle Register, vom Alt-, Tenor- und Baritonsaxofon über die Holzbläser wie Flöte und Klarinette bis hin zu Trompeten, Tuba und Posaune, meisterten ihre Aufgabe mit Bravour.

«Houston, we have a problem»

Als Kontrast zu Apollo 11 intonierte das Ensemble die Filmmusik des Blockbusters Apollo 13, die vom holländischen Komponisten Ton van Grevenbroek für Blasorchester arrangiert wurde. Die Mission Apollo 13 geriet fast zur Tragödie, von jenem Flug stammt der legendäre Satz «Houston, we have a problem.» Es grenzte an ein Wunder, dass die Besatzung heil zurückkam. All diese Dramatik, Spannung und Ungewissheit kamen in einer Fülle unterschiedlichster Klänge zum Ausdruck.

Dramatik, Spannung und Ungewissheit kamen in einer Fülle unterschiedlichster Klänge zum Ausdruck.

An Intensität kaum zu übertreffen war der Vortrag mit Ausschnitten aus der Orchestersuite Die Planeten von Gustav Holst. Die Harmonie Thalwil spielte das anforderungsreiche Stück meisterhaft. In den Sätzen der First Suite in Es hatte Holst Takte seiner Merkur- und Jupiterkomposition eingebaut.

Sphärische Klänge

Zu Planeten im Sonnensystem schienen auch The Milky Way Express des zeitgenössischen japanischen Komponisten Hayato Hirose zu führen und sphärische Klänge beinhaltete ebenso As the Moon whispers vom 34-jährigen Benjamin Yeo aus Singapur. Starflash rundete einen musikalisch hochstehenden Abend ab. Darin vertonte der Österreicher Otto M. Schwarz seine persönliche Himmelserscheinung. Er beobachtete auf der griechischen Insel Kos zwei Sternschnuppen, die aus entgegengesetzten Richtungen aufeinander zuflogen.

Danach fanden die Träumereien jedoch ein Ende. Der Musikverein Harmonie Thalwil entliess das Publikum mit der Zugabe Sleigh Ride in die nasskalte Nacht. Sleigh Ride heisst übersetzt Schlittenfahrt. Draussen wurde indes Glühwein ausgeschenkt, der reichlich Zuspruch fand.

Erstellt: 02.12.2019, 15:09 Uhr

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