Langnau

Langnauer suchen nach Ideen zur Entwicklung des Unterdorfs

Der Gemeinderat lud die Bevölkerung ein, über Veränderungen im unteren Dorfteil zu diskutieren.

In Langnau liegen rund um die Schulanlage Im Widmer (Bildmitte) viele gemeindeeigene Gebäude dicht beieinander.

In Langnau liegen rund um die Schulanlage Im Widmer (Bildmitte) viele gemeindeeigene Gebäude dicht beieinander. Bild: Steve Springer

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Die Gemeinde Langnau besitzt verschiedene Immobilien rund um das Gemeindehaus im Unterdorf. Dazu gehören beispielsweise die Schulanlagen im Widmer und Vorder Zelg, die Turnhalle, das Hallenbad oder der Werkhof mit dem Feuerwehrdepot an der Breitwiesstrasse. Einige dieser Gebäude müssen in den nächsten Jahren saniert oder erneuert werden. Am dringendsten sind die Arbeiten an der Turnhalle.

Weil ein Entwicklungskonzept für die gemeindeeigenen Liegenschaften im Unterdorf fehlt, hat der Gemeinderat ein externes Büro mit der Entwicklung eines solchen beauftragt. Bis im Sommer wird eine Machbarkeitsstudie erwartet, damit bereits der Gemeindeversammlung im Dezember ein erster Projektierungskredit für dringende Massnahmen vorgelegt werden kann.

«Wir haben den Fächer bewusst geöffnet, als wir unsere Ideen für die verschiedenen Gebäude ausarbeiteten.»Virgil Keller (FDP), Liegenschaftenvorstand

Am Donnerstagabend nun lud der Gemeinderat die Bevölkerung zu einer Diskussionsveranstaltung in der Schwerzi ein und gab den Bewohnern so die Möglichkeit, ihre Meinungen einzubringen. «Wir haben den Fächer bewusst geöffnet, als wir unsere Ideen für die verschiedenen Gebäude ausarbeiteten», sagte Liegenschaftenvorstand Virgil Keller (FDP). Als Beispiel erläuterte er die Ideenfindung für das Gemeindehaus. Dieses muss in den kommenden Jahren zumindest saniert werden.

Eher verpachten als verkaufen

Nun gebe es aber auch die Möglichkeit, das Gebäude abzureissen und die Gemeindeverwaltung an der Neuen Dorfstrasse 12 zu platzieren, etwas unterhalb des jetzigen Standorts. Jene Parzelle hat der Gemeinderat kürzlich erworben. «Danach könnten wir die Parzelle, auf der momentan das Gemeindehaus steht, von einem Investor bebauen lassen», sagte Keller.

Da es sich um ein strategisch wichtiges Zentrumsgebiet handle, würde sich der Gemeinderat dabei ein grosses Mitspracherecht ausbedingen und das Grundstück wohl eher verpachten als verkaufen.

In der Folge lud er die rund 65 Anwesenden dazu ein, ihre Vorstellungen zum Gemeindehaus und anderen strategisch wichtigen Gebäuden im Unterdorf einzubringen. Einige der Ideen, die zu Gemeindehaus, Hallenbad, Turnhalle und Schule zustande kamen, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Gemeindehaus

Ein Vorschlag war, Platz zu sparen, indem sich die Gemeinde Langnau für verschiedene Aufgaben mit der Stadt Adliswil zusammentut, beispielsweise im Bereich Soziales. Auf dem Dorfplatz neben dem Gemeindehaus wünscht sich die Bevölkerung zudem ein Café, um den Platz zu beleben.

Auch das Verkehrskonzept sollte angepasst werden. Momentan müssen nämlich Automobilisten, die ins Coop-Parkhaus steuern, über den Dorfplatz fahren.

Hallenbad

Die meisten anwesenden Langnauer sahen das Hallenbad als Standortvorteil. Darauf verzichten wollen nur wenige. Dennoch kam die Frage ins Spiel, ob man zusammen mit anderen Gemeinden über ein regionales Hallenbad nachdenken sollte.

Andere wiederum wünschten sich, dass das jetzige Hallenbad attraktiver wird und zu einem grösseren Freibad ausgebaut wird.

Turnhalle

Die Turnhalle bietet längst nicht mehr genügend Platz und bedarf zudem einer dringenden Sanierung. Bereits vom Gemeinderat angedacht ist eine Dreifachturnhalle. Diese könnte auf dem Rasenplatz neben dem jetzigen Standort zu stehen kommen.

Weil eine grössere Turnhalle mehr Menschen anzieht und dadurch an den Wochenenden Veranstaltungen stattfinden könnten, wurde die Idee einer Tiefgarage laut.

Schule

Am Standort der jetzigen Turnhalle könnte eine Kindertagesstätte entstehen, so der Vorschlag von Workshopteilnehmern. Der Schloss-Kindergarten wiederum könne verkauft werden, da momentan nur eine Klasse und eine Lehrerin dort beheimatet seien.

Diskutiert wurde auch, ob das Unihockeyfeld beim Schulhaus Widmer abgebrochen werden soll. Der Gemeinderat ist dagegen, dennoch wurde auch diese Idee aufgenommen.

Nach 45 Minuten wurde die Ideenfindung beendet. Virgil Keller sagte, dass die Ergebnisse des Abends im Hinblick auf die Machbarkeitsstudie diskutiert würden. Es handelt sich bei den geplanten Erneuerungen und Sanierungen, die etappenweise realisiert werden, um grosse Projekte, die Urnengänge erfordern. Daher sei es wichtig, dass die Bevölkerung bereits zu diesem frühen Zeitpunkt integriert werde.

Eine Herausforderung wird sein, wie man die Arbeiten finanziert. Die Finanzlage des Dorfes ist angespannt. Aber dies war am Donnerstagabend kein Thema – es ging darum, Ideen zu generieren, wie sich das Gebiet im Optimalfall entwickeln könnte.

Erstellt: 06.04.2019, 09:32 Uhr

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