Horgen

Mit dem Flick-Kafi wollen sie etwas gegen den Abfallberg tun

Bald gibt es im Begegnungszentrum Baumgärtlihof ein Flick-Kafi. Wer etwas zum Reparieren hat, kann es dort vorbeibringen und während dem Warten einen Kaffee trinken.

Die Flick-Kafi-Initianten Urs Länzlinger (links) und Vreni Rothacher mit Kassier und Protokollführer Wolly Schäfer.

Die Flick-Kafi-Initianten Urs Länzlinger (links) und Vreni Rothacher mit Kassier und Protokollführer Wolly Schäfer. Bild: zvg

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Die Idee eines Reparatur-Cafés kommt aus Holland und ist dort sowie in Deutschland immer öfters anzutreffen. «Wir sprechen Leute an, die etwas zum Reparieren haben oder ihr handwerkliches Geschick anbieten möchten», erklärt Urs Länzlinger. Er hat das Flick-Kafi zusammen mit Vreni Rothacher initiiert, später kam Wolly Schäfer dazu. Länzlinger und Rothacher sind Mitglied der Naturschutzkommission Horgen und setzen sich unter anderem für eine bessere Abfallbewirtschaftung ein. Bei einem Workshop des Schweizerischen Konsumentenschutzes haben sie dann die Idee des Reparatur-Cafés kennengelernt und waren sofort begeistert. «Indem Geräte repariert und nicht einfach weggeworfen werden, können Abfallberge vermindert, aber auch Portemonnaies geschont werden», ist Länzlinger überzeugt.

Defekte, kleinere Gegenstände wie Haushalt- und Elektrogeräte, Stühle, Kleider, Spielzeug oder auch Velos können Horgnerinnen und Horgner, aber auch Auswärtige, künftig ins Flick-Kafi bringen. Dort werden die Gegenstände von Fachleuten repariert. Sie alle arbeiten ehrenamtlich, genau wie alle Mitglieder des Vereins Flick-Kafi Horgen. «Die Fachleute beraten und helfen bei der Reparatur», so Urs Länzlinger. Wer auf seinen zu reparierenden Gegenstand warten muss, kann dies bei Kaffee und Kuchen tun. Nicht repariert werden Autos, Mofas, Uhren, Brillen, Handys oder Grossgeräte wie Kühlschränke oder Fernseher. Auch müssen die Gegenstände jeweils von den Besitzern wieder mitgenommen werden.

Freiwillige Fachleute gesucht

Das Flick-Kafi soll durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen selbsttragend werden. Ein Gewinn wird nicht angestrebt. Die Reparaturen kosten nichts, allerdings wird ein Beitrag an die Unkosten geschätzt. Ersatzteile oder spezielles Material sind kostenpflichtig. Auch müssen aufwändigere Reparaturen in Absprache bezahlt werden. Geflickt wird voraussichtlich einmal im Monat im Begegnungszentrum Baumgärtlihof in Horgen. Das Zentrum stellt anfangs die Räumlichkeiten gratis zur Verfügung. «Der Baumgärtlihof ist belebt, und wir wurden mit offenen Armen empfangen», freut sich Länzlinger. Obwohl sich schon ein paar freiwillige Helfer gemeldet haben, werden immer noch welche gesucht. So zum Beispiel Fachleute aus der Holz-, Metall- oder Kunststoffbranche oder ein Velomechaniker. Wer mithelfen will, aber handwerklich nicht begabt ist, kann Passivmitglied werden oder beim Kuchenverkauf mithelfen.

Nicht als Konkurrenz gedacht

Das Flick-Kafi sieht sich weder als Konkurrenz zu Reparatur-Werkstätten noch zum Café des Begegnungszentrum Baumgärtlihof. «Wir öffnen unser Flick-Kafi dann, wenn das Café geschlossen ist», sagt Urs Länzlinger. Zum ersten Mal öffnet das Flick-Kafi seine Türen Ende Oktober. Morgen Donnerstag findet ein Informationsanlass statt. «Wir hoffen, viele Interessierte und zukünftige Freiwillige anzusprechen und für unser Projekt gewinnen zu können.» ()

Erstellt: 08.09.2015, 15:46 Uhr

Infoanlass und Öffnungszeiten

Infoanlass am Donnerstag, 10. September, 18 Uhr, im Begegnungszentrum Baumgärtlihof, Horgen. Öffnungszeiten Flick-Kafi: Freitag und Samstag, 23. und 24. Oktober, sowie Freitag und Samstag, 11. und 12. Dezember. Freitags von 17 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.

Mehr Infos ab 10. September unter www.flick-kafi-horgen.ch.

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