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Kritische Fragen zu Neu-Tödi und ARA

Anders als zuvor die Privatisierung, scheinen die Baurechtsverträge für die Siedlung Neu-Tödi die Gemüter weit weniger zu erregen. Am Info-Abend jedenfalls löste die Vorlage keine grundsätzliche Opposition aus.

Hier sollen dereinst eine Mehrgenerationensiedlung mit 185 Wohnungen sowie ein von der Amalie-Widmer-Stiftung geführtes Alterspflegezentrum mit 60 Plätzen stehen.
Hier sollen dereinst eine Mehrgenerationensiedlung mit 185 Wohnungen sowie ein von der Amalie-Widmer-Stiftung geführtes Alterspflegezentrum mit 60 Plätzen stehen.
Archiv Ilya Kohn

Wo sich heute noch das gemeindeeigene Altersheim Tödi erhebt, soll in ein einigen Jahren beidseits der Tödistrasse eine deutliche grössere Mehrgenerationensiedlung mit 185 Wohnungen in vier unterschiedlich grossen Gebäudekomplexen sowie ein von der Amalie-Widmer-Stiftung geführtes Alterspflegezentrum mit 60 Plätzen stehen. Platz haben soll es ob der Tödistrasse zudem für ein Restaurant, einen Mehrzwecksaal und unterhalb der Strasse auch für einen Kindergarten sowie zwei Kitas. So sieht es das überarbeitete Grossprojekt der Baugenossenschaft Zurlinden (BGZ) vor, das am Dienstag im Schinzenhofsaal vor rund 150 Interessierten präsentiert wurde.

Auch für Junge öffnen

Zum Info-Abend geladen aber hatten die Gemeindebehörden vor allem, um über jene Abstimmungsvorlage zu orientieren, welche die Überbauung des Gemeindelands durch die gemeinnützige Baugenossenschaft überhaupt erst möglich machen soll. An der Urne entscheiden die Stimmbürger am 10. Juni über zwei Baurechtsverträge, welche die Gemeinde mit der privaten Investorin für die Dauer von 62 Jahren und einer Option auf Verlängerung um 30 Jahre ausgehandelt hat. Sie sollen die Schaffung von preiswerten Wohnungen für Familien und junge Leute (40 Prozent) sowie für ältere Menschen (60 Prozent) unterschiedlicher Einkommensklassen ermöglichen, wie Gesellschaftsvorstand Hans-Peter Brunner (FDP) bei der Erläuterung des Geschäfts hervorhob.

Vergünstigte Landabgabe

Gemessen an den aktuellen Baulandpreisen könnte die Gemeinde für die beiden insgesamt 1850 Quadratmeter grossen Parzellen bei einem Baurechtszins von zwei Prozent auf dem freien Markt theoretisch Einnahmen von jährlich bis zu 838 000 Franken generieren, wie Brunner vorrechnete. Tatsächlich aber orientieren sich die Baurechtsverträge an den Preisvorgaben der kantonalen Wohnbauförderung und begnügt sich die Gemeinde mit einem Zins von 403 000 Franken, was einem jährlichen Ausfall von 435 000 Franken entspricht.

Im Gegenzug komme die Gemeinde zu diversen öffentlichen Nutzungen und könne ganz im Sinne der Alterspflege-Strategie «ambulant vor stationär» älteren Menschen zu günstigem Wohnraum verhelfen. Den Grossteil der Wohnungen will und muss die Genossenschaft zu Kostenmieten und damit nicht gewinnbringend abgeben. Eine 4,5-Zimmerwohnung soll ohne Nebenkosten auf 2000 Franken zu stehen kommen. Für Toplagen erhebt die BGZ hingegen Marktmieten, um so einige Wohnungen für Ergänzungsleistungsbezüger über Quersubventionierungen auf bis zu 1200 Franken vergünstigen zu können. Bei allen Kategorien sollen Horgner oder dann Menschen mit besonderem Bezug zu Horgen Vorrang haben.

Über Dimensionen besorgt

In der Publikumsdiskussion wurden Baurechtsverträge und Projekt zwar nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Zu hören aber waren ein paar kritische Fragen oder Bemerkungen. Etwa zur Vergabepraxis, zur Solvenz der Bauherrschaft oder zur Verkehrs- und Lärmbelastung. Eine Anwohnerin kritisierte den unteren Teil der Überbauung als übermässig hoch im Vergleich zur Nachbarschaft.

Man habe grossen Wert auf eine gute Einpassung in die Umgebung gelegt und deshalb die Zahl der Wohnungen noch etwas verkleinert, hielt dem Architekt Patrick Schrepfer entgegen. Die BGZ sei finanzkräftig genug, um die Risiken zu stemmen, betonte deren Präsident Urs Frei. Mit einem Mobilitätskonzept wolle man die Zahl der Parkplätze von zwei auf ein Untergeschoss reduzieren und so Verkehr, Lärm und Baukosten tief halten.

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