Wädenswil

Kinderkrippe kann saniert werden

1.5 Millionen bewilligt: Die Kinderkrippe Wädenswil kann saniert werden. Die Grünen sind mit ihrem Antrag für eine energetische Totalsanierung gescheitert.

Das Haus an der Etzelstrasse wurde 1906 eigens als Kinderkrippe gebaut. Es war die dritte Krippe, die im Kanton eröffnet wurde. Das Gebäude gehört heute der Stadt, die Krippe mietet es.

Das Haus an der Etzelstrasse wurde 1906 eigens als Kinderkrippe gebaut. Es war die dritte Krippe, die im Kanton eröffnet wurde. Das Gebäude gehört heute der Stadt, die Krippe mietet es. Bild: Sabine Rock

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Der Gemeinderat Wädenswil hatte an seiner Sitzung vom Montag viele wohlwollende Worte übrig für die Kinderkrippe Wädenswil. Angetan haben es dem Parlament der Charme des Gebäudes, der grosse Garten und die gute Betreuung der Kinder, wie es hiess. Das 1906 eröffnete Haus ist als Kinderkrippe gebaut worden. Finanziert wurde es durch Spendengelder von karitativen Frauen. Viele Generationen Wädenswilerinnen und Wädenswiler haben in diesem Gebäude an der Etzelstrasse seither einen Teil ihrer ersten Lebensjahre verbracht.

Das Haus ist aber in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Rund 1,5 Millionen Franken will die Stadt in die Liegenschaft, die ihr gehört und die sie an die Kinderkrippe vermietet, stecken. «Der Betrag ist happig», sagte Charlotte Baer, SVP, Präsidentin der Sachkommission. Es sei aber günstiger als die Variante Neubau auf dem Glärnischareal, welche der Stadtrat aus Kostengründen wieder verworfen.

Grüne wollen mehr

Finanziert werden mit den 1,5 Millionen Franken die Nasszellen und die Küche. Das Dachgeschoss wird ausgebaut, Fenster werden teilweise ersetzt und Absturzsicherungen angepasst. Zudem gibt es einen Unterstand für Kinderwagen. Hinzu kommen gebundene Ausgaben für den Brandschutz (eine halbe Million Franken) und 140 000 Franken für das Provisorium während des Umbaus.

Den Grünen geht die Sanierung zu wenig weit. Sie forderten eine energetische Totalsanierung und reichten deshalb einen Rückweisungsantrag ein, den Patrick Höhener begründete. «Das Projekt ist ein Armutszeugnis», sagte er. «Es ist nicht akzeptabel, dass die Stadt bei eigenen Liegenschaften die energetische Sanierung ausklammert», kritisierte er mit Verweis auf das Energiestadt-Label.

«Es ist nicht akzeptabel, dass die Stadt bei eigenen Liegenschaften die energetische Sanierung ausklammert.»Patrick Höhener, Gemeinderat (Grüne)

Die Stadt sei nicht glaubwürdig, wenn sie Private motiviere, ihre Häuser zu sanieren, dies aber bei ihren Gebäuden unterlasse. Die Stadt zementiere einen ökologisch unhaltbaren Zustand auf Jahrzehnte hinaus. Das Gebäude verliere über die Fassade im Winter Wärme, im Sommer heize es sich auf. Unterstützung erhielten die Grünen von der EVP. Die Weisung zur Sanierung der Krippe bringe die Partei in ein Dilemma, sagte Gabi Bachmann. Vieles sei gut, aber es könnte klüger sein, jetzt die Fassade und alle Fenster zu erneuern, meinte sie. Pointiert schlug auch Pierre Rappazzo von der GLP in diese Kerbe und sprach dem Antrag der Grünen seine Unterstützung aus. Er verteilte Seitenhiebe an CVP und SP, welche den Antrag der Grünen nicht unterstützten.

Keine Zeit verlieren

Man könnte schon mehr machen, räumte Edith Brunner (SP) ein. Der Ansatz des Stadtrates sei aber vertretbar. Bei allen anderen Projekten fordere die SP ebenfalls einen höheren Energiestandard. Bei diesem alten Gebäude wäre es aber fraglich. Käme die Forderung durch, würde dies den Zeitplan durcheinanderbringen und das Projekt schliesslich ganz gefährden. Die CVP fand ebenfalls, es sei jetzt an der Zeit, die Pläne umzusetzen. Thomas Koch von der FDP argumentierte, es fehle eine Machbarkeitsstudie. Diese würde Zeit beanspruchen. «Eine vertiefte Abklärung ginge aber auf Kosten der Zeit und damit auf Kosten der Kleinsten.» Hanspeter Andreoli (BFPW) lobte den Stadtrat für sein kostenbewusstes Handeln. Er habe das Nötige vom Wunsch getrennt.

Stadtrat Walter Münch (FDP) setzte sich für die stadträtliche Weisung ein. Er wies darauf hin, dass die Kosten sonst möglicherweise über 2 Millionen Franken lägen und der Kredit an die Urne käme. Der Antrag der Grünen auf Rückweisung wurde schliesslich grossmehrheitlich abgelehnt und der Antrag des Stadtrates angenommen.

Erstellt: 21.01.2019, 22:30 Uhr

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