Thalwil

Kino Speer wird durch Neubau ersetzt

Der Rechtsstreit um das Gebäude, in dem das Kino Speer und die Trattoria Gallo Nero ansässig waren, ist beendet. Nach drei Jahren kann die neue Besitzerin mit der definitiven Planung neuer Eigentumswohnungen beginnen. Eine Niederlage für den Heimatschutzverein, der schwere Vorwürfe erhebt.

Am Standort des ehemaligen Kinos Speer werden wohl schon bald Neuwohnungen entstehen.

Am Standort des ehemaligen Kinos Speer werden wohl schon bald Neuwohnungen entstehen. Bild: Reto Schneider

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Das Gebäude an der Mühlebachstrasse 36 in Thalwil, besser ­bekannt als das ehemalige Kino Speer, ist nicht schutzwürdig. Der Rückzug des letzten Rekurses und der Entscheid des Einzelrichters des Baurekursgerichts vom 15. November ist eine Erlösung für Urs Leimann, Geschäftsführer der Activa Swiss Wohnbau AG in Küsnacht. Sie ist bereits seit 2013 Besitzerin der Liegenschaft. «Wir sind froh, dass wir nun endlich mit handfesten Tatsachen arbeiten können», sagt Leimann.

Verlierer im Fall zur Erhaltung des Thalwiler Kinos Speer istder Zürcher Heimatschutzverein (ZVH). «Wir haben unseren Rekurs zurückgezogen, weil Kanton und Gemeinde erst dann wesentliche Akten freigaben, als wir schon rekurriert hatten», sagt Martin Killias, Präsident des ZVH. Die Baudirektion des Kantons Zürich musste deshalb die Gerichtskosten tragen und dem ZVH eine Umtriebsentschädigung bezahlen. Killias ist dies­bezüglich zufrieden, bedauert ­jedoch den Ausgang des Verfahrens. Das Gebäude sei für Thalwil bedeutend, sagt Killias. Hätte die Eigentümerschaft nicht über­rissene und weitgehend unbelegte Entschädigungsforderungen gestellt, hätte das Gebäude erhalten bleiben können.

Seitdem das Verfahren ab­geschlossen ist, kann das Architekturbüro neue Eigentumswohnungen auf dem Grundstück planen. Im Auftrag von Activa Swiss skizziert eine Auswahl von lokalen Architekturbüros ein Bauprojekt. Genauere Auskunft gab Leimann nicht. Bis zum definitiven Baustart ist es aber auch noch ein weiter Weg. «Vielleicht können wir in einem Jahr beginnen, vielleicht auch erst in zwei», sagte Leimann.

Langes Hin und Her

Vor drei Jahren, kurz nachdem die Activa Swiss AG neue Besitzerin des Gebäudes geworden war, kündigte sie der Trattoria Gallo Nero und der Freikirche Christliches Zentrum Thalwil die Verträge, um den Abriss und die geplanten Neuwohnungen in die Wege zu leiten. Der Winter 2014/2015 war als Baubeginn vorgesehen. Doch die Activa Swiss musste dieses Vor-haben begraben. Die Baubehörde und der Kanton prüften das Gebäude auf Schutzwürdigkeit, und kurz darauf erliess die Gemeinde Thalwil vorsorgliche Schutzmassnahmen. Danach war es Leimann nicht mehr erlaubt, Veränderungen an der Liegenschaft vorzunehmen. Als Reaktion darauf liess er selbst ein Gutachten erstellen, welches das ­Gebäude für nicht schutzwürdig befand.

Zu einem anderen Schluss kam die kantonale Denkmalpflegekommission. Sie leitete ein Verfahren zur Unterschutzstellung ein, welches erst Ende Mai 2016 abgeschlossen wurde. Die Bau­direktion entschied, auf eine Unterschutzstellung des Kinos Speer zu verzichten. In der Folge legte der Zürcher Heimatschutzverein Rekurs ein beim Bau­rekursgericht.

Leuchtschrift gerettet

Momentan erinnert noch immer die Leuchtschrift an der Aussenseite an das ehemalige Kino. Trotz dem baldigen Abriss wird sie erhalten bleiben. Die Activa Swiss hat den Schriftzug dem Filmpodium Thalwil gespendet. Wo und wie er dort verwendet wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Verena Biedermann, Präsidentin des Filmpodiums Thalwil, erklärt: «Wir prüfen derzeit verschiedene Ideen. Den definitiven Standort werden wir schätzungsweise in zwei Monaten gefunden haben.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.12.2016, 08:32 Uhr

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