Wädenswil

Lesegesellschaft sucht haarige Geschichten

Die Lesegesellschaft Wädenswil führt einen Schreibwettbewerb durch. Teilnehmen können alle, die bis Mitte Dezember eine Kurzgeschichte zum Thema «Haut und Haare» verfassen.

Claudia Flade (links) und Sonja Marcec-Wolter von der Lesegesellschaft Wädenswil wollen mit dem Schreibwettbewerb Leuten eine Plattform geben, die sich mit ihren Texten bisher nicht an die Öffentlichkeit gewagt haben.

Claudia Flade (links) und Sonja Marcec-Wolter von der Lesegesellschaft Wädenswil wollen mit dem Schreibwettbewerb Leuten eine Plattform geben, die sich mit ihren Texten bisher nicht an die Öffentlichkeit gewagt haben. Bild: Manuela Matt

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Zur Feder greifen und schreiben, was das Leben als Stoff bereithält: Eine Beschäftigung, die meist im Stillen abläuft. Und die auch oft im Stillen bleibt. Vor allem dann, wenn sie aus purer Passion in der Freizeit geschieht. Dass so manch literarisches Potenzial nie von der Öffentlichkeit wahrgenommen werde, sei eigentlich schade. Dies befand die fünfköpfige Arbeitsgruppe, die jeweils das Veranstaltungsprogramm der Lesegesellschaft Wädenswil zusammenstellt.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sie nun einen Schreibwettbewerb lanciert. Er richtet sich an alle, die hin und wieder den Schriftsteller in sich spüren – an Alt und Jung, von Wädenswil oder aus der Umgebung, an regelmässige oder seltenere Schreiber. «Wir wollen mit dem Schreibwettbewerb all jenen eine Plattform bieten, die gerne schreiben, sich aber mit ihren Texten noch nie vor ein Publikum gewagt haben», fasst Sonja Marcec-Wolter von der Arbeitsgruppe den Gedanken des Wettbewerbs zusammen.

Jury und Publikum entscheiden

Nur zwei Dinge sind vorgegeben. Zum einen das Thema: «Haut und Haar». Es passt damit zum Grundthema «Ästhetik», das sich die Lesegesellschaft bei der Gestaltung des Programms für dieses Semester als lockeren Rahmen gesetzt hat. «Die Eingrenzung auf Haut und Haare für den Wettbewerb hat sich dann spontan ergeben», sagt Marcec. Zum andern gelten gewisse formale Bedingungen: Die Autoren sollten ihre Geschichte in jeweils maximal 9000 Zeichen fassen und diese bis 15. Dezember bei der Lesegesellschaft einreichen.

Die Fokussierung auf Kurzgeschichten hat nicht zuletzt mit dem Ablauf des Wettbewerbs zu tun. «Aus den Einsendungen wird eine Jury die besten sechs Beiträge nominieren», erklärt Claudia Flade, die ebenfalls in der Arbeitsgruppe mitwirkt. Die Jury besteht sowohl aus Mitgliedern der Arbeitsgruppe wie auch aus aussenstehenden Literarturexperten. Die Autoren, die auf diese Weise in die engere Auswahl kommen, werden am 15. März nächsten Jahres ihre Texte in einer öffentlichen Veranstaltung präsentieren. «Dort entscheidet das Publikum, wer als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgeht – und zwar mittels Applaus.»

Zur besseren Vergleichbarkeit der Texte, aber auch, um die Schlussveranstaltung in einem zeitlich vertretbaren Rahmen zu halten, habe man sich auf die definierte Zeichenzahl geeinigt. Innerhalb derer könnten aber Geschichten aller Genres eingereicht werden, ja selbst Gedichte. Der oder die Erstplatzierte werde mit einem Preis bedacht; auch die übrigen Nominierten müssten nicht mit leeren Händen nach Hause gehen, ergänzt Marcec, ohne indes Genaueres über die Auszeichnungen zu verraten.

Es ist dies bereits das zweite Mal, dass die Lesegesellschaft einen Schreibwettbewerb durchführt. Allerdings liegt das erste und bis dato letzte Mal schon eine schöne Zeit zurück: 17 Jahre. «Damals hat man aus den Geschichten ein Buch zusammengestellt», sagt Marcec, die indes, wie auch Flade, zu jener Zeit noch nicht bei der Lesegesellschaft dabei war. Dass auch aus dem aktuellen Wettbewerb ein Buch hervorgeht, sei geplant, sofern sich die Finanzierung lösen lasse. Auf alle Fälle aber werde der Siegertext publiziert.

Verein besteht seit 1790

Die Lesegesellschaft Wädenswil besteht seit dem Jahr 1790 und «ist einer der ältesten Vereine der Schweiz», sagt Marcec. War sie in den Anfängen noch ein politischer Debattiersalon und für die Chronologie des Ortsgeschehens zuständig, so führt sie heute kulturelle Anlässe im Literaturbereich durch. «Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Leuten mit unterschiedlichstem beruflichen Hintergrund zusammen», erläutert Flade. Diese Heterogenität soll sich denn auch in einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm widerspiegeln. Mit dem Ziel, verschiedenste Interessen auch beim Publikum anzusprechen und so das Lesen – und Schreiben – zu fördern.

Erstellt: 30.10.2018, 16:25 Uhr

Schreibwettbewerb

Zum Schreibwettbewerb der Lesegesellschaft Wädenswil sind Texte im Umfang von maximal 9000 Zeichen zugelassen. Eingesandt werden müssen sie bis am 15. Dezember an Lesegesellschaft Wädenswil, Postfach, 8820 Wädenswil, oder via E-Mail an info@lesegesellschaft.org. Die Präsentation der besten Geschichten und die Prämierung des Siegers findet am 15. März im Kirchgemeindehaus Rosenmatt statt. (and)

www.lesegesellschaft.org

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