Samstagern

Luigi Taveris Familie zeigt Erinnerungsstücke

Am 1. März jährt sich der Tod der Rennsport-Ikone Luigi Taveri. Seine Witwe Tilde und seine Tochter Blanca zeigen seltene Aufnahmen des Weltmeisters und erzählen aus ihrem Leben mit ihm.

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«Er fehlt an allen Ecken und Enden», sagt Tilde Taveri ein knappes Jahr nach dem Tod ihres geliebten Gatten Luigi Taveri. Am 1. März jährt sich der Todestag der Motorradrennsport-Legende, welche nach einem Schlaganfall im Februar des letzten Jahres nicht mehr aufwachte. «In den letzten Wochen vor seinem Tod hat er so oft zu mir gesagt, wie schön wir es doch haben», erzählt die 85-Jährige in ihrem Zuhause in Samstagern. Über 60 Jahre war sie mit Luigi zusammen, hat fast jeden Tag mit ihm verbracht. Sie war es auch, die Luigi nach seinem Schlaganfall bewusstlos am Boden liegend in der Garage vorfand. Dass sie nicht Abschied nehmen konnte, ist für die Witwe besonders schlimm.

Tochter Blanca Taveri zeigt ein altes Schwarz-Weiss-Foto von ihrem Vater. Ihr Lieblingsbild. «Wie Papi immer gestrahlt hat, ist mir zu seinen Lebzeiten gar nicht so richtig aufgefallen», sagt sie.

«Wie Papi immer gestrahlt hat, ist mir zu seinen Lebzeiten gar nicht so richtig aufgefallen.»Blanca Taveri

Gerne erinnere sie sich an die unzähligen Ausfahrten mit ihrem Vater auf dem Töff. Ob als kleines Mädchen oder als erwachsene Frau. «Früher sassen wir auch mal zu dritt auf dem Töff», sagt sie. Obwohl ihr Vater von ihren Fahrkünsten nicht sonderlich überzeugt gewesen sei, habe er ihr die Begeisterung fürs Töfffahren vererbt. Seit seinem Tod sass Blanca Taveri allerdings nicht mehr auf einem Motorrad. «Ich konnte noch nicht.»

Sonderausstellung an der Motorradmesse

Einige der Gegenstände und Bilder, welche die Familie im Laufe der Jahre zusammengetragen haben, werden ab Donnerstag einem grösseren Publikum zugänglich sein: Die Motorradmesse Swiss-Moto in Zürich widmet dem dreifachen Weltmeister und erfolgreichsten Schweizer Motorradfahrer eine Sonderschau. Luigi Taveris Frau und seine beiden Kinder wurden von den Veranstaltern angefragt, einige Gegenstände für die Ausstellung beizusteuern. Dafür durchforstete die Familie stundenlang Alben und Kisten mit unzähligen Gegenständen darin, die für Luigi Taveri eine Bedeutung hatten.

Zu sehen sind neben verschiedenen Pokalen auch Taveris Weltmeistermedaillen aus den Jahren 1962, 1964 und 1966. Seine originale 5-Zylinder 125ccm Rennmaschine, mit der er die Weltmeistertitel holte, dürfte wohl einer der Höhepunkte an der Schau sein. Von diesem Exponat gibt es laut Blanca Taveri nur zwei Stück weltweit. Das eine gehörte ihrem Vater und steht jetzt bei ihr Zuhause, das andere sei in Japan in einem Museum. «Die Sonderausstellung bedeutet uns sehr viel und ist eine Bestätigung, dass Luigi von vielen Menschen geschätzt wurde», sagt Tilde Taveri.

«Mein Mann hatte nicht vor Selbstwertgefühl gestrotzt. Die Aufmerksamkeit war ihm manchmal fast schon unangenehm.» Tilde Taveri

«Mein Mann hatte nicht vor Selbstwertgefühl gestrotzt. Die Aufmerksamkeit war ihm manchmal fast schon unangenehm.» Trotzdem ist sie sich sicher, dass sich Luigi darüber freuen würde. Die Familie will den Besuchern und Fans auch die private Seite von Luigi Taveri zeigen. Bisher nie veröffentlichte Aufnahmen, Dokumente und Geschichten erzählen aus seinem Leben. Ausgestellt wird etwa ein Brief aus den 50er-Jahren, in dem er bei der Firma Wander um ein Ovomaltine-Sponsoring bat, und mehrere Briefe, die er an seinen guten Freund und Gründer von Honda, Soichiro Honda, schrieb. «Die beiden waren fast so etwas wie Seelenverwandte», sagt Blanca Taveri.

Stets bei der Familie

Blanca und Tilde Taveri werden an der Ausstellung auch persönlich vor Ort sein und Fans und Besuchern für Gespräche zur Verfügung stehen. Ihnen sei es wichtig, die Erinnerung an die Motorrad-Legende hochzuhalten. Im Andenken an ihren Vater trägt Blanca Taveri die Uhr ihres Vaters am linken Handgelenk. Ihre beiden Neffen würden zudem T-Shirts und Pullover ihres Grossvaters tragen.

«Als Grossmutter ist das schön für mich zu sehen», sagt Tilde Taveri, während sienun im Wintergarten steht. Dort steht Luigi Taveris Urne. Das hätten sie vor seinem Tod so besprochen. «Er sagte immer, hier ist es viel schöner als auf einem Friedhof», sagt die Witwe. Im Frühling, wenn es wieder wärmer ist, kommt sie in den Garten. «Damit er weiterhin die Aussicht hat, die er so geliebt hat.»

Swiss-Moto, Donnerstag, 21. bis Sonntag, 24. Februar, Wallisellenstrasse 49, Messe Zürich, Zürich. Infos unter www.swiss-moto.ch.

Erstellt: 20.02.2019, 16:57 Uhr

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