Horgen

Kritiker wehren sich gegen Passerelle und Parkplätze

An der Urne bewilligten die Horgner den Bau einer Passarelle bei der Badeanstalt Käpfnach. Gegen den Bau hat es Einsprachen gegeben. Ebenso gegen neue Parkplätze im Horgenberg.

Die Warterei an der Bahnschranke beim Horgner Seegüetli könnte theoretisch bereits im kommenden Frühling ein Ende haben – allerdings droht nun eine Verzögerung.

Die Warterei an der Bahnschranke beim Horgner Seegüetli könnte theoretisch bereits im kommenden Frühling ein Ende haben – allerdings droht nun eine Verzögerung. Bild: Archiv Reto Schneider

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Der Sommer 2019 könnte der letzte sein. Der letzte Sommer, in welchem die Horgner auf dem Weg in die Badi Käpfnach lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Schliesslich plant die Gemeinde, im nächsten Frühling eine Fussgängerpasserelle über die Gleise beim Seegüetli zu bauen. Die Warterei an der Bahnschranke hätte ein Ende. Letzten Mai haben die Horgner dem 3,2 Millionen Franken teuren Projekt an der Urne zugestimmt.

Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist aber nicht mehr sicher. Gegen das Projekt sind bei der Gemeinde zwei Einsprachen eingegangen, wie Horgens Tiefbauvorsteher Markus Uhlmann (GLP) auf Anfrage mitteilt. Die einmonatige Rekursfrist ist diesen Monat abgelaufen. «Beide Einsprachen kommen aus der Anwohnerschaft», sagt Uhlmann. Die Einsprechenden würden das Projekt in vielerlei Hinsicht kritisieren.

Hinterfragt werde beispielsweise der Zweck und die Linienführung der Brücke. Auch Fragen zur behindertengerechten Ausgestaltung würden aufgeworfen. Genauer äussert sich Uhlmann nicht, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. Die Einsprachen werden nun von der Gemeinde geprüft.

An dieser Stelle soll die Passerelle gebaut werden. Quelle: Google Maps

Offen ist auch die Frage, ob der Kanton Zürich sich finanziell am Bau der Passerelle beteiligt. Die Gemeinde hat dem Kanton einen entsprechenden Antrag gestellt. Allerdings ohne einen konkreten Betrag zu erbitten. Eine Beteiligung seitens Kanton sei aus Sicht der Gemeinde Horgen legitim, sagt Markus Uhlmann, «weil der bestehende Wanderweg zwischen Aabachtobel und See damit nahmhaft verbessert wird».

Die geplante Passerelle beim Bahnübergang Seegüetli erinnert an eine Z-Form. Verschieben Sie den Regler um zu sehen, wo sie gebaut werden soll.

Auf Gegenwehr stösst auch das Vorhaben der Gemeinde, im Horgenberg die Anzahl Parkplätze zu erweitern. Der bestehende Parkplatz Moorschwand soll um 50 Felder verdoppelt werden. Das Projekt für diesen neuen Überlaufparkplatz lag ebenfalls bis vor wenigen Tagen öffentlich auf. Laut Tiefbauvorsteher Uhlmann sind hiergegen drei Einsprachen eingereicht worden. Inhaltlich handle es sich bei allen um grundsätzliche Kritik am Projekt und nicht um einzelne Punkte.

Die Erfolgsaussichten der Einsprechenden sind allerdings beschränkt. Wie Uhlmann sagt, sind nur noch direkt Betroffene und Verbände, die ein schutzwürdiges Interesse hätten einbringen können, zur Einsprache berechtigt. Die erste öffentliche Auflage, bei der jedermann Einwendungen einbringen konnte, erfolgte bereits 2018.

Stromleitung über Parkplatz

Der weitere Projektverlauf ist nun nicht nur von den Einsprachen abhängig, sondern auch vom Energiekonzern Axpo und dessen Projekt zur Erdverlegung einer Stromleitung. Direkt über dem Parkplatz Moorschwand verläuft nämlich die Freileitung, die die beiden Unterwerke Horgen und Wädenswil verbindet. Vor einigen Monaten erhielt der Energiekonzern die Bewilligung, die Stromleitung in den Boden zu verlegen.

«Wir sind mit der Axpo zurzeit im Gespräch, um die Realisierung ihres Projektes mit unserer Parkplatzerweiterung abzustimmen», sagt Uhlmann. Das Ziel sei, dass die Projekte in der Moorschwand koordiniert durchgeführt werden, um den Boden nur einmal aufreissen zu müssen. Ursprünglich geplant war, den Überlaufparkplatz noch vor Winterbeginn zu bauen. Dies hänge nun auch von der Kooperation mit der Axpo ab.

Der Standort des Parkplatzes Moorschwand oberhalb von Horgen. Quelle: Google Maps

Erstellt: 23.08.2019, 14:51 Uhr

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