Adliswil/Langnau

Kommt es im Sihltal zur grossen Kirchgemeinde-Fusion?

Die reformierten Kirchgemeinden Adliswil und Langnau planen eine gemeinsame Zukunft. In den nächsten Tagen fällt in beiden Gemeinden eine wichtige Vorentscheidung.

Ob den reformierten Kirchgemeinden Adliswil (links) und Kilchberg eine gemeinsame Zukunft beschieden ist, entscheiden die Mitglieder in wenigen Tagen.

Ob den reformierten Kirchgemeinden Adliswil (links) und Kilchberg eine gemeinsame Zukunft beschieden ist, entscheiden die Mitglieder in wenigen Tagen. Bild: Archivfotos: ZSZ/Manuela Matt

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Die reformierten Kirchgemeinden von Adliswil und Langnau sind heiratswillig. Sie wollen sich zu einer gemeinsamen Kirchgemeinde zusammenschliessen – mit dem Namen Kirchgemeinde Sihltal.

Nachdem der Zusammenschluss der vier Kirchgemeinden Kilchberg, Langnau, Adliswil und Rüschlikon – mit dem Projektnamen Klar – gescheitert war, haben Adliswil und Langnau beschlossen, ihre Zukunft zu zweit genauer zu prüfen. 2017 haben die beiden Kirchenpflegen von den Mitgliedern ihrer jeweiligen Gemeinde ein Mandat zur Vorbereitung eines Zusammenschlusses erhalten. Diesen streben sie per 2020 an. Doch damit es soweit kommt, müssen die Mitglieder der beiden Kirchgemeinden noch je zweimal Ja sagen.

In den kommenden Tagen stimmen sie über die gemeinsame Kirchgemeindeordnung ab. Beide Gemeinden halten hierfür eine ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung ab: die Langnauer am kommenden Sonntag, die Adliswiler am Montag. Über den eigentlichen Zusammenschlussvertrag entscheiden die beiden Kirchgemeinden im November an der Urne.

Kaum spürbare Änderungen

Zur Abstimmung gelangt in einem ersten Schritt also die Kirchgemeindeordnung. Diese bildet die kommunale Rechtsgrundlage für die neue Kirchgemeinde Sihltal. Sie regelt unter anderem die Mitgliederzahl der Kirchenpflege, oder welche Entscheide von der Kirchgemeindeversammlung, welche an der Urne gefällt werden.

Hanspeter Zweimüller, Kirchenpflegepräsident der Reformierten von Adliswil, sagt, man müsse die Unterschiede zwischen der aktuellen und der neuen gemeinsamen Kirchenordnungen suchen. «Die grössten Unterschiede finden sich im Bereich der Finanzkompetenzen.» Die Zahlen wurden nach oben angepasst – wird doch die neue Kirchgemeinde Sihltal gut 6000 Mitglieder zählen. Wurden in Adliswil beispielsweise Beschlüsse ab 400 000 Franken einer Urnenabstimmung unterbreitet, wird dies künftig erst ab Ausgaben von mehr als 1 Million Franken der Fall sein. Zweimüllers Langnauer Kollege Erwin Oertli sagt denn auch, dass die neue Kirchgemeindeordnung für die Mitglieder im Alltag keine spürbaren Veränderungen bringen wird.

Hüben wie drüben Zuversicht

Doch warum stimmen die beiden Kirchgemeinden über ihre Rechtsgrundlage ab, bevor sie dem Zusammenschlussvertrag zustimmen? Der Langnauer Kirchenpflegepräsident erklärt, die Kirchgemeindeordnung sei die Grundlage für alle Reglemente, welche für die neue Kirchgemeinde noch ausgearbeitet werden müssen – etwa das Entschädigungsreglement. «Wir sind froh, wenn wir für diese Detailarbeit noch möglichst viel Zeit haben», sagt Erwin Oertli.

Sowohl Oertli als auch Zweimüller sind zuversichtlich, dass ihre Mitglieder den Zusammenschluss mittragen. Beide gehen davon aus, dass ihre jeweilige Kirchgemeindeversammlung Ja sagen wird zur gemeinsamen Kirchgemeindeordnung. «Es wird sicher die eine oder andere kritische Frage gestellt», sagt Oertli, «aber grundsätzlich sind die Langnauer dem Zusammenschluss gegenüber offen.» Sein Adliswiler Kollege ergänzt: «Wir haben die Mitglieder in den Prozess mit einbezogen. Viele verstehen darum, dass wir eine gemeinsame Zukunft anstreben, weil wir unser Angebot aufrecht erhalten wollen.»

Die Kirchgemeindeversammlungen können noch Änderungsanträge einbringen.

Ausserordentliche Kirchgemeindeversammlungen: Sonntag, 16. September, 11.15 Uhr, in der reformierten Kirche Langnau. Montag, 17. September, 19.30 Uhr, reformiertes Kirchgemeindehaus, Webereistrasse 31, Adliswil. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.09.2018, 15:56 Uhr

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