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Geständnis einerseits – Abstreiten andererseits

Eine Beschuldigte gibt zu, bei der Tötung einer 88-Jährigen beteiligt gewesen zu sein. Ihre Kollegin, die als Nachtschwester im Alterszentrum arbeitete, will damit nichts zu tun haben.

Die beiden Angeklagten und ihre Verteidiger mussten sich heute vor dem Bezirksgericht Horgen verantworten.
Die beiden Angeklagten und ihre Verteidiger mussten sich heute vor dem Bezirksgericht Horgen verantworten.
Sibylle Heusser

«Ich weiss, dass das für Sie nicht einfach ist», sagt Gerichtspräsident Reto Nadig einfühlsam. Es ist der erste Tag am Horgner Bezirksgericht im Prozess gegen die beiden Frauen, die im November 2013 mutmasslich eine Seniorin im Alterszentrum Hochweid in Kilchberg getötet haben.

Die 26-jährige Beschuldigte kann sich kaum beruhigen, als sie im vollgepackten Gerichtssaal berichten soll, wie sie einer 88-Jährigen ein in Salmiakgeist getränktes Tuch über Mund und Nase gehalten hat. Doch sie muss die Fragen beantworten. Quälend lange dauert die Befragung, immer wieder unterbrochen durch Weinkrämpfe der jungen Verkäuferin. Sie habe doch nur ihrer Freundin vertraut, gibt sie zu Protokoll. Diese habe im Alterszentrum Hochweid als Nachtschwester gearbeitet und sicher gewusst, wie man jemanden betäubt statt tötet. «Die hat noch gelebt, als wir gegangen sind», bricht es plötzlich aus der jungen Frau heraus. Sie habe ein tiefes Ein- und Ausatmen gehört, ist sie sicher. Betäuben wollten sie die alte Frau gemäss dem Geständnis, um sie zu berauben.

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