Schönenberg

Mitglieder beruhigt: Liegenschaft bleibt im Besitz des Vereins

Nach der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des Schönenbergers Vereins Junge Kirche scheint vieles klarer. Die Sorge um die vereinseigene Liegenschaft Zweierhof ist gebannt.

Der Verein Junge Kirche wird auch weiterhin Besitzer des Zweierhof-Hauses in Schönenberg bleiben.

Der Verein Junge Kirche wird auch weiterhin Besitzer des Zweierhof-Hauses in Schönenberg bleiben. Bild: Manuela Matt

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Die Wogen haben sich geglättet. Mit der ausserordentlichen von Mitgliederversammlung des Vereins Junge Kirche Schönenberg von letztem Samstag ist wieder etwas Ruhe eingekehrt zwischen den alten und den neuen Mitgliedern.

Im Vorfeld hatten sich die Gemüter erhitzt, weil die Zukunftsfrage der vereinseigenen Liegenschaft Zweierhof nicht geklärt war. Befürchtungen wurden laut, dass die derzeitigen Dauermieter des Zweierhofs – das Kollektiv Alp&Pine – das Haus hinterrücks erwerben könnten und der mitgliederschwache Verein dem nicht entgegenwirken kann.

Neuer Begegnungsort

Die alteingesessenen Mitglieder stellten vor der Versammlung einen Antrag, die Liegenschaft Zweierhof, samt Bank- und Erneuerungsguthaben, unter vorgängiger Begutachtung und Zusage durch den Kirchenrat der kantonalen Landeskirche zu übergeben. Damit werde der Vorstand des Vereins entlastet und mangels Aufgaben der Verein gelöscht.

Doch so weit kam es nicht, denn der Präsident des Vereins Junge Kirche, Peter Schärer, erklärte den Antrag aus formaljuristischen Gründen als ungültig. «Ein Antrag von dieser Tragweite war nicht auf der ordentlichen Traktandenliste. Es müssen aber alle Mitglieder darüber informiert sein, sonst kann ein nicht informiertes Mitglied den Entscheid anfechten», sagt Schärer. Er werde aufgeschoben und in der nächsten Sitzung vom 6. Juni ordentlich traktandiert und behandelt.

Hier steht der Zweierhof

Rund 50 Personen sind am Samstag zur Mitgliederversammlung erschienen, wie Peter Schärer mitteilt. Ein grosser Zuwachs seit der letzten Versammlung, die lediglich von vier Mitgliedern besucht wurde. Der Präsident begründet diesen mit einer regen Mobilmachung seitens des Vereins Junge Kirche, wie auch des Kollektivs Alp&Pine.

«Es war eine konstruktive Sitzung, an der wir die Mitglieder intensiv über die Zukunft des Zweierhofs informieren konnten», sagt Schärer. Es werde Veränderungen im Vorstand geben, sagt Schärer weiter im Hinblick auf die nächste Mitgliederversammlung. Dann werde sich der Vorstand neu konstituieren. «Dazu kann sich jedes Vereinsmitglied melden», betont er. Auch sollen die Statuten bearbeitet werden, denn diese seien nicht mehr zeitgemäss und entsprächen nicht mehr ganz dem Vereinszweck. Schärer verdeutlicht die Situation: «Seit die Landeskirche ihr Angebot selbst ausgebaut hat und selbst Angebote für Jugendliche lanciert, hat sich vieles verändert.»

«Einzig die Vermietung unserer Liegenschaft an Konfirmationslager, Ferienlager oder sonstige Gruppen haben wir beibehalten»Peter Schärer

Das in den Statuten festgehaltene Ziel, Aktivitäten für Junge Menschen anzubieten oder mit Kantonalkirchen, Kirchgemeinden, Jugendbeauftragten und anderen Institutionen zusammenzuarbeiten, werde schon lange nicht mehr umgesetzt. Auch die Publikation einer Vereinszeitung ist seit Jahren eingestellt. «Einzig die Vermietung unserer Liegenschaft an Konfirmationslager, Ferienlager oder sonstige Gruppen haben wir beibehalten», sagt Schärer.

Die Statuten müssten daher dringend angepasst werden. Erst mit den neuen Mietern – die einen unbefristeten Vertrag haben, der frühestens gegen ende 2023 beidseits kündbar ist - und deren Pläne zur Bewirtschaftung des Hauses mache es jedoch Sinn, die Statuten anzupassen, da diese Prozedur Zeit und Geld koste, erklärt Schärer. Noch komplizierter wäre es, einen neuen Verein zu gründen, sagt der Präsident des Vereins, denn dann müsste ein Eigentumsübertrag an den allfälligen neuen Verein stattfinden.

«Der Verein Junge Kirche wird auch weiterhin Besitzer des Hauses bleiben», versichert Schärer. Es sei nicht die Idee, den neuen Mietern das Gebäude «billig zuzuschanzen». Vielmehr wolle der Verein mit den Dauermietern den Wert der Liegenschaft erhalten. Dafür wolle man dem Kollektiv Alp&Pine die Chance geben ihr Projekt zu verwirklichen. Dieses befinde sich derzeit noch im Aufbau und müsse sich erst entwickeln. Die Idee des jungen Kollektivs sei es aber, einen Begegnungsort zu schaffen. Nicht nur für ausgewählte Leute, sondern auch für die Gemeinde und das Quartier. Das Kollektiv Alp&Pine war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Mitglieder sind beruhigt

Auch einige der alteingesessenen Vereinsmitglieder zeigen sich versöhnlich mit dem Projekt des Kollektivs nach der Mitgliederversammlung. «Das Vorhaben widerspricht nicht dem Vereinsgedanken», räumt Mitglied Rolf Speerli ein. Alp&Pine sei sehr darauf bedacht, Vertrauen zu schaffen und man könne auf den ersten Blick nichts Negatives an dem Kollektiv finden.

Beruhigt sei er insbesondere, dass die Liegenschaft Zweierhof im Besitz des Vereins bleiben soll, wie ihm auch von Remo Hiltebrand von Alp&Pine versichert und zu Protokoll gegeben worden sei. Dennoch werfe der rasante Mitgliederanstieg Fragen auf.

Erstellt: 13.01.2020, 17:47 Uhr

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