Samstagern

Mit Inbrunst vorgetragenes Liedgut

An der Premiere des traditionellen Chränzli des Männerchors Frohsinn hiess es Bühne frei für bodenständige Lieder. Das abendfüllende Programm brachte ebenso das Publikum zum Juchzen.

Die Sänger trugen gekonnt und mehrstimmig auch populäre Lieder vor, darunter das Evergreen «O mein Papa».

Die Sänger trugen gekonnt und mehrstimmig auch populäre Lieder vor, darunter das Evergreen «O mein Papa». Bild: Manuela Matt

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Der Haaggerisaal war am Samstagabend frühzeitig bis auf den letzten Platz besetzt, es mussten zusätzliche Tische und Stühle aufgestellt werden, als der Männerchor Frohsinn Samstagern in den Garderoben noch am Einsingen war. Vor dem Konzert liessen es sich die rund 250 Besucher beim Festmenü schmecken.

Vereinspräsident Sepp Uhr nahm sich derweil Zeit, einige der Nachzügler zu begrüssen. Ein familiärer Bezug war dabei auszumachen, was mit den Gastmusikern zusammenhing. Für den instrumentalen Teil der Premiere engagierte der Männerchor die Rusch-Büeblä Simon und Cyril Rusch, 17 Jahre jung und Zwillinge, die mit virtuosem Spiel auf dem Schwyzerörgeli aufwarteten. Vater Roger Rusch begleitete seine Jungmannschaft am Kontrabass. Er ist mit Doris, der Schwester von Sepp Uhr, verheiratet, Simon ist dessen Göttibueb.

Einen speziellen Willkommensgruss erhielt ebenfalls der Gemischte Chor Zäziwil. Aus dem Emmental angereist, zeigten sich die Berner erkenntlich, dass sie an ihrem letztjährigen Unterhaltungsabend von der Theatergruppe des Männerchors Frohsinn die Kulissen zur Verfügung gestellt bekamen.

Gänsehautgefühl und ein Hit

Die Zäziwiler hatten eigens Holzlöffel mitgenommen, mit denen sie zur Musik der Rusch-Büeblä das «Löffele» praktizierten. Danach formierte sich der Männerchor auf der Bühne. In den roten Gilets über den gestärkten weissen Hemden gaben die 24 Mannen eine gute Figur ab. Der Auftritt geriet zu einem wahren Heimspiel für die Gesangskünstler. Die Jodel lösten ein gehöriges Gänsehautgefühl und im Publikum ebenfalls Juchzer aus.

Die Sänger trugen gekonnt und mehrstimmig auch populäre Lieder vor, darunter das Evergreen «O mein Papa», getreu nach dem gesanglichen Motto des Abends «Oldies». Als ganz grosser Hit erklang schliesslich «Hulapalu», der Gassenhauer des österreichischen Sängers Andreas Gabalier. Einige der jüngeren Chormitglieder legten dabei in Lederhosen eine kesse Sohle aufs Parkett. Als erste klatschten die Zäziwiler im Rhythmus und sangen den Refrain mit, der Saal stimmte sich mit ein.

Nach zwei Zugaben ging die aufgeräumte Stimmung nahtlos weiter, als die Theatergruppe des Männerchors Frohsinn ihre Sängerkollegen mit der Komödie «Schön wärs» ablöste. Das Stück handelt von Heinz Binder, einem Strohwitwer, dessen Frau Bertha in den Ferien weilt. In Binders Haushalt geht prompt alles drunter und drüber. Seine Brüder Rolf und Willy eilen ihm zu Hilfe. Just in diesem Moment taucht eine nächtliche Bekannte, die Bardame vom Pik Ass, auf, die mit unlauteren Absichten das Haus betritt, und Bertha kehrt vorzeitig zurück.

Abschied für den Dirigenten

Ein bisschen Wehmut kam dennoch auf, als Chorpräsident Sepp Uhr auf der Bühne dem musikalischen Leiter und Dirigenten Jürg Spadin zum Abschied ein Präsent überreichte. Im Turnus von zwei Jahren wird der Vorstand des Männerchors neu bestellt. An der letzten Generalversammlung fiel der Entscheid, künftig auf die Dienste von Daniela Müller zu setzen, die auch den Männerchor Käpfnach Horgen weiterhin leiten wird. Sieben Jahre lang dirigierte der Bündner die Frohsinnigen. «Ich hätte gerne noch zwei Jahre weitergemacht», sagte er. «Wir bleiben mit Jürg im Kontakt», wies Sepp Uhr darauf hin, dass die Tür einen Spalt offen bleibt. Spadin bekommt die Gelegenheit, den Chor am kommenden Freitag und Samstag an den Reprisen des Chränzli nochmals zu dirigieren.

Chränzli Männerchor Frohsinn Samstagern. Weitere Aufführungen: Freitag, 5. April und Samstag, 6. April, jeweils 20 Uhr im Haaggerisaal. Festbetrieb mit warmer Küche ab 18.30 Uhr.

Erstellt: 01.04.2019, 17:25 Uhr

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