Schule

Klassenassistenzen entlasten das Lehrpersonal

In den Schulen kommen vermehrt Klassenassistenzen zum Einsatz. Auch hiesigen Lehrpersonen greifen sie unter die Arme.

Bei Schülern mit besonderen Bedürfnissen können Klassenassistenten die Lehrperson unterstützen.

Bei Schülern mit besonderen Bedürfnissen können Klassenassistenten die Lehrperson unterstützen. Bild: Symbolbild/Archiv Urs Jaudas

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Schulassistenzen erfreuen sich beidseits des Zürichsees grosser Beliebtheit. Ihr Einsatz bietet vor allem Entlastung für das Lehrpersonal, indem sie etwa die Pausenaufsicht übernehmen, die Schulkinder in den Schwimmunterricht begleiten oder auf Schulreisen als zusätzliche Aufsichtsperson amten.

Oft stehen Klassenassistenzen einzelnen Schülerinnen und Schülern mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen zur Seite. So etwa in Thalwil. Hier setzt die Gemeinde seit gut acht Jahren auf Assistenzen. «In der Regel arbeiten die Schulassistenzen nur in Klassen, in die Kinder mit Sonderschulbedarf integriert werden», sagt Joana Büchler, Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Thalwil. Die Zahl der in Thalwil beschäftigten Schulassistenzen habe sich in den letzten Jahren auf 17 Personen eingependelt. «Nachdem in den letzten Jahren die Anzahl der Kinder in der integrierten Sonderschulung stetig gestiegen ist, ist keine grosse Zunahme mehr feststellbar. Wir gehen davon aus, dass wir künftig nicht viel mehr Klassenassistenzen brauchen als heute», sagt Büchler.

«Der Einsatz von Klassenassistenzen hat sich in Adliswil bewährt, und wir werden weiterhin auf sie setzen.»Bildungsvorsteher Markus Bürgi (FDP)

In Adliswil setzt die Schulpflege bereits seit 2008 auf Assistenzen. «Der Einsatz von Klassenassistenzen hat sich in Adliswil bewährt, und wir werden weiterhin auf sie setzen», sagt Bildungsvorsteher Markus Bürgi (FDP). Insgesamt beschäftige die Schule Adliswil 38 Schulassistenzen mit variierenden Pensen von im Schnitt 25 Prozent. 16 von ihnen sind einzig zur Betreuung von Kindern mit Sonderschulbedarf angestellt. Im kommenden Jahr dürfte die Zahl der Klassenassistenzen steigen. «Adliswils Schülerzahlen wachsen kontinuierlich. Für das kommende Schuljahr rechnen wir mit 6 Prozent mehr Schülern», sagt Bürgi. Entsprechend brauche es mehr Assistenzen. Nebst regulären Schulassistenzen beschäftigt Adliswil auch Zivildienstleistende in der Schule. Deren Zahl will die Schulpflege nächstes Jahr von sechs auf zehn erhöhen.

Bedarf steigt unterschiedlich

Mit lediglich neun Schulassistenzen kommt die Schule Erlenbach aus. Diese betreuten Kinder mit Sonderschulbedarf für vier bis zwölf Schullektionen pro Woche, sagt Schulleiter Thomas Isler. Während andere Gemeinden, wie beispielsweise Kilchberg oder Männedorf, einen stetigen Anstieg des Bedarfs an Klassenassistenzen beobachten, ist das in Erlenbach nicht der Fall. Die Zahl der Assistenzen sei unter anderem abhängig von der Anzahl Kinder mit Sonderschulbedarf wie auch von der Klassengrösse und -zusammensetzung. Entsprechend schwankend sei die Zahl der eingesetzten Schulassistenzen, sagt Isler.

«Das Spektrum der Bewerber ist sehr breit und reicht von jungen Menschen ohne grosse Berufserfahrung bis zu pensionierten Lehrpersonen.»Ruedi Meier, Leiter des Ressorts Sonderpädagogik der Stäfner Schulpflege 

In Meilen hat die Schulpflege derweil eine Obergrenze für die Zahl der durch Schulassistenzen geleisteten Lektionen definiert. «Jeder Primarschuleinheit steht ein Kontingent von zehn Lektionen pro 100 Schulkinder zur Verfügung», sagt Schulpräsidentin Cordula Kaiss (FDP). Der Wunsch nach mehr Unterstützung sei klar vorhanden. Es werde jedoch stets individuell entschieden. So beschäftigt Meilen seit 2015 zwischen einer und vier Klassenassistenzen. Heuer sind es zwei Assistenzen mit Pensen unter 50Prozent. In Stäfa wiederum ist die Schulpflege derzeit bemüht, klare Richtlinien für die von Klassenassistenzen geleistete Gesamtstundenzahl zu definieren. «Die Vorgaben des Volksschulamtes sind diesbezüglich sehr offen», sagt Ruedi Meier, Leiter des Ressorts Sonderpädagogik der Stäfner Schulpflege. «Das Spektrum der Bewerber ist aber sehr breit und reicht von relativ jungen Menschen ohne grosse Berufserfahrung bis zu pensionierten Lehrpersonen, die sich weiterhin engagieren wollen.» Darüber, wie viele Klassenassistenzen Stäfa derzeit beschäftigt, gibt die Stäfner Schulpflege keine Auskunft.

Erstellt: 08.11.2019, 10:14 Uhr

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