Kilchberg

Bei Lindt & Sprüngli klingeln die Kassen

Einmal mehr hat der Schokoladekonzern Lindt & Sprüngli im vergangenen Jahr die Konkurrenz trotz schwierigem Marktumfeld das Fürchten gelehrt. Der Reingewinn wuchszweistellig. Am Hauptsitz in Kilchberg starteten im Januardie Bauarbeiten für das neue Chocolate Competence Center.

Nach über 23 Jahren führt ein neuer Chef den Schokoladekonzern Lindt & Sprüngli. Es stecke heute noch sehr viel von Ernst Tanner im Unternehmen, sagt sein Nachfolger Dieter Weisskopf am Dienstag gegenüber AWP.
Video: AWP

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Lindt & Sprüngli bleibt auch in einem anhaltend schwierigen Weltmarkt mit weitgehend stagnierenden oder gar rückläufigen Schokoladeverkäufen ein Goldhase. Der Reingewinn der Unternehmung stieg im vergangenen Jahr um 10,2 Prozent auf knapp 420 Mio. Franken, der Betriebsgewinn (Ebit) um 8,4 Prozent auf 562,5 Millionen.

Schweizer stehen auf Lindor

Der neue Konzernchef Dieter Weisskopf, der im Oktober Ernst Tanner in diesem Amt beerbte, sprach gestern in Kilchberg von einem der anspruchsvollsten Jahre der letzten zwei Jahrzehnte. Eine schlechte Erntesaison 2015/2016 habe für Rekordpreise bei den beiden wichtigsten Rohstoffen Kakaobohnen und Kakaobutter gesorgt. Dennoch behält der weltweit führende Hersteller von Premiumschokolade seinen Wachstumskurs unbeirrt bei: Einmal mehr wuchs Lindt & Sprüngli 2016 schneller als der Schokolademarkt. Mit mehr als 60 neuen Shops stieg das eigene Ladennetz auf fast 370 Einheiten an, davon neun in der Schweiz.

Im Heimmarkt (inklusive Exportgeschäft) als viertgrösstem Markt von Lindt & Sprüngli nach den USA, Deutschland und Frankreich wuchs das Unternehmen um 2,5 Prozent. Beim Handelspartner Denner wurden 500 Shop-in-Shops installiert. Absoluter Verkaufsrenner bleibt die Marke Lindor (+8%).

Insgesamt trug die Schweiz – wie im Jahr zuvor – 9,1 Prozent zum Gesamtumsatz bei. DerLänderchef Schweiz, Karmillo Kitzmantel, sprach von einem schwierigen und anspruchsvollen Markt. Sorgen bereiten ihm vor allem die zu Preiskämpfen führende zunehmende Discounterisierung und der Einkaufstourismus im grenznahen Ausland.

Eröffnung im Jubiläumsjahr

Am Hauptsitz und Produktionsstandort in Kilchberg beschäftigt Lindt & Sprüngli rund 1000 Mitarbeitende. Der starke Franken führte hier in den letzten beiden Jahren zu diversen Effizienz- und Fitnessprogrammen. Immerhin konnten die Produktionstonnagen der Fabrik am Zürichsee nach Angaben von Kitzmantel im vergangenen Jahr gesteigert werden – vor allem für den Export. Im Herbst 2016 wurde die Baubewilligung für das Chocolate Competence Center hinter dem Firmensitz in Kilchberg erteilt. Die Bauarbeiten für das 100-Millionen-Mammutprojekt starteten im Januar 2017. Derzeit werden zwei unterirdische Parkdecks erstellt.

Die Eröffnung des Erlebnis-Centers mit Schokolademuseum, Chocolate Shop und einem Café, einer Chocolateria und einer Anlage zu Forschungs- und Schulungszwecken ist für 2020 geplant. Dannzumal wird Lindt & Sprüngli sein 175-Jahr-Jubiläum feiern können. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.03.2017, 15:33 Uhr

Geschäftsjahr 2016 in Zahlen

Lindt & Sprüngli blickt auf ein weiteres zuckersüsses Jahr zurück: Der Schokoladekonzern aus Kilchberg hat den Reingewinn 2016 um 10,2% auf 419,8 Mio. Franken gesteigert und die Ebit-Marge und die Umsatzrendite erhöht. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit stieg um 8,4% auf 562,5 Mio. Franken, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Bereits Mitte Januar hatte Lindt & Sprüngli bekannt gegeben, dass der Gruppenumsatz um 6,8% auf 3,90 Mrd. Franken zugelegt habe. Das organische Wachstum belief sich auf 6,0%. Insgesamt erwirtschaftete das Marktsegment «Europa» ein organisches Wachstum in Lokalwährungen von 7,4%. Alle europäischen Länder lieferten erfreuliche Resultate.

Die beiden Tochtergesellschaften in Deutschland und Grossbritannien beschleunigten ihr Wachstum und konnten ihren Umsatz zweistellig erhöhen. Basierend auf dem guten Jahresergebnis 2016, wird der Verwaltungsrat an der Generalversammlung vom 20. April eine um 10% erhöhte Dividende von 880 Franken pro Namenaktie und 88 Franken pro Partizipationsschein beantragen. Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet die Konzernleitung ein Umsatzwachstum, das weitgehend im Rahmen des Vorjahres liegen wird, und eine erneut steigende operative Gewinnmarge. Zudem bestätigte Lindt & Sprüngli die mittel-/langfristige Zielsetzung eines organischen Umsatzwachstums von 6 bis 8%, kombiniert mit einer Steigerung der operativen Gewinnmarge von 20 bis 40 Basispunkten. Seine Langfristziele hat das Unter­nehmen in den letzten 20 Jahren nur einmal verfehlt – 2009. (ths)

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