Richterswil

Mit Pflästerlipolitik will Gemeinde den Erhalt der Remise sichern

Lange wurde versucht die alte Lokremise beim Seebad in ein attraktives Gebäude zu verwandeln. Nun versucht die Gemeinde mit Notmassnahmen die Remise vor dem Zerfall zu retten.

Einige Latten und Balken der Remise müssen dringend ausgewechselt werden. Die Gemeinde Richterswil nimmt vorerst 20'000 Franken dafür in die Hand.

Einige Latten und Balken der Remise müssen dringend ausgewechselt werden. Die Gemeinde Richterswil nimmt vorerst 20'000 Franken dafür in die Hand. Bild: David Baer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Gnadenlos nagt der Zahn der Zeit an der Remise. Der aus dem Jahr 1876 stammende Holzschuppen für Lokomotiven direkt neben dem Seebad Richterswil muss saniert werden. Die am dringensten nötigen Massnahmen hat die Gemeinde Richterswil nun bei einer Begehung mit einem Vertreter der Denkmalpflege des Kantons Zürich im Beisein einer Holzbaufirma im Detail abgesprochen. Dies geht aus dem Gemeinderatsbericht hervor.

«Wir werden vorerst 20 000 Franken für erhaltende Massnahmen der Remise investieren», sagt Evelyn Meuter, Leiterin Liegenschaften der Gemeinde Richterswil. Das Geld werde dazu verwendet Bretter und Balken zu erneuern. Die ursprüngliche Idee, die Hülle der Remise sukzessive zu sanieren, wurde seitens der Denkmalpflege verworfen. Stattdessen schlug diese vor, vorerst nur die notwendigsten Sofortmassnahmen zur Sicherung des Bestandes vorzunehmen.

«Wir werden vorerst 20'000 Franken für erhaltende Massnahmen der Remise investieren.»Evelyn Meuter, Leiterin Liegenschaften der Gemeinde Richterswil

Als Grund führt die Denkmalpflege an, dass es nicht zielführend sei, ohne ein konkretes Umbauvorhaben die Sanierung der Fassade durchzuführen. Ein Umbauprojekt werde sich höchstwahrscheinlich auf die Fassaden auswirken. «Ausserdem muss es bewilligungsfähig und seine Finanzierung gesichert sein», sagt Markus Pfanner, Kommunikationsberater der Baudirektion des Kantons Zürich.

Remise bleibt ein Lagerraum

Derzeit dient die denkmalgeschützte Remise als Lagerraum. Doch wie Meuter mitteilt gibt es immer wieder private Interessenten, welche die Remise in ein nützlicheres Gebäude umgestalten möchten. «Dies ist allerdings nicht sinnvoll, solange man in die seeseitige Fassade des Gebäudes keine Fenster einbauen kann», sagt Meuter. Laut Denkmalpflege sind im Wesentlichen die historischen Bauteile schutzwürdig, welche die Identität der Remise bestimmen. Dazu gehören die Tragkonstruktion, die geschlossene Fassade, die mit Ziegel gedeckten Dachflächen sowie die Fenster- und Tür- beziehungsweise Toröffnungen. «Die Möglichkeiten für eine allfällige Umnutzung der Remise sind im Rahmen eines konkreten Projekts im Einzelfall zu prüfen», sagt Pfanner.

Dabei gab es schon einmal ein Projekt von privaten Initianten. Diese haben ihre Idee eines Kulturzentrums so weit gebracht, dass vor zwei Jahren die Stimmbürger nur noch hätten ja sagen müssen. Doch an der Urne wurde das 4,1 Millionen Franken Projekt abgelehnt und seither dient die Remise weiterhin als Lagerraum. «Die kantonale Denkmalpflege wurde in der Erarbeitung des damaligen Projekts einbezogen», sagt Pfanner. Sie würde das Projekt auch zum heutigen Zeitpunkt unterstützen. Allerdings sei auch hier die Beurteilung an ein konkretes Bauvorhaben gebunden und im Einzelfall zu prüfen.

Mit dem damaligen Projekt hätte auch die Seebadküche um- und teilweise neu gebaut werden können. «Die Küche ist noch gut nutzbar», sagt Evelyn Meuter. Mit deren Sanierung möchte man noch zuwarten, falls es doch noch eine Umnutzung der Remise gibt und erst im Zuge dessen auch die Seebadküche in Angriff nehmen.

Erstellt: 12.12.2018, 16:26 Uhr

Artikel zum Thema

Die Remise wird zum teuren Lagerraum

Richterswil Seit Sonntag ist das Remise-Projekt Geschichte. Gemeinderat Ivo Beeler glaubt, dass sich die Richterswiler nicht über die Tragweite des Entscheids bewusst sind. Mehr...

Bald mehr Platz für Museumsbahnen

Sihlwald Die Zürcher Museums-Bahn hat eine Baubewilligung für die Vergrösserung ihrer Remise im Sihlwald erhalten. Dies kommt einer kleinen Sensation gleich. Der Baustart ist jedoch noch offen. Mehr...

Richterswiler wollen doch kein Kulturzentrum

Richterswil Mit einem deutlichen Ja verzichten die Richterswiler auf den geplanten Umbau und die Sanierung der Remise und damit auf einen neuen Veranstaltungsort am See. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles