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Migros will Golfcampus loswerden

Die Pläne für einen 18-Loch-Golfplatz musste die Migros bereits 2014 begraben. Nun will sie sich auch von ihrer Golf-Driving-Range in der Beichlen trennen. Die Anlage wird an eine Schwyzer Firma verkauft. Interesse hätte auch der Golfpark Thalwil gehabt.

Nach dem 18-Loch-Platz will sich die Migros auch von ihrer Golf-Driving-Range in der Beichlen trennen.
Nach dem 18-Loch-Platz will sich die Migros auch von ihrer Golf-Driving-Range in der Beichlen trennen.
Archiv ZSZ

Es war ein Projekt mit überregionaler Bedeutung, das die Migros im Wädenswiler Gebiet Beichlen vorhatte. Einen Golfplatz mit 18 Löchern wollte sie realisieren. Doch der dafür nötige Eintrag im regionalen Richtplan Zimmerberg wurde vom Stimmvolk im November 2014 abgelehnt. Das Golfplatzprojekt war begraben. Golfbälle fliegen in der Beichlen trotzdem durch die Luft. Denn schon seit 2011 betreibt der orange Riese dort einen modernen Golfcampus mit 38 Abschlagplätzen und einem 3-Loch-Kurzplatz.

Nun will sich die Migros aber auch von dieser Golfanlage verabschieden. Wie der Wädenswiler Anzeiger schreibt, verkauft die Migros ihren Campus an die House of Swiss Golf AG, die ihren Sitz in Altendorf SZ hat. «Wir wollen uns nur noch auf Grossanlagen konzentrieren», begründet Christoph Frei, Mediensprecher der Genossenschaft Migros Zürich, den Verkauf gegenüber der ZSZ.

Die Schwyzer Firma ihrerseits ist auf die Durchführung von Golfturnieren spezialisiert. Einen eigenen Platz hatte sie bisher aber nicht. «Das wird für uns ein Novum», sagt Business Manager Anthony J. Helbling. Der Golfcampus, der in Swiss Golf Park umbenannt wird, verschaffe der sonst eher saisonal beschäftigten Firma ganzjährige Einnahmen. Dies sei mit ein Grund für den Kauf gewesen. Über die Kaufsumme schweigen beide Parteien.

«Regional stärker verankern»

Erste Interessensgespräche zwischen der Migros und der Golffirma hatten im letzten Herbst stattgefunden. In diesen Tagen nun würden die letzten Verträge unterschrieben, sagt Helbling. Ab Anfang April wird seine Firma den Betrieb der Golfanlage übernehmen. Äusserlich wird der Besitzerwechsel allerdings keine grossen Spuren hinterlassen. Dennoch will Helbling der Anlage neues Leben einhauchen und sie «regional stärker verankern». «Unser Clubmanager wohnt in Wädenswil und die neue Pächterin des Bistros führte zuletzt das Restaurant im Strandbad Freienbach», sagt Helbling.

Dank längerer Öffnungszeiten soll das Golfplatzrestaurant künftig auch andere Sportler und Erholungssuchende noch mehr ansprechen. So beispielsweise die Fussballer, Schützen oder Hundebesitzer, die sich häufig in der Beichlen aufhielten.

Die House of Swiss Golf AG war allerdings nicht der einzige Interessent am Kauf des Wädenswiler Golfcampus. Auch Hans Henrik Sando, Inhaber des Golfparks Thalwil, hätte die Anlage ursprünglich gerne übernommen, wie er auf Anfrage sagt. Schon vor ein paar Jahren habe er deshalb Verhandlungen mit der Migros aufgenommen. Doch über den Kaufpreis sei man nicht einig geworden.

Rentabilität bezweifelt

Sando geht davon aus, dass sich die Anlage in ihrem heutigen Zustand nicht rentabel betreiben lasse. Dies insbesondere, weil der Platz an zahlreichen Tagen im Jahr nur eingeschränkt bespielbar ist. Dann nämlich, wenn in der danebenliegenden Schiessanlage Beichlen geschossen wird. Für einen rentablen Betrieb würde man beispielsweise den 3-Loch-Platz schliessen müssen, glaubt Sando.

Und was hält der neue Besitzer Anthony J. Helbling davon? «Diese Annahmen kann ich nicht bestätigen. Der Golfcampus ist rentabel und wird dies auch in Zukunft sein. Einzig im Gastronomiebereich besteht noch Optimierungspotenzial.»

Nie Interesse am Golfcampus bekundet haben die Betreiber des Golfplatzes Schönenberg. Die anlage würde nicht ins Konzept passen, heisst es auf Anfrage.

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