Mordprozess Hochweid

Mord im Alterszentrum wird weitergezogen

Der Prozess um die Tötung einer Bewohnerin des Alterszentrums Hochweid findet eine Fortsetzung. Sowohl der Staatsanwalt, als auch ein Verteidiger sind mit dem Urteil nicht zufrieden.

Der Mord an einer Bewohnerin des Alterszentrums Hochweid in Kilchberg wird die Gerichte auch weiterhin beschäftigen.

Der Mord an einer Bewohnerin des Alterszentrums Hochweid in Kilchberg wird die Gerichte auch weiterhin beschäftigen. Bild: Keystone

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Gerne würden die Bewohner und Mitarbeiterinnen des Alterszentrums Hochweid, mit dieser schwierigen Zeit, als die Bewohnerin einer Alterswohnung getötet wurde, abschliessen. Ausgerechnet eine ehemalige Mitarbeiterin des Kilchberger Alterszentrums soll für die Tat vom 10. November 2013 verantwortlich sein. Erst vor einer Woche fand dieser Fall sein vorläufiges Ende mit dem Urteil des Bezirksgerichts Horgen. Die ehemalige Nachtschwester des Alterszentrums und ihre Kollegin wurden zu 13 beziehungsweise 10,5 Jahren Gefängnis wegen Mords verurteilt.

Doch die Betroffenen müssen sich gedulden. Denn abgeschlossen ist der Fall noch nicht. Sowohl Staatsanwalt Matthias Stammbach, wie auch Leo Sigg, Verteidiger der Nachtschwester, haben Berufung angekündigt, wie sie gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» bestätigen. Zwar wollen beide noch das schriftliche Urteil abwarten, um den Prozess definitiv an das Zürcher Obergericht weiterzuziehen. Doch Sigg hält einen Rückzug nicht für wahrscheinlich. «Es hat sich grundsätzlich nichts geändert. Meine Mandantin sagt, sie war nicht vor Ort», erklärt er auf Anfrage.

Geständnis sei unter Druck entstanden

Entsprechend hatte ihr Verteidiger am Bezirksgericht Horgen auf einen Freispruch plädiert. Die Schuld an der Tat hatte die Fachangestellte Gesundheit ihrer Kollegin und ihrem damaligen Freund in die Schuhe geschoben. Erfahren habe sie davon erst, als ihre Kollegin ihr davon erzählt habe. Zu Beginn der Untersuchung hatte die 30-Jährige die Tat noch zugegeben. Das Geständnis sei aber unter Druck entstanden, sagte sie vor Gericht. Sie habe schnell wieder aus dem Gefängnis zu ihrem Sohn gewollt, sagte sie. Zudem habe sie Angst vor ihrem Partner gehabt, einem angeblichen Mitglied der Hells Angels.

Staatsanwalt Matthias Stammbach will nicht nur das Urteil gegen die ehemalige Nachtschwester weiterziehen, sondern auch jenes gegen ihre 26-jährige Kollegin. Das kommt nicht ganz überraschend. Diese lagen 4,5 beziehungsweise 5 Jahre tiefer, als er es gefordert hatte. Er zeigte sich nach dem Prozess zufrieden mit der rechtlichen Einordnung der Tat als Mord. Doch dass ihm die für Mord relativ tiefen Strafen - das Strafmass liegt bei 10 Jahren bis lebenslänglich - etwas Mühe machten, war ihm damals anzumerken.

Zweiter Verteidiger denkt nicht an Weiterzug

Nach dem Urteilsspruch sagte einzig Roland Egli, Verteidiger der 26-jährigen Verkäuferin, dass er nicht an einen Weiterzug denkt. Seine Mandantin war trotz der Verurteilung wegen Mords zufrieden. Egli hatte nur vier Jahre Gefängnis weniger gefordert. Die 26-Jährige hatte die Tat stets zugegeben, selbst als sie von ihrer Kollegin unter Druck gesetzt wurde. Sie betonte aber, nicht so brutal vorgegangen zu sein, wie es ihr vorgeworfen wurde. Die junge Frau sitzt im vorzeitigen Strafvollzug im Frauengefängnis Hindelbank, wo sie bereits eine Therapie begonnen hat. Die 30-jährige Nachtschwester sitzt weiterhin in einem Zürcher Bezirksgefängnis in Sicherheitshaft.

Erstellt: 04.12.2015, 12:04 Uhr

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