Wädenswil

Machtkampf spielt sich noch hinter den Kulissen ab

Im Stadtrat von Wädenswil stehen die Zeichen auf Kontinuität: Sechs von sieben Stadtratsmitgliedern treten nächstes Jahr erneut zu den Wahlen an. Die Kräfteverhältnisse werden wohl Bestand haben.

Die Kräfteverhältnisse in der Stadt Wädenswil dürften auch nach den Wahlen 2018 Bestand haben: Sechs von sieben Stadtratsmitgliedern treten erneut zu den Wahlen an.

Die Kräfteverhältnisse in der Stadt Wädenswil dürften auch nach den Wahlen 2018 Bestand haben: Sechs von sieben Stadtratsmitgliedern treten erneut zu den Wahlen an. Bild: Archiv ZSZ

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Die Wädenswiler Exekutive ist parteipolitisch breit abgestützt. Je ein Mitglied von SVP, SP, CVP, EVP und dem Bürgerlichen Forum positives Wädenswil (BFPW) sind vertreten. Einzig die FDP stellt zwei Stadtratsmitglieder. Diese Machtverteilung mit Schwerpunkt im bürgerlichen Lager scheint Bestand zu haben. Und zwar über die Erneuerungswahlen vom April 2018 hinaus. Es wird nur ein Sitz frei. FDP-Finanzvorstand Peter Schuppli tritt nicht mehr an. Die anderen sechs Exekutivmitglieder möchten weitermachen.

Bisher stellt erst die FDP einen neuen Kandidaten. Gemeinderat Walter Münch möchte in den Stadtrat gewählt werden und den zweiten FDP-Sitz verteidigen.

Kampfwahl ist noch möglich

Somit sind heute so viele Kandidaten bekannt wie Sitze zu vergeben sind. Dennoch wäre es erstaunlich, wenn es am 15. April 2018 nicht wie in Wädenswil üblich zu einer Kampfwahl kommt. So traten 2014 elf Personen für die sieben Sitze an, 2018 waren es neun Kandidierende.

Dass die Wählerinnen und Wähler auch bei dieser Ausmarchung eine Auswahl haben, ist deshalb anzunehmen. Die meisten Parteien warten aber noch ab, wie sich der politische Gegner positioniert.

Für die SVP kommt es in Frage, eine zweite Kandidatur aufzustellen, wie Erich Schärer, Präsident der Wahlkommission, sagt. Die Partei führe Gespräche. Sowohl mit den anderen Parteien wie auch mit möglichen Kandidaten lote sie die Situation aus. Ziel der SVP sei, dass die bürgerliche Seite die Mehrheit im Stadtrat behalte. Dazu rechnet er nebst der SVP auch die FDP und das BFPW. Diese drei Parteien verfügen aktuell zusammen über vier Sitze und halten damit die Mehrheit im Stadtrat. Über eine zweite SVP-Kandidatur entscheide die Parteiversammlung Ende Oktober, sagt Schärer.

CVP und GLP am Abwägen

Mitentscheidend dürfte sein, was die CVP unternimmt. Die Mitte-Partei war bis 2010 mit zwei Mitgliedern in der Exekutive präsent. Bei den letzten Erneuerungswahlen verlor sie jedoch einen Sitz. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die CVP nebst dem populären Stadtpräsidenten Philipp Kutter eine zweite Kandidatur aufstellt. CVP-Parteipräsident Beat Wiederkehr hält sich aber noch bedeckt. «Es kommt auf die Konstellation an», sagt er. Möglich ist auch, dass die GLP mitmischen wird - auch wenn sie sich jetzt noch zurückhaltend gibt. Parteipräsident Pierre Rappazzo, teilt mit, die GLP würde sich eine Kandidatur überlegen, falls weitere Vakanzen bekannt werden.

Linke hält sich zurück

Dass die Linke ihre Vertretung ausbaut, ist eher unwahrscheinlich. Die SP ist mit Jonas Erni im Stadtrat vertreten. Er wird von linker Seite ziemlich sicher alleine in den Wahlkampf ziehen. Die SP bedauert zwar «den rechts-bürgerlichen Überhang», wie Parteipräsidentin Beatrice Gmür sagt. Dieser wiederspiegle die Kräfteverhältnisse im Parlament nicht. Er treibe den Leistungsabbau voran, der vielen in der Bevölkerung zu weit gehe, kritisiert sie. Die SP werde aber aus personellen Gründen nebst Erni keinen zweiten Kandidierenden nominieren.

