Thalwil

Mineralienhändler bestreitet «Kassensturz»-Vorwürfe als «haltlos»

Ein Mineralien-Grosshändler aus Thalwil soll Angestellte heimlich gefilmt und zur Arbeit in den Keller geschickt haben. Gegen die Berichterstattung des «Kassensturzes» wehrt er sich.

Mineralienhändler in der Kritik: In der SRF-Sendung erhoben zwei Sachbearbeiterinnen schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Chef.

Mineralienhändler in der Kritik: In der SRF-Sendung erhoben zwei Sachbearbeiterinnen schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Chef. Bild: Symbolbild/Keystone

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Der «Kassensturz» berichtete von der Thalwiler Firma Ametista, in der zwei Mitarbeitende Opfer eines «schikanösen Chefs» geworden seien. Die SRF-Sendung führte Sachbearbeiterin Nicole G. auf, die vom Geschäftsführer und Inhaber der Firma, Didier R., kurz nach der Probezeit eine Kündigung erhalten habe. Dieser habe ihr ein Angebot gemacht: 3000 Franken auf die Hand, dafür sei sie ab sofort draussen.

Zudem habe der Geschäftsführer die Kündigung in die Probezeit rückdatiert. Als Nicole G. ablehnte, habe der Chef sie in den fensterlosen Keller zur Inventaraufnahme beordert. Eine andere Mitarbeitende, Miriam S., habe festgestellt, dass der Chef sie mit einer Videokamera überwacht habe – inklusive Ton. Als sie dies angesprochen habe, sei auch bei ihr bald die Kündigung auf dem Tisch gelegen.

Kassensturz betitelte R. im Beitrag als schikanösen Chef, der seine Angestellte zur Strafe in den Keller verbannt hatte. Quelle: SRF.

Beweise fehlen

Vor der SRF-Kamera nahm R. keine Stellung. Schriftlich teilte er dem «Kassensturz» mit, dass Frau G. nie Arbeiten ausgeführt habe, die nicht ihrem Arbeitsbeschrieb entsprochen hätten. Auf Anfrage der ZSZ ergänzte er, dass er grundsätzlich nicht verstehe, dass die mittlerweile ehemaligen Mitarbeitenden mit «haltlosen Anschuldigungen und ohne jegliche Beweise» an den «Kassensturz» gelangt seien. «Wenn an der Story etwas dran wäre, wäre die Polizei erschienen, nicht der ‹Kassensturz›», sagte er. Die kritisierte Videokamera etwa diene als Attrappe. Sie sei in 99 Prozent der Fälle ausgeschaltet und ziele nicht auf Arbeitsplätze. Sie sei nämlich in einem Showroom aufgestellt, wo sich gar keine Arbeitsplätze befänden.

Eine Angestellte schildert Kassensturz die mutmasslichen Eingriffe in ihre Privatsphäre. Quelle: SRF.

Auch bestreitet R. den Vorwurf vehement, Geld für die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung angeboten und diese gar rückdatiert zu haben. Es habe sich um eine ordentliche Kündigung mit Kündigungsfrist gehandelt. R. ergänzt im Gegenteil, es sei die Mitarbeiterin gewesen, die gedroht habe: «Stellen Sie mich frei, oder Sie werden grosse Probleme haben.» Somit steht es Aussage gegen Aussage.

Nun wolle er gegen die beiden ehemaligen Mitarbeitenden sowie gegen den «Kassensturz» rechtliche Massnahmen ergreifen, sagte der Geschäftsführer. Seine Mitarbeitenden und Kunden ständen zu ihm. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.01.2019, 19:16 Uhr

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