Langnau

Langnauer stimmen erneut über Bahnhofumgestaltung ab

Am 23. September befinden die Stimmberechtigten an der Urne über die Neugestaltung des Bahnhofareals. Der Gemeinderat informierte am 30. August über das Projekt. Einige Teilnehmer waren ab der finanziellen Lage von Langnau verunsichert.

Der Gemeinderat will den Bahnhof Langnau neu gestalten. Darüber stimmt die Bevölkerung am 23. September ab.

Der Gemeinderat will den Bahnhof Langnau neu gestalten. Darüber stimmt die Bevölkerung am 23. September ab. Bild: Sabine Rock

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«Weil der öffentliche Verkehr immer wichtiger ist, muss der Bahnhof attraktiv und einladend sein», sagte der Langnauer Gemeindepräsident Reto Grau (FDP) am Abend vom 30. August vor rund 70 Personen. Am Orientierungsanlass informierte der Gemeinderat zur Neugestaltung des Bahnhofareals. Dabei plädierte in der Begrüssung für ein besseres Standort-Marketing von Langnau.

Der Gemeinderat empfiehlt der Stimmbevölkerung, den 2,85 Millionen Franken teuren Objektkredit für die Neugestaltung des Bahnhofsareals zu bewilligen. Rolf Schatz, Infrastrukturvorstand (GLP), erklärt, dass der Gestaltungsplan von 2014 als Ausgangslage diene. Jedoch unterscheide sich das heutige Projekt wesentlich von jenem, das 2014 abgelehnt wurde.

Gemeinderat sieht Mehrwert

Die Neugestaltung verschönere den Bahnhofsplatz und werte das Ortsbild insgesamt auf, sagt Schatz zu den Mehrwerten des Projekts. Die Gemeinde wolle mit einem zusätzlichen Fussgängerübergang Zugang zum Restaurant und zur Bäckerei schaffen. «Das Gewerbe wünscht sich diesen offenen Übergang sehr.» Zum Projekt gehöre ausserdem der hindernisfreie Zugang für Behinderte vom Bushof zum Perron. Bei einer Ablehnung ist aber der Gemeinderat ohnehin verpflichtet, die Bushaltestelle behindertengerecht auszubauen. In diesem Fall wolle er auch die Busausfahrt auf die Sihltalstrasse verbessern. Beides koste etwa eine Million Franken.

So oder ähnlich soll der Bahnhof Langnau-Gattikon aussehen, sofern die Stimmbürger das Projekt gutheissen. Visualisierung: zvg.

Im Bahnhofsgebäude der SZU würden neu das öffentliche WC gebaut sowie der Schopf so ausgebaut, damit der Verein Thronfolger ihn mitnutzen kann. Dafür plant die Gemeinde, das Haus der SZU für 350 000 Franken abzukaufen. «Wir haben hart mit der SZU verhandelt», sagt Reto Grau.

RPK lehnt Neugestaltung ab

Ein wunder Punkt des Projekts ist die finanzielle Situation von Langnau. Peter Kälin, Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), sagte in seiner Stellungnahme: «Die finanzielle Tragbarkeit des Projekts ist nicht erbracht.» Die finanzielle Lage sei 2014 besser für das Projekt gewesen. «Wir erwarten mehr Kosten aus der sozialen Wohlfahrt und aus der Gesundheit», gibt Kälin zu bedenken zu den künftigen Finanzen. Er rechne damit, dass der Steuerfuss so schon um eins bis zwei Prozent steige. Darum empfiehlt die RPK, die Vorlage abzulehnen.

In seiner Würdigung anerkennt Gemeindepräsident Reto Grau «die Finanzlage als kritischer Faktor». Darum sei nur das Nötigste im Projekt enthalten und alles so kosteffizient wie möglich. «Unabhängig vom Bahnhof müssen wir die Steuern anheben», gesteht Grau ein, worauf das Publikum zu flüstern beginnt. Abschliessend sagt er: «Wir müssen in die Zukunft investieren.»

Kritik an Gebäude

Im Anschluss waren die Anwesenden mit ihren Fragen am Zug. Ein Zuschauer bemängelte den «lächerlichen» Beitrag, den Thalwil zur Neugestaltung leisten würde. Er beträgt 10 000 Franken und jener von Hausen a. A. symbolische 1000 Franken, was das Publikum schmunzelnd quittierte. Grau entgegnet dazu, dass die Beiträge freiwillig seien. Sie seien aber Voraussetzung, damit die maximal 200 000 Franken aus dem Verkehrsfond gesprochen würden.

Eine grössere Diskussion entstand um das Gebäude, das die Gemeinde der SZU abkaufen will. Eine Zuschauerin vermutete, dass das Haus für 350 000 Franken in einem schlechten Zustand sein müsse. Andere meinten, dass sich das Bahnunternehmen am Verkauf bereichern würde. Der anwesende Infrastrukturleiter der SZU, Marco Lüthi, verstreute diese Einwände. «Wir sind der Gemeinde entgegengekommen. Zudem dürfen wir mit der Infrastruktur keinen Gewinn machen.» Rolf Schatz sagt: «Unser Wunsch für den Kauf war ein strategischer Entscheid.»

Finanzielle Lage verunischert

Die Stellungnahme der RPK verunsichert wohl die Langnauer. Die langfristigen Finanzen der Gemeinde beschäftigten die Zuschauer. So erkundigte man sich nach künftigen Grossprojekten. Andere Fragen gingen dafür detailliert auf den Inhalt der Visualisierung ein. Hierzu sagt Lüthi, dass es noch nicht die finale Lösung sei. «Das schauen wir mit Planern noch genauer an.»

Am Schluss der Veranstaltung schätzt Rolf Schatz, dass das Projekt gut ankomme. Er verfechtet die Neugestaltung: «Wir können uns die Investition für dieses gerechtfertigte und nötige Projekt leisten.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.08.2018, 17:35 Uhr

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