Kilchberg

Kompromiss in der Parkplatzfrage

Der Kilchberger Gemeinderat hat den Gestaltungsplan Bahnhofstrasse zu Handen der Gemeindeversammlung verabschiedet. Von 23 Einwendungen hat er einige berücksichtigt.

23 Einwendungen waren bis Mitte März eingegangen. Strittig war insbesondere die Zahl der oberirdischen Parkplätze.

23 Einwendungen waren bis Mitte März eingegangen. Strittig war insbesondere die Zahl der oberirdischen Parkplätze. Bild: Archiv Patrick Gutenberg

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Dem jüngsten Verhandlungsbericht des Kilchberger Gemeinderats ist zu entnehmen, der Gemeinderat stimme dem privaten Gestaltungsplan Bahnhofstrasse zu. Der Planungsbericht zu den Einwendungen werde zur Kenntnis genommen. Der Gestaltungsplan und der Baurechtsvertrag mit Coop sollen der Gemeindeversammlung vom 18. September unterbreitet werden.

Das heisst nichts anderes, als dass es mittlerweile eine bereinigte Fassung des Gestaltungsplans gibt. Dieser sah in seiner ursprünglichen Fassung, – wie sie der Bevölkerung im Januar vorgestellt worden ist – vor, das heutige Gebäude Bahnhofstrasse 12 durch eines mit drei Vollgeschossen sowie je einem Unter- und Dachgeschoss zu ersetzen. Dieses böte Platz für einen zweistöckigen Coop und 14 Kleinwohnungen. Zum Gebäude ist eine Tiefgarage mit 36 Parkplätzen vorgesehen. Von 31 oberirdischen Parkplätzen war Anfang Jahr die Rede – die fünf beim Käseladen ausgenommen.

Sieben bis neun weniger

23 Einwendungen waren bis Mitte März zu dieser ursprünglichen Fassung eingegangen. Strittig war insbesondere die Zahl der oberirdischen Parkplätze. Sah doch der Gestaltungsplan ursprünglich vor, die heute rund 40 weitgehend zu erhalten. Diverse Einwendungen hatten moniert, was nach dem Willen der Kilchberger eigentlich eine Begegnungszone sein solle, sei eher ein Parkplatz.

Wie Tiefbauvorsteherin Tina Neuenschwander (FDP) auf Anfrage sagt, hat der Gemeinderat versucht, diesen Punkt einfliessen zu lassen. 25 bis 30 Prozent der ursprünglich 31 vorgesehenen oberirdischen Parkplätze weniger seien in der bereinigten Fassung des Gestaltungsplans nun vorgesehen. Also sieben oder maximal neun Parkfelder weniger.

Tina Neuenschwander ist überzeugt, dass Coop und der Gemeinderat in diesem Punkt einen tragfähigen Kompromiss gefunden haben: «Es gibt Leute, die am liebsten gar keine oberirdische Parkplätze hätten. Diese Leute können wir mit dem Kompromiss nicht abholen.» Aber auf der anderen Seite stünden die Unternehmer, welche am liebsten alle behalten würden. «Der Gemeinderat hat von den Einwendungen berücksichtigt, was er als gut für die Gesamtbevölkerung erachtet», betont Tina Neuenschwander.

Andere Punkte, etwa zum Thema Hochbau – insbesondere das Volumen des von Coop vorgesehenen Neubaus – hat der Gemeinderat laut Tina Neuenschwander nicht aufgenommen. «Darauf können wir keinen Einfluss nehmen», sagt die Tiefbauvorsteherin.

«Ein Optimum herausgeholt»

Nur bedingt erfreut über die Reduktion der Anzahl Parkplätze sind die Gewerbler. Vergangene Woche haben sich die Mitglieder der Unternehmervereinigung Kilchberg (UVK) in dieser Frage getroffen. Vizepräsidentin Ursina Suter sagt, die Zahl der Parkplätze seien für die Gewerbetreibenden essenziell. «Heute findet man um 8 Uhr vielleicht gerade noch einen Parkplatz, wenn man schnell auf zum Beck will. Aber schon um 9 Uhr wird es schwierig.»

Nur zwölf öffentliche Parkplätze mehr als heute bei einem 1100 Quadratmeter grossen Coop sei knapp bemessen. Dennoch stehe die UVK geschlossen hinter dem Kompromiss, wie er nun vorliege. «Denn es ist in unserem Sinn, dass die Kilchberger in einem grossen Coop bei uns im Dorf ihre Wocheneinkäufe tätigen können», sagt Ursina Suter. «Und der Gemeinderat hat aus einer verkehrstechnisch schwierigen Situation ein Optimum herausgeholt.»

Die UVK-Vizepräsidentin sieht darin ein Signal für weitere Gewerbler, neue Läden an der Bahnhofstrasse zu eröffnen und ärgert sich darüber, dass die Interessengemeinschaft Bahnhofstrasse «am liebsten einen Dorfbrunnen» hätte. Man müsse sich die Begegnungszone beim Bahnhof Kilchberg vielmehr wie jene beim Bahnhof Horgen vorstellen. «Dort verkehren ja auch Autos, Busse, Velofahrer und Fussgänger und es gibt Parkplätze. Und das Miteinander funktioniert.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.06.2018, 17:57 Uhr

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