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Lebendige Totenmesse in Adliswil

Der Singkreis Adliswil führte mit einem Ad-hoc-Orchester und vier Solisten zwei romantische Werke auf, die für sehr unterschiedliche Anlässe geschrieben wurden und doch viel Gemeinsames haben.

Ein Ad-hoc-Orchester begleitete den Singkreis Adliswil bei seinem Konzert in der reformieten Kirche Adliswil.
Ein Ad-hoc-Orchester begleitete den Singkreis Adliswil bei seinem Konzert in der reformieten Kirche Adliswil.
Tobias Humm

Eine Jubelmesse von Carl Maria von Weber und ein Requiem von Gaetano Donizetti, weiter aus­ein­ander können zwei Stücke ­inhaltlich scheinbar nicht liegen. Doch im Konzert in der reformierten Kirche Adliswil ergaben die beiden romantischen Kompositionen am Sonntagabend ein strahlendes Ganzes. Ein Ad-hoc-Orchester mit dem Konzertmeister Ryszard Klockiewicz und dem Singkreis Adliswil musizierte unter der Leitung von Fredi Rottenschweiler.

Die Jubelmesse, die Carl Maria von Weber zum 50-Jahr-Regierungsjubiläum von König Friedrich August I. von Sachsen geschrieben hat, begann mit einem tänzerischen «Kyrie» und führte am Schluss zu einem prachtvollen «Dona nobis pacem». Ein prächtiges, nicht häufig gespieltes Werk in hochromantischer Tradition.

Grosser musikalischer Bogen

Dabei waren beide Kompositionen, die zur Aufführung gelangten, für alle Beteiligten über weite Strecken höchst anspruchsvoll, und sowohl der Chor als auch das Orchester waren aufs Äusserste gefordert, nicht weniger die ­Solisten. Es war nicht leicht, den weiten musikalischen Bogen von Carl Maria von Weber zu schliessen. Aber besonders die Mezzosopranistin Gianna Lunardi trug mit ihrer warmen und farben­reichen Stimme einen guten Teil dazu bei, dass es am Sonntagabend gelang.

Das «Sanctus» bot erstmals ein herzerwärmendes Gesangsquartett der Solisten. Das «Benedictus» könnte als ruhig und wiegend beschrieben werden, eine beinahe glückselige Stimmung wurde darin evoziert. Fabienne Skarpetowski, Sopran, Fabio De Giacomi, Tenor, und der Bariton Soon-Kee Woo komplettierten das Quartett der Solisten. Das Publikum in der gut besetzten reformierten Kirche Adliswil spendete nach dem abschliessenden «Agnus Dei» warmen Applaus.

Gefühlreiches Requiem

Das folgende Requiem des bergamaskischen Opernkomponisten Gaetano Donizetti begann mit Pauken und Trompeten. Donizetti wurde in diesem Auftakt seinem Ruf als Meister der grossen Gefühle gerecht. Über den leise grollenden Pauken, die in der Folge wie oft auch später eine Art Basso-continuo-Funktion ausübten, entwickelte sich schnell ein schwebender Klangteppich. Mit einem furiosen Paukeneinsatz stimmte der Chor ein. Mitten auf der grossen Bühne der Romantik angekommen, bereitete ein lyrisches Quartett der Solisten, untermalt vom Chor, den strahlenden Schluss des ersten Satzes vor.

Hier waren wohl die ergreifendsten Passagen der ersten Werkhälfte. Es folgten weitere Abschnitte, die den Solisten die Möglichkeiten gaben, ihre Qualitäten auszuspielen. Es war Musik zum Schwelgen, auch wenn es sich um eine Totenmesse handelte. Der Tod trat mit Kraft und voller Leben ins Bild.

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