Tierseuche

Kranke Füchse gefährden Hunde

Immer mehr Füchse werden im Kanton Zürich von der Fuchsräude befallen und verenden daran. Noch sind die Regionen sehr unterschiedlich stark betroffen.

Füchse, die von der Räude befallen sind, bekommen einen stark juckenden Hautausschlag, teilweise geht das Fell aus.

Füchse, die von der Räude befallen sind, bekommen einen stark juckenden Hautausschlag, teilweise geht das Fell aus. Bild: PD

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Nach der Tollwut und dem Fuchsbandwurm steht der Fuchs einmal mehr wegen einer Seuche im Fokus. Wie die kantonalen Behörden beobachten, ist es dieses Mal die Fuchsräude, welche sich unter den Füchsen im Kanton ausbreitet. Diese wird durch Milben verursacht, die sich in die Haut von Tieren eingraben und sich dann davon ernähren.

Folge davon ist eine allergische Reaktion beim betroffenen Tier, welche starken Juckreiz verursacht. Das Tier kratzt an der betreffenden Stelle, bis das Fell ausgeht und sich die Haut verfärbt. Wenige überleben die Krankheit und entwickeln eine Resistenz gegen den Parasiten, die meisten sterben jedoch innerhalb von drei Monaten nach der Infektion.

Keine Panik am rechten Ufer

Wie Urs Philipp von der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung bestätigt, werden aus dem ganzen Kanton Fälle von Fuchsräude gemeldet, Tendenz steigend. Seit April 2018 wurden von Jägern über 500 tote Füchse gemeldet, die von der Räude befallen waren. Damit angesteckt werden können laut Philipp auch Hunde. Es reicht dabei der indirekte Kontakt mit einem befallenen Fuchs, indem beispielsweise ein im Wald freilaufender Hund mit Haaren oder Kot von diesem in Berührung kommt. Auch Menschen können durch die Milbe angesteckt werden, jedoch kann diese sich auf ihm nicht fortpflanzen und verschwindet wieder.

Es reicht der indirekte Kontakt mit einem befallenen Fuchs, indem ein freilaufender Hund mit Haaren oder Kot von diesem in Berührung kommt.

Während das Sihltal, Teile des Zürcher Weinlands, das Knonauer Amt und die Stadt Zürich bereits stark von der Fuchsräude betroffen sind, sieht es am rechten Zürichseeufer zurzeit besser aus. Eine Häufung an Fuchsräude könne nicht festgestellt werden, bestätigt Louis Wirtz, Jagdaufseher der Gemeinden Zollikon, Uetikon, Männedorf und Dübendorf. «Vor ein paar Jahren gab es schon mal mehr Fälle», hält Wirtz fest. Dennoch könne sich die Lage auch schnell wieder ändern. Auch Hans-Jürg Haas, Präsident der Jagdgesellschaft Küsnacht, kann keine auffallende Häufung der Fuchsräude feststellen. Hundehalter aber, die ihre Hunde im Wald frei rumlaufen liessen, würden präventiv über die Risiken der Fuchsräude aufgeklärt.

Tierärzte sehen Häufung

In der Tierarztpraxis Küsnacht sind in den vergangenen Wochen aber vermehrt Hunde mit Juckreiz eingeliefert worden. Ob alle von der Fuchsräude befallen waren, kann Tierärztin Mirjam Kündig nicht genau sagen. Denn auch wenn bei der Untersuchung keine Milben nachweisbar sind, kann ein Milbenbefall nicht definitiv ausgeschlossen werden. Kündig vermutet aber, dass die Häufung der Fälle zumindest teilweise auf die Fuchsräude zurückzuführen ist. Bei Verdacht auf Fuchsräude werden die von Juckreiz betroffenen Hunde gegen Milben behandelt. «Das Parasitenmittel wirkt sehr gut», bestätigt Kündig. Eine Impfung hingegen sei nicht möglich. Ohnehin kann Kündig von keinen allzu dramatischen Fällen berichten, bei denen sich der Hund etwa schon in einem lebensbedrohlichen Endstadium von Fuchsräude befunden hätte.

«Vor zehn oder zwanzig Jahren hatte ich im Februar keine Fälle von Fuchsräude.»Stephan Braun, Tierarzt in Männedorf

Auch Stephan Braun, Tierarzt in Männedorf, stellt eine Häufung von Hunden mit Juckreiz fest. Wie seine Kollegin Kündig kann auch er nicht genau sagen, wie viele der Fälle auf die Seuche zurückzuführen sind. Braun konnte aber kürzlich in einem konkreten Fall Fuchsräude nachweisen, was er für bemerkenswert hält. Denn Fuchsräude sei zu dieser Jahreszeit in dieser Region eigentlich untypisch und eventuell eine Folge des Klimawandels. «Vor zehn oder zwanzig Jahren hatte ich im Februar keine Fälle von Fuchsräude», sagt Braun.

Tierarzt Bruno Litschi aus Thalwil beobachtet bei der Fuchsräude während den vergangenen Jahren eine leicht steigende Tendenz, von einem dramatischen Anstieg könne aber keine Rede sein. Weitere Tierärzte vom linken Zürichseeufer bestätigen diese Einschätzung. Unweit davon sieht die Situation zumindest im Sihltal düsterer aus, wie Jagdaufseher Ulrich von Rickenbach bestätigt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.03.2019, 21:50 Uhr

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