Thalwil

Kritiker fordern andere Lösung für den Umbau der Sekschulen

Der Gemeinderat hat vor, die Sekundarschulhäuser umzubauen und zu erweitern. Für die Planung beantragt er der Gemeindeversammlung einen Kredit von knapp einer halben Million Franken. Die RPK und zwei bürgerliche Parteien sind gegen den Planungskredit – mit unterschiedlichen Argumenten.

Das denkmalgeschützte Schulhaus Feld, die zugehörige Turnhalle sowie das benachbarte Schulhaus Berg sollen umgebaut werden. Auf dem Pausenplatz (im Vordergrund) will der Thalwiler Gemeinderat zwei Einfachturnhallen bauen. Damit sind nicht alle einverstanden.

Das denkmalgeschützte Schulhaus Feld, die zugehörige Turnhalle sowie das benachbarte Schulhaus Berg sollen umgebaut werden. Auf dem Pausenplatz (im Vordergrund) will der Thalwiler Gemeinderat zwei Einfachturnhallen bauen. Damit sind nicht alle einverstanden. Bild: Archiv Manuela Matt

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In vier Jahren werden in Thalwil 100 Schüler mehr die Sekundarschule besuchen, doch in den Schulhäusern ist kein Platz mehr vorhanden. «Hinzu kommt, dass die Räume aus den 50er Jahren den Grössenvorgaben nicht mehr entsprechen und Gruppenräume fehlen», schildert Schulpräsident Kurt Vuillemin (SP) die prekäre Lage.Dass dafür eine Lösung gefunden werden muss, ist parteiübergreifend unbestritten. Wie diese Lösung aussehen soll, darüber sind die Meinungen allerdings geteilt.

Der Gemeinderat Thalwil hat vor, die einander an der Bergstrasse gegenüberliegenden Sekschulhäuser Berg und Feld umzubauen. Auch die alte Turnhalle neben dem Schulhauses Feld soll umgebaut und umgenutzt werden. Als Ersatz will der Gemeinderat auf dem Pausenplatz zwei Einfachturnhallen errichten. Die Planung erschwert, dass das Schulhaus Feld und die zugehörige Turnhalle als regionale Denkmalschutzobjekte ausgewiesen sind und weder rückgebaut, erweitert oder aufgestockt werden dürfen.

Die Schule Thalwil will die räumlichen Umstrukturierungen zum Anlass nehmen, ein neues Schulmodell mit sogenannten Lernlandschaften zu prüfen. Die Umbauvariante, die solche Lernlandschaften ermöglicht, käme etwa 1 Million Franken teurer, als die Variante nach Schulbauempfehlung, für die der Gemeinderat 19,47 Millionen Franken veranschlagt. Um die Neuerungen an den Sekschulen zu planen und eine Submission durchführen zu können, beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 15. März einen Planungskredit von 470 000 Franken.

Gemeinderat soll kämpfen

Der Planungskredit scheint umstritten zu sein, die Rechnungsprüfungskomission (RPK) etwa empfiehlt, ihn abzulehnen. Sie hält Neubauten auf den Schularealen für «langfristig kostengünstiger und aus ökologischer Sicht sinnvoller», wie sie in der Weisung schreibt. Sie wünscht sich deshalb, dass der Gemeinderat sich dafür einsetzt, die Unterschutzstellung der Gebäude aufheben zu lassen. Mit der gleichen Begründung lehnt auch die SVP den Planungskredit ab.

Kurt Vuillemin zeigt sich erstaunt über diese Begründung: Wie die RPK sehr wohl wisse, habe die Gemeinde die Chancen beim Kanton abgeklärt, dass dieser die Unterschutzstellung aufhebe: «Die Chancen sind gering und die Behandlung der Anfrage allein würde uns zwei Jahre kosten», sagt Vuillemin. Um die Schulraumknappheit zu überbrücken, müsste die Schule Provisorien aufstellen, die laut beigezogener Experten 1,1 Millionen Franken kosten würden. «Dieses Risiko, die Kosten und die zeitliche Verzögerung des Umbaus wollen wir nicht in Kauf nehmen», sagt Vuillemin.

FDP kritisiert Planung

Wie die RPK und die SVP empfiehlt auch die FDP, Nein zu stimmen zum Planungskredit. Unter bestimmten Bedingungen wäre die FDP allerdings zu einem Ja bereit. Die FDP hält den von der Gemeinde geforderten Raumbedarf für die Lernlandschaften für zu hoch. Er liege mehr als 25 Prozent über den Empfehlungen für Schulraumplanung des Kantons Zürich, argumentiert die FDP in einer Mitteilung. Die kalkulierten Umbau- und Erweiterungskosten seien entsprechend rund 5 Millionen Franken zu hoch. Die FDP sei jedoch bereit, heisst es in der Mitteilung weiter, dem Planungskredit zuzustimmen, wenn die Gemeinde einerseits auf Basis der Schulraumempfehlungen des Kantons Zürich plane und andererseits prüfe, ob die alten Turnhalle weiterhin für Sport genutzt werden kann und der Bau einer Einfachturnhalle reiche.

Kurt Vuillemin kann diese Argumentation nicht nachvollziehen: «Mit den Lernlandschaften haben wir zwar einen höheren Pro-Kopf-Raumbedarf, aber wir bringen diese Räume in den bestehenden Gebäuden unter, wir bauen keine neuen Gebäude.» Wie die FDP auf Mehrkosten von 5 Millionen Franken kommt, kann er nicht nachvollziehen. Er weist zudem darauf hin, dass die Planung nicht abgeschlossen sei, sondern mit der Zustimmung zum Kredit erst beginne.

Für ein vorbehaltloses Ja zum Planungskredit spricht sich vorerst nur die CVP aus. Die Grünen, die EVP und die SP haben sich noch nicht entschieden. Von der GLP war niemand zu erreichen.

Erstellt: 28.02.2018, 17:31 Uhr

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