Auch die Grünen beteiligen sich nicht, wie Parteipräsidentin Rita Hug sagt. Der Stadtrat sei stark bürgerlich geprägt und die Grünen könnten im Parlament mehr bewirken als in der Exekutive, argumentiert sie. Die Grünen strebten deshalb eine gute Vertretung im Gemeinderat an, weil dort viele Entscheidungen getroffen würden.

Präsidium unbestritten

Für die sieben Stadtratssitze dreht sich das Kandidatenkarussell also noch. Hingegen scheint die Ausgangslage für das Präsidium klar. Niemand macht Philipp Kutter das Präsidium streitig. Der CVP-Politiker sitzt sicher im Sattel. Er ist 2010 als 34-Jähriger zum Stadtpräsidenten gewählt worden. Wie vor vier Jahren fordert ihn auch bei diesen Erneuerungswahlen keine andere Partei heraus.

Der Stadtrat wird ohne Vertreter aus Hütten und Schönenberg in die nächste Legislatur starten. Eine Kandidatur überlegt hätte sich zwar die Hüttner Gemeindepräsidentin Verena Dressler (parteilos). Sie sei von verschiedenen Seiten dazu ermuntert worden, sagt sie. Da aber die Fusion mit Wädenswil auf den 1. Januar 2018 gefährdet ist und Hütten möglicherweise doch eigene Behörden wählen muss, verzichtet sie nun. Falls es in Hütten Wahlen gibt, würde sie nochmals für das Hüttner Gemeindepräsidium kandidieren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.09.2017, 17:10 Uhr

Stadtratswahlen

Sechs Stadträte wollen weitermachen

Der 42-jährige Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) hat schon im Mai seinen Willen zur erneuten Kandidatur bestätigt. Es wäre seine vierte Amtsperiode im Stadtrat Wädenswil und seine dritte als Stadtpräsident. Er habe immer noch Freude an der Arbeit, sagt er. Wädenswil sei ein guter Ort zum Leben und Arbeiten und er wolle dazu beitragen, dass dies in Zukunft so bleibe.

Bauvorstand Heini Hauser (SVP) ist seit 2010 im Stadtrat und möchte in der Exekutive weiterwirken, um gewichtige Geschäfte abschliessen zu können, wie er auf Anfrage bestätigt. Allen voran den Richt- und den Zonenplan.

Auch Jonas Erni (SP) macht die Arbeit im Stadtrat nach wie vor Freude, wie er sagt. Er ist ebenfalls seit bald vier Jahren Mitglied des Stadtrates. Er ist der einzige Links-Politiker in der Exekutive und sagt, im Idealfall wären alle politischen Lager proportional zu ihrer Wählerstärke in der Exekutive vertreten.

Sozialvorsteherin Astrid Furrer ist von der FDP offiziell für die Wiederwahl nominiert worden. Den zweiten FDP-Sitz wird der 60-jährige Gemeinderat Walter Münch verteidigen. Er ist von der FDP als Kandidat nominiert worden, nachdem Finanzvorstand Peter Schuppli aufhört.

Drei von sieben Stadtratsmitgliedern sind seit mehreren Jahren im AHV-Alter. Zwei von ihnen stellen sich erneut der Wahl: Johannes Zollinger (EVP) ist im Jahre 1997 in einer Ersatzwahl in den Stadtrat gewählt worden. Seither ist der 68-Jährige Schulpräsident. Die Primarschule Wädenswil sei ihm sehr ans Herzen gewachsen und er fühle sich in der Schule weiterhin sehr wohl, sagt er. Werde er wieder gewählt, sei dies aber mit Sicherheit die letzte Amtsdauer.

Ernst Brupbacher hat weniger Amtsjahre «auf dem Buckel» als Johannes Zollinger. Der 70-jährige BFPW-Werkvorstand ist 2010 in den Stadtrat gewählt worden. Als Werkvorstand möchte er grosse Dossiers weiterhin betreuen, wie er sagt. So etwa die Erneuerung der Wertstoffsammelstelle, über die das Stimmvolk am 24. September an der Urne befindet.(dh)

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