Gattikon

Kunstmaler dem Vergessen entreissen

Einen Überblick über das Schaffen des Kunstmalers Hermann Arnold Muntwyler geben zwei Bände, die seine Familie herausgegeben hat. Sein Werk umfasst Abstraktes, stimmungsvolle Landschaften und Blumenbilder.

Aus dem Jahr 1942 stammt diese Federzeichnung des Zürcher Limmatquais mit dem Grossmünster.

Aus dem Jahr 1942 stammt diese Federzeichnung des Zürcher Limmatquais mit dem Grossmünster. Bild: Illustrationen: Hermann Arnold Muntwyler

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55 Jahre lang lebte der Kunstmaler Herrmann Arnold Muntwyler (1898 bis 1984) in Gattikon. Sein Sohn René Muntwyler und seine Schwiegertochter Helene würdigen sein Lebenswerk mit einer Monografie, die einen umfassenden Überblick über sein Schaffen gibt. Als die Familienmitglieder vor einigen Jahren sein Haus in Gattikon räumten, erlebten sie etwas Erstaunliches: Auf dem Dachboden fanden sie zugenagelte Holzkisten, die seit Jahrzehnten unbeachtet geblieben waren.

Kunstkartenverlag gegründet

Beim Öffnen kam ein besonderer Fund ans Tageslicht: Hermann Muntwylers abstrakte Bilder aus der Zeit von 1940 bis 1960. Das gab der Familie den Anstoss, sein Lebenswerk in seiner Gesamtheit darzustellen. Wie Helene Muntwyler mitteilt, sei der Künstler nun vom Aargauer Kunsthaus in die Reihe der Aargauer Künstler aufgenommen worden. «Nach zehn Jahren intensiver Arbeit mit diesem Künstlernachlass ist das ein Meilenstein für unsere Familie», sagt sie.

Diese Ölmalerei auf Leinwand aus dem Jahr 1941 zeigt einen Bauernhof in Gattikon. Bild: zvg.

Hermann Arnold Muntwyler erlebte seine Kindheit und Schulzeit im aargauischen Oftringen. Später war er im kaufmännischen Bereich des Textilhandels tätig. 1926 heiratete er und bezog bald danach sein Haus in Gattikon, wo er bis zu seinem Tode lebte. 1933 begann er, sich ganz der Malerei zu widmen. Nebenher baute er seinen eigenen Kunstkartenverlag auf. Seine Bilder dienten dabei als Motive. Das waren neben Blumen auch Landschaften – unter anderem aus dem Sihltal – sowie Stadtansichten von Zürich.

Vielseitiges Schaffen

«Er hatte Kunden in der ganzen Schweiz, beispielsweise die katholische Kirche», erinnert sich sein Sohn. Der Kunstkartenverlag gedieh so gut, dass er sich zwei Studienjahre in Paris finanzieren konnte. Er hatte hervorragende Kritiken, als er 1939 seine Arbeiten im «Salon des Tuilleries» in Paris ausstellte. «National bekannt war er von 1930 bis 1971, ging dann aber vergessen», sagt Helene Muntwyler.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten Kunstmaler Muntwyler und seine Familie hauptsächlich vom Kartenverkauf. In dieser Zeit begann er mit den abstrakten Darstellungen und Skizzen. «Diese waren seine Leidenschaft», erinnert sich sein Sohn. Im Alter von 73 Jahren löste Muntwyler dann seinen Kartenverlag auf.

Nach seinem Tod organisierten seine Angehörigen Ausstellungen in Oftringen und Rotkreuz. 2011 folgte eine Ausstellung im Gemeindehaus Thalwil, die seine Silhouettenbilder zeigte. Muntwylers Lebenswerk umfasst drei Aspekte. Das sind seine Kunstmalerei, der eigene Kunstkartenverlag und die Zeichnungen. «So ist es unser Wunsch, sowohl die Betrachter wie die Kunstwelt mit dem vielseitigen Schaffen unseres Vaters zu erfreuen», sagt René Muntwyler.

«Hermann Arnold Muntwyler (1898-1984)» und «Gezeichnetes», ISBN 978-3-9522452-2-4. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.01.2018, 15:49 Uhr

